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14.11.2018, 21.58 Uhr

Krätze 2018 in Deutschland: Skabies in Thüringen! Alles zu Symptomen, Ansteckung und Behandlung

Es sind beunruhigende Zahlen, die Mediziner vorlegen: Die Krätze ist in Deutschland auf dem Vormarsch, aktuell wurden in Thüringen mehr als 120 Fälle gemeldet. Welche Symptome die auch als Skabies bekannte Erkrankung mit sich bringt, alles zu Ursachen und Ansteckung sowie Therapie lesen Sie hier.

Die Obdachlosen-Ärztin Jenny De la Torre zeigt ein Foto auf ihrem Laptop von einem Patienten, der von Krätze befallen ist. Bild: Daniel Naupold / picture alliance / dpa

Die Krätze ist in Deutschland wieder deutlich auf dem Vormarsch. Im Bundesland Thüringen sind bereits 120 Fälle von Skabies bekannt, nachdem in einer Kindertagesstätte in Schmalkalden die Krätze ausgebrochen ist. Entsprechende Informationen hat das Landratsamt veröffentlicht und gibt zu bedenken, dass weitere Neuansteckungen seien wahrscheinlich.

Krätze in Deutschland: Skabies verbreitet sich aktuell verstärkt

Die Zahl der verschriebenen Krätze-Medikamente nehme in allen Teilen Deutschlands zu. Allerdings gebe es regionale Unterschiede. Während die Anzahl der Rezepte in Berlin um 35 Prozent zulegt habe, habe es in Schleswig-Holstein vor einigen Monaten eine Zunahme von 127 Prozent gegeben, gefolgt von Bremen (98 Prozent) und Rheinland-Pfalz (89 Prozent), so die Krankenkasse.

Krätze 2018: Diese Personen sind besonders gefährdet für eine Ansteckung

Informationen des Robert-Koch-Instituts zufolge ist vor der Ansteckung mit Krätze niemand gefeit. Ein besonders hohes Risiko, sich Krätzmilben einzufangen und an Krätze zu erkranken, haben demnach Personen, die engen Kontakt zu Infizierten haben. Familienmitglieder sind genauso gefährdet wie enge Freunde oder Sexualpartner. Zudem sei in Gemeinschaftseinrichtungen Vorsicht geboten, denn die parasitären Krätzmilben können beispielsweise auch zwischen Pflegepersonal oder Betreuer auf Patienten und umgekehrt übertragen werden.

Mit Krätze angesteckt! Was sollen Betroffene tun?

Macht sich eine Infektion mit Krätze bemerkbar, sollten Patienten Ruhe bewahren. Gesundheitsexperten zufolge sei Krätze weder gefährlich noch hochansteckend - dennoch ist die auch als Scabies bekannte Krankheit lästig. Nach einer langen Inkubationszeit - erste Symptome zeigen sich in der Regel nach zwei bis fünf Wochen - sind Medikamente zur Linderung des Juckreizes das Mittel der Wahl. Zudem werden mit sogenannten Antiscabiosa Larven und Eier der Krätzmilbe abgetötet.

Auf diese Symptome sollten Sie achten

Bereits bei den ersten Krätze-Anzeichen wie geröteten Papeln im Intimbereich, zwischen den Fingern oder in den Achseln und vor allem nächtlichem Juckreiz solle man zügig den Arzt aufsuchen. "Eine Ansteckung mit Krätze kann jeden treffen und hat nicht automatisch etwas mit Hygiene zu tun", erklärt Utta Petzold, Hautärztin bei der Barmer. Besonders leicht könne sich die Krätzmilbe, die als Auslöser der Krätze gilt, beispielsweise in Kitas oder Schulen verbreiten - so wie im November 2018 in Thüringen.

Mit Krätze angesteckt - das können betroffene Patienten tun

Da Krätzmilben außerhalb des menschlichen Körpers einige Tage überleben könnten, rät die Expertin den Betroffenen und ihren Kontaktpersonen, Kleidung und Bettwäsche täglich zu wechseln und bei mindestens 60 Grad zu waschen. Handtücher solle man direkt nach Gebrauch erneuern. Nicht waschbare Dinge sollten 7 bis 14 Tage lang luftdicht verpackt werden.

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loc/kad/news.de/dpa

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