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Coronavirus-News: Macht Paracetamol Corona-Impfungen wirkungslos?

In den letzten Wochen traten bei einigen Menschen nach der Corona-Impfung Nebenwirkungen auf. Wie können Menschen den möglichen Reaktionen entgegenwirken - etwa mit Paracetamol? Einige Forscher warnen jetzt davor.

Sollten Menschen Paracetamol vor oder nach der Corona-Impfung nehmen? Bild: picture alliance / dpa | Patrick Pleul

Bevor sich viele Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen, kommen zahlreiche Fragen auf. Gerade beim Thema Nebenwirkungen fragen sich einige Impfwillige, ob sie nicht vielleicht diesen Effekten vor oder nach der Impfung bereits mit Medikamenten entgegenwirken können, denn die Nachrichten von schweren Reaktionen auf die Impfstoffe verunsichern. Erst letzte Woche bekam eine Frau einen schweren Hautausschlag, nachdem sie sich impfen ließ. Bringt es also etwas Paracetamol vorbeugend oder später zu nehmen?

Bekämpft Paracetamol Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung?

Generell wird bereits seit Jahren Patient:innen bei leichten Nebenwirkungen und grippeähnlichen Symptomen empfohlen nach Impfungen Medikamente zu nehmen. Doch zwingend notwendig sei das nicht, weil ganz selten Reaktionen nach dem Pieks auftreten, sagten Experten.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) rät in seinem Aufklärungsbogen zur Covid-19-Impfung unter der Frage "Wie verhalte ich mich vor und nach der Impfung?" bei Fieber und Schmerzen, fiebersenkende und schmerzlindernde Arzneimittel einzunehmen. In der neuen Version vom 1. April 2021 wird aber nicht explizit Paracetamol empfohlen.

Corona-Impfung aktuell: Deshalb raten Wissenschaftler von Paracetamol und Co. ab

Das Centre for Disease Control and Protection (CDC) rät aber Paracetamol lieber nicht vor der Impfung zu nehmen. Denn die Experten meinen, dass der Wirkstoff möglicherweise die Reaktion des Immunsystems auf die Impfung beeinflussen könnte. Auch eine Studie, die im Fachmagazin "The Lancet" erschien" wurde einer verminderte Reaktion der Antikörper registriert.

Generell kann es sein das bestimmte Hemmstoffe, sogenannte nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAR), wiePara­cetamol, Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac bei Impfungen auch die Immunantwort beeinflussen können. Denn bei der Einnahme können diese Wirkstoffe nicht nur die Begleiterscheinungen hemmen, indem sie diedie Prostaglandin­synthese hemmen. Prostaglandine sind Hormone, die Fieber und Entzündungen im Körper verursachen können.

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Welche Auswirkung haben NSAR-Stoffe wirklich auf die Immunreaktion?

Außerdem setzen Paracetamol und Co. vielleicht auch den Immuntiter herab. Der Impftiter misst, wie hoch die Immunreaktion nach einer Impfung gegen eine bestimmte Krankheit ausfällt. "Es ist allerdings unklar, ob und wie stark eine solche Reduktion die Immunantwort klinisch relevant schwächt", sagte Thomas Herdegen, der stellvertretende Direktor des Institutes für Experimentelle und Klinische Pharmakologie der Universität Kiel im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt.

Eine andere Studie aus dem Jahr 2014 zeigte, dass Paracetamol sechs Stunden nach der Impfung nicht die Immunreaktion reduzierte, während bei Patient:innen, die das Mittel direkt nach der Impfung bekamen eine abgeschwächte Immunantwort aufwiesen. "Daraus könnte man die Empfehlung ableiten, frühestens nach 6 Stunden COX-Hemmer zu geben, wenn die primären Prozesse der Immunisierung abgelaufen sind", erzählt Herdegen.

Thomas Herdegen und andere Wissenschaftler betonten aber ausdrücklich, dass es aktuell keine wissenschaftlichen Untersuchungen gibt, inwieweit sich Schmerzmittel auf die Covid-19-Impfungen auswirken. 

Ärzte raten: Das sollten Sie bei Schmerzmittel beachten

Ärzte empfehlen aber allgemein, dass Geimpfte, die nach der Impfung Nebenwirkungen zeigten und diese nach wenigen tagen nicht abklingen, sich sofort ärztliche Hilfe holen sollten. Paracetamol und andere Schmerzmittel sollten auch nicht einfach so eingenommen werden. Sprechen sie vor der Einnahme immer mit ihrem Arzt, ob sie die Medikamente nehmen sollten und wie lange. Denn wie bei allen Arzneien, können sie auch Nebenwirkungen verursachen.


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bos/news.de