10.03.2020, 08.48 Uhr

Coronavirus-Mythen im Check: Vorsicht! DIESE Tricks helfen NICHT gegen eine Corona-Infektion

Angesichts des grassierenden Coronavirus ist die Verunsicherung groß. Folgerichtig kursieren etliche Mythen zum Coronavirus - doch welche Tipps sollte man beherzigen und welche sind schlichtweg Unsinn und gefährlich?

In Zeiten der Coronavirus-Epidemie sind Desinfektionsmittel heiß begehrt. Bild: Julian Stratenschulte / picture alliance / dpa

Die Verunsicherung in der Bevölkerung ist in Zeiten der grassierenden Coronavirus-Epidemie groß. Experten raten gebetsmühlenartig dazu, sich als Schutz vor einer Coronavirus-Infektion besonders oft und gründlich die Hände zu waschen und es zu vermeiden, im öffentlichen Raum mit anderen Menschen auf Tuchfühlung zu gehen. Doch darüber hinaus kursieren unzählige weitere Tipps und Tricks, die angeblich helfen sollen, sich vor dem Coronavirus zu schützen. Bleibt nur die Frage: Welche Tipps sind fauler Zauber und welche sollte man beherzigen, um sich vor dem Coronavirus zu schützen?

Coronavirus-Mythen im Check: Schützt Knoblauch gegen eine Covid-19-Infektion?

Im Internet kursiert beispielsweise die Behauptung, dass Knoblauch vor dem Coronavirus zu schützen vermag. Zweifelsohne schützt das aromatische und antibakteriell wirkende Lauchgewächs vor allerlei Zipperlein - doch das Coronavirus gehört entgegen anderslautender Mythen nicht dazu. Dass Menschen jedoch an die Wirksamkeit von Knoblauch gegen das Coronavirus glauben, ohne dass es klinische Beweise dafür gibt, zeigt ein Fall einer Frau aus China, die wegen einer akuten Halsentzündung im Krankenhaus behandelt werden musste, nachdem sie 1,5 Kilo rohen Knoblauch gegessen hatte, um sich gegen Coronaviren zu schützen.

Gefährliche Nebenwirkungen! Warnung vor Mineralienmix gegen Coronavirus

Vorsicht ist auch bei angeblichem Coronavirus-Schutz durch wundersame Mineralien geboten. Auf YouTube tauchen beispielsweise Videos auf, die die Wirksamkeit von Mineralienmischungen gegen das Coronavirus anpreist. Allerdings handelt es sich dabei nicht nur um einen Mythos, sondern auch um eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit: Der Mix enthält nämlich unter anderem Chlordioxid, also ein Bleichmittel, was schwere Komplikationen wie Dehydrierung, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervorrufen kann.

Kolloidales Silber gegen Coronoavirus? Nebenwirkungen sind gravierend

Eine ähnlich zweifelhafte Idee, um sich vor dem Coronavirus zu schützen, ist der Konsum von kolloidalem Silber. Dabei handelt es sich um eine Flüssigkeit, die mit Silberpartikeln versetzt ist. Angeblich soll die antiseptische Lösung Coronaviren innerhalb von zwölf Stunden abtöte - eine wissenschaftliche Bestätigung dafür gibt es freilich nicht. Im schlimmsten Fall ist mit Nebenwirkungen zu rechnen, die von Nierenschäden über Krampfanfällen bis hin zu einer Blaufärbung der Haut reicht.

Hilft viel Wasser gegen eine Infektion mit dem Coronavirus?

Sucht man im Internet nach Tipps, um sich vor dem Coronavirus zu schützen, findet sich auch die Behauptung, aller 15 Minuten reichlich Wasser zu trinken, um Viren aus dem Mund zu spülen. Mediziner stehen dieser These jedoch skeptisch gegenüber: Zwar hat es unbestritten gesundheitliche Vorteile, den Körper ausreichend zu dehydrieren, doch dass Wasser das Coronavirus einfach wegspülen kann, ist ein Mythos.

Wie schützt man sich am besten vor dem Coronavirus?

Die simpelste und zugleich effektivste Strategie, sich vor dem Coronavirus zu schützen, kommt gänzlich ohne Wundermittel - und sogar ohne begehrtes Desinfektionsmittel - aus. Mindestens 20 Sekunden langes Händewaschen mit Seife und heißem Wasser und Husten in die Armbeuge ist ebenso effektiv, wie Berührungen des Gesichtes mit ungewaschenen Händen zu vermeiden. Auch der Kontakt mit erkrankten Menschen sollte unterlassen werden, da sich das Coronavirus über Tröpfchen und Schmierkontamination verbreitet.

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Ist die Corona-Gefahr für Raucher größer als für Nichtraucher?

Rauchen ist grundsätzlich ungesund - doch steigt dadurch auch die Gefahr durch das neuartige Coronavirus und die Krankheit Covid-19? Ja, sagt Prof. Michael Pfeifer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Leiter der Pneumologie am Universitätsklinikum Regensburg. Auch wenn es noch zu wenig Daten für eine abschließende Beurteilung gibt.

So sei zum Beispiel noch nicht ganz klar, ob durch das Rauchen die Infektionsgefahr steigt. Es spreche aber vieles dafür. "Raucher haben grundsätzlich ein höheres Risiko, Virusinfektionen zu erleiden", sagt der Experte.

Der Grund dafür: Durch die Belastung des Rauchens sind die Abwehrkräfte des Bronchialsystems eingeschränkt. Viren und Co. haben so leichteres Spiel. "Das wissen wir aus dem klinischen Alltag - bei dem aktuellen Coronavirus ist es aber noch nicht nachgewiesen."

Mehr Informationen gibt es dagegen zum Verlauf der Krankheit. "Da haben wir aus Wuhan relativ eindeutige Daten", so Pfeifer. "Die geben zumindest einen Hinweis darauf, dass das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs mit einer echten Lungenentzündung deutlich höher ist."

Doch lohnt es sich jetzt noch, deswegen mit dem Rauchen aufzuhören? Erstens lohnt sich das natürlich immer - Corona hin, Corona her. Aber tatsächlich, so Pfeifer, könne ein solcher Schritt jetzt noch Wirkung haben: "Es ist durchaus möglich, das Krankheitsrisiko und den Krankheitsverlauf auch jetzt noch zu beeinflussen, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Es macht immer einen Unterschied, ob man aktiver oder ehemaliger Raucher ist."

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loc/news.de/dpa

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