30.08.2017, 15.45 Uhr

Fitnessstudio-Test bei Stiftung Warentest 2017: Betreuung, Trainingsplan und Co. - So finden Sie das richtige Fitnessstudio

Dass Sport fit und gesund hält, hat sich herumgesprochen. Mehr als zehn Millionen Menschen sind Mitglieder in Fitnessstudios - Tendenz steigend. Wer sich anmelden will, hat allerdings die Qual der Wahl. Laut Stiftung Warentest überzeugen jedoch nicht alle Angebote.

Moderne Geräte oder mehrere Saunen - Fitnessstudios überbieten sich in Sachen Ausstattung gegenseitig. Doch viel wichtiger ist Experten zufolge eine gute Betreuung. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn Bild: Tobias Hase/dpa

Rund 8600 Fitnessstudios buhlen in Deutschland um Mitglieder. Sie offerieren modernste Geräte, manche einen Pool oder gleich mehrere Saunen. Trotzdem stellt die Stiftung Warentest den größten Fitnessketten in einem aktuellen Test insgesamt kein gutes Zeugnis aus ("test"-Ausgabe 9/17).

Nur Kieser Training konnte überzeugen. Der Grund:Die Tester wurden in den meisten Studios nicht gut betreut. Woran erkennen Sportanfänger also einen guten Fitnessclub?Und wie steigen sie am besten ins Training ein? Ein Überblick.

Stiftung Warentest mit aktuellem Test im September 2017: Was macht ein gutes Fitnessstudio aus?

Ganz klar: die Betreuung der Mitglieder. Vor allem Sportneulinge müssen beim Einstieg ins Training begleitet werden. Trainiert jemand längere Zeit falsch, drohen Schäden an Gelenken, warnen die Tester. Wer einen Club bei einem Probetraining testet, sollte darauf achten, ob Trainer auf der Fläche ansprechbar sind - und ob sie die Mitglieder auch korrigieren, erklärt Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Im Test der Stiftung Warentest war die Betreuung in fast allen Ketten ausbaufähig. Nicht immer waren Trainer anwesend. Kaum einer leitete die Trainierenden von sich aus an oder wies auf die fehlerhafte Ausführung einer Übung hin.

Woran erkennt man einen guten Trainer?

Am besten fragt man erstmal nach der Qualifikation: "Aus meiner Sicht sollten die Trainer eine A-Lizenz vorweisen können", sagt Froböse. Noch umfassender ausgebildet sind Trainer, die einen Bewegungsfachberuf gelernt haben: Physiotherapeuten etwa oder Sportwissenschaftler. Ein guter Trainer nimmt sich für den Eingangstest Zeit und fragt zum Beispiel auch ab, wie viel sich jemand im Alltag bewegt. "Das muss eine 360-Grad-Betrachtung meiner Person sein", betont Froböse. In dieser Hinsicht punktete im Test neben Kieser die Kette Injoy.

Wie sieht ein guter Trainingsplan im Fitnesstudio aus?

Die Ergebnisse des Eingangstests sollten sich im Plan wiederfinden. Dabei erklärt ein guter Trainer auch, welche Übung wofür gedacht ist. Ideal ist Froböse zufolge, wenn er ergänzend zu einem Training an Geräten passende Kurse empfiehlt. Zudem muss der Plan regelmäßig angepasst werden. "Gerade am Anfang erzielt der Körper schnelle Fortschritte", erklärt Dustin Tusch, Pressesprecher des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen. Es lohne sich, nach sechs bis acht Wochen nach einer Anpassung des Plans zu fragen.

Wie umfassend sollte das Angebot des Fitnessstudios sein?

Es kommt darauf an: Wer erstmal grundsätzlich fit werden möchte, ist in der Regel in einem großen Studio besser aufgehoben. "Diese haben ein breites Angebot, vom Training an Geräten bis hin zu Gruppenkursen und Beweglichkeitstraining", sagt Tusch. Möchte jemand ganz spezifisch trainieren, kommen auch Studios infrage, die sich auf eine Art des Trainings konzentrieren: zum Beispiel EMS oder Crossfit. Auch Testsieger Kieser Training bietet nur Muskeltraining an Geräten an. Der Fokus liegt dabei auf der Kräftigung des Rückens.

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