19.04.2020, 07.20 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Impfstoff-Forschung unbrauchbar? SO gefährlich sind die Corona-Mutationen

Um sich weiterzuverbreiten, mutieren Viren ständig. Doch was bedeutet die Corona-Mutation für die Entwicklung des sehnsüchtig erwarteten Impfstoffs? Werden wir jemals zum normalen Leben zurückkehren können?

Machen Mutationen des Sars-CoV-2-Erregers jegliche Corona-Impfstoff-Forschung obsolet? Bild: Production Perig/AdobeStock

Um ihr Überleben zu sichern, entwickeln sich Viren ständig weiter. Allein das herkömmliche Grippe-Virus mutiert so oft, dass wir jedes Jahr einen neuen Impfstoff benötigen. Was bedeutet die Mutation des Coronavirus für die Impfstoff-Forschung? Kann es sein, dass das Virus zum Zeitpunkt, an dem wir endlich einen Impfstoff haben, schon wieder neue Mutationen herausgebildet hat?

Coronavirus-Forschung: Viren mutieren ständig

Wie alle Organismen wollen auch Viren stets ihr Überleben sichern. Um dies zu erreichen, mutieren sie. Influenza-Viren mutieren beispielsweise so häufig, dass Wissenschaftler jedes Jahr einen neuen Impfstoff anpassen müssen, der uns Menschen vor dem neuartigen Erreger schützt. Der Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Marburg Prof. Stephan Becker erklärte im Interview mit der "Bild"-Zeitung, dass das Vermehren die "Hauptaufgabe" der Viren sei. "Wenn Menschen immun gegen ein bestimmtes Virus oder auch geimpft sind, muss das Virus diese Schranke umgehen. Das tut es, indem es sich verändert." Daher gäbe es ständig neue Grippe-Ausprägungen.

Corona- und Grippevirus mutieren unterschiedlich

Doch wird sich nicht auch das Coronavirus längst weiterentwickelt haben, bis wir in einem Jahr endlich einen Impfstoff haben? Wie der Virologe gegenüber der "Bild"-Zeitung erklärt, unterscheidet sich das Coronavirus in mehreren Punkten vom Influenzavirus.

Coronavirus kann sich noch ungehindert verbreiten

Zum einen besteht für das Coronavirus derzeit noch kein so hoher Selektionsdruck wie für das Influenzavirus. Das liegt daran, dass sich der Covid-19-Erreger bisher nahezu ungehindert verbreiten kann. Weder eine Impfung noch eine Immunität der Menschen konnte Sars-CoV-2 aufhalten. Daher war es bisher auch noch nicht nötig, nennenswerte Mutationen auszubilden, die möglicherweise noch gefährlicher wären als die bekannten Corona-Ausprägungen.

Es gibt bereits Tausende von Coronavirus-Mutationen

Viren mutieren also ständig - allein vom Coronavirus existieren bereits an die Tausend Ausprägungen, darunter die bekannten SARS- und MERS-Erreger. Die größte Angst der Wissenschaftler besteht darin, dass das Virus so mutieren könnte, dass es entweder noch gefährlicher für den Menschen wird oder dass es sich an der Stelle verändert, an der es an den Menschen andockt. Dann würde eine Impfung nämlich unbrauchbar werden - bereits immune und geimpfte Personen könnten sich erneut anstecken.

Coronaviren mutieren langsamer als Influenzaviren

Doch der Virologe gibt Entwarnung. Gegenüber der "Bild"-Zeitung erklärt er, dass im Mutationsverhalten des Coronavirus auch unser Vorteil liegt. Da Coronaviren über ein großes Genom verfügen, brauchen sie länger, um zu mutieren. Je mehr Erbgut es hat, desto aufwendiger ist also der Mutationsprozess eines Virus.

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Sars-CoV-2-Impfstoff für Mitte 2021 erwartet

Auf die Frage, wann wir mit einem Imfpstoff rechnen könnten, antwortete Professor Becker der "Bild"-Zeitung: "Wir rechnen nach wie vor damit, Mitte nächsten Jahres die Zulassung für einen Impfstoff zu bekommen." Doch er gibt auch neue Hoffnung: "Schon während der Testphase werden natürlich viele Menschen geimpft." Das bedeutet, dass schon vor Mitte 2021 viele Menschen immun gegen den Covid-19-Erreger sein werden.

Hilft Alkohol gegen das Coronavirus? Die Antwort erfahren Sie in unserem Video.

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sig/news.de

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