28.04.2020, 11.02 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Mediziner warnt! Virenwolke in Räumen erhöht Ansteckungsgefahr

Die Ansteckungsgefahr durch Coronaviren in der Luft ist anscheinend größer als gedacht. Ein Lungenarzt warnt aktuell vor einer Virenwolke in Innenräumen. Diese schwebt stundenlang durch die Luft. An DIESEN Orten ist die Gefahr richtig groß.

Lungenarzt warnt: In Innenräumen können Coronaviren noch Stunden in der Luft bleiben. (Symbolfoto) Bild: Adobe Stock/ Tatyana Gladskih

Forscher veröffentlichen immer mehr Details über das neuartige Coronavirus. So sorgte die Nachricht, dass Sars-CoV-2-Viren noch für einige Stunden in der Außenluft bleiben für Aufsehen in der Öffentlichkeit. Lungenärzte knüpfen an diese Entdeckung an und warnen jetzt vor einem erhöhten Ansteckungsrisiko in den eigenen vier Wänden.

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Coronavirus-News aktuell: Unsichtbare Viruswolke erhöht die Ansteckungsgefahr

In der Wissenschaft häufen sich die Vermutungen, dass die winzigen Coronaviren durch Niesen, Husten oder Spuketröpfchen als Aerosole, kleine Partikel von etwa 60 bis 140 Nanometern, in der Luft verbleiben. Diese entstandene Viruswolke schwebt so als unsichtbare Gefahr durch die Luft in Innenräumen. Denn "im Freien wird so ein Wölkchen aber ganz schnell durch die Luft verdünnt und aufgelöst. Die Ansteckungsgefahr ist extrem gering", sagt Jens Geiseler, Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin am Klinikum Vest in Marl im Gespräch mit dem "Focus". In geschlossenen Räumen, wie auf einer Intensivstation sieht das Ganze aber anders aus.

In einem Positionspapier zur Beatmung von Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, beschreibt der Mediziner mit Kollegen, die Verweildauer der Coronaviren in geschlossenen Räumen." Die Viren sind also noch da, selbst wenn der Covid-19-Patient den Raum längst verlassen hat. Je nachdem, wie hoch die Virenlast ist und wie viel Zeit vergangen ist, kann sich jeder anstecken, der sich ungeschützt in diesem Raum aufhält." Die sogenannte Halbwertzeit beträgt 1,1 Stunden. Diese Zeit beschreibt knapp gesagt die Lebensdauer. Dann gibt es noch die Überlebensdauer und das Ansteckungsrisiko. Das liegt weitaus höher, bei drei Stunden.

Diese schockierenden Ergebnisse haben ein Aber. Sie stammen aus kontrollierten Laborversuchen und lassen sich nicht direkt auf die Realität übertragen. Dazu braucht es weitere Studien. Denn bislang ist nur klar, dass Sars-CoV-2-Virenpartikel durch Beatmungsgeräte ausgestoßen werden und so die Gesundheit des medizinischen Personals gefährden.

Keimschleuder Klimaanlage oder Flugzeug! Hier steigt das Infektionsrisiko

Eine große Virenverbreitungsmaschine sind aber wahrscheinlich Klimaanlagen. Das zeigte eine Untersuchung aus China. Drei Familien erkrankten nach einem Restaurantbesuch, in dem vorher ein Covid-19-Infizierter gegessen hatte. Sie hatten keinen direkten Kontakt zu dem Mann. Möglicherweise hat der durch die Klimaanlage erzeugte Luftstrom die Viren im Raum verteilt und die Gäste unwissentlich infiziert.

"Klimaanlagen, die die Luft nur umwälzen, sind ein Risikofaktor", erzählt Jens Geiseler. "Von der Sars-Epidemie wissen wir, dass auch ein Luftstrom, der mehrere Räume versorgt, infektiöse Viren verbreiten kann." Lüftungsanlagen seien unproblematisch, weil sie die verbrauchte Luft ableiten und durch frische Luft ersetzen, sagt der Mediziner.

Deswegen setzen sich Menschen in Supermärkten oder Büros einem höheren Ansteckungsrisiko aus, als Fluggäste. Das gilt nur, solange die Abstands- und Hygiene-Regeln eingehalten werden. Außerdem sollten Menschen in Situationen mit hohem Menschenaufkommen oder nicht gelüfteten Räumen eine Maske aufsetzen - jedoch nicht in den eigenen vier Wänden.

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bos/sig/news.de

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