23.05.2020, 19.46 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Neue Therapien denkbar! So wütet Covid-19 im ganzen Körper

Ein Großteil der Covid-19-Patienten leidet an Lungenbeschwerden - doch offenbar befällt das Coronavirus nicht allein die Atemwege. Aktuelle Studien haben herausgefunden, was Sars-CoV-2 so heimtückisch macht und wie neue Therapien aussehen könnten.

Aktuelle Studien haben herausgefunden, dass das Coronavirus nicht allein die menschliche Lunge angreift. Bild: Britta Pedersen / ZB / picture alliance / dpa

Ein Ende der Coronavirus-Pandemie ist auch Ende Mai 2020 nicht in Sicht. Bislang wurden der Statistik der Johns-Hopkins-Universität zufolge weltweit mehr als 5,2 Millionen Covid-19-Fälle registriert, mehr als 338.000 Menschen sind am Coronavirus gestorben. Mit dem Fortschreiten der Pandemie wachsen jedoch auch die Erkenntnisse, die Wissenschaftler über das neuartige Virus erlangen.

Keine reine Lungenkrankheit! Coronavirus befällt mehrere Organe

Jüngst beschäftigte sich ein Forscherteam mit Experten der Universitätskliniken in Harvard, Basel, Leuven, Hannover und Wuppertal genauer mit den Auswirkungen einer Coronavirus-Infektion auf den menschlichen Körper. Übereinstimmend mit den Erkenntnissen einer Untersuchung der Uniklinik in Hamburg-Eppendorf fanden die Wissenschaftler heraus, dass das Coronavirus mitnichten nur die Lunge attackiert, sondern sich auch in anderen Organen ausbreitet und deren Funktionalität beeinträchtigt. Bei Sars-CoV-2 handele es sich um ein "Multiorganvirus, das zahlreiche Organe betrifft".

Aktuelle Coronavirus-Studie beschreibt Gefäßschäden und Durchblutungsstörungen

In der im "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Arbeit des Forscherteams wird nun beschrieben, dass Sars-Cov-2 anders als Grippeviren die Strukturen von Blutgefäßen angreifen und Entzündungen verursachen. Die daraus resultierenden Symptome seien "vergleichbar mit einer Abstoßungsreaktion nach einer Organtransplantation". Corona-Patienten hätten deshalb nicht nur mit verminderter Durchblutung der Lunge zu kämpfen, sondern litten bisweilen auch unter mangelnder Sauerstoffversorgung von Organen wie Niere, Hirn oder Herz, wieMaximilian Ackermann vom Institut für Pathologie und Molekularpathologie am Helios Universitätsklinikum Wuppertal dem "Focus" zufolge beschrieb.

Neue Therapie-Ansätze durch Erkenntnisse zu Covid-19-Verlauf

Diese tiefgreifenden Folgen einer Coronavirus-Infektion seien wiederum ursächlich für schwere Verläufe einer Covid-19-Erkrankung, schlussfolgerten die Wissenschaftler. Zurückzuführen sei die mangelnde Durchblutung der Organe auf winzige Embolien und Schädigungen der Blutgefäße. Bereits minimale Gefäßschäden könnten Covid-19-Patienten in Lebensgefahr bringen. Mit den neuen Erkenntnissen, welche Auswirkungen eine Sars-CoV-2-Infektion auf Blutgefäße und Organe habe, sei neuen Therapieansätzen der Weg geebnet.

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loc/news.de

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