29.08.2017, 11.48 Uhr

Stiftung Warentest September 2017: Mangelhaft - Gemüsechips sind voller Schadstoffe!

Wo Gemüse auf der Verpackung prangt, ist auch Gemüse drin: Das stimmt bei Gemüsechips zwar. Gesünder als der Chipsklassiker aus Kartoffeln sind sie damit aber nicht. In einigen Produkten stecken sogar bedenkliche Stoffe, wie die Stiftung Warentest herausgefunden hat.

Aus Rote Bete und anderem Gemüse: Geschmacklich und farblich sind Gemüsechips zumindest eine Alternative. Allerdings enthalten sie genauso viel Kalorien wie Kartoffelchips. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Bild: Andrea Warnecke/dpa

Rote Bete ist drin, Karotte, Pastinake und Süßkartoffel: Das klingt gesund. Ist es aber nicht. Denn Gemüsechips sind genauso Kalorienbomben wie klassische Kartoffelchips.

Stiftung Warentest hat Gemüsechips im September 2017 getetest

Von 15 getesteten Produkten sind laut Stiftung Warentest nur 3 "gut". Im Test siegte das teuerste Produkt, die Seeberger Veggie Chips (4,15 Euro/100 Gramm). Ebenfalls gut sind die Funny Frisch Veggie Chips (3,20 Euro/100 Gramm) sowie das Bioprodukt Vegetable Chips von Trafo (3,70 Euro/100 Gramm).

Insgesamt fallen die Chips nicht nur wegen ihres hohen Zucker-, Salz- und Fettgehalts negativ auf: In drei Produkten fanden die Tester bedenkliche Mengen an Acrylamid, ein weiteres Produkt war stark mit Nitrat belastet, heißt es in der Zeitschrift "test" (Ausgabe 09/2017). Alle vier Produkte bekamen deshalb die Note "mangelhaft". In Tierversuchen wirkt Acrylamid krebserregend und erbgutschädigend.Es bildet sich, wenn kohlenhydratreiche Lebensmittel geröstet, gebacken, gebraten oder frittiert werden.

Test-Ergebnisse offenbaren hohe Nitrit- und Acrylamidwerte in Gemüsechips

In einem Produkt war die Rote Bete stark mit Nitrat belastet. Es kann im Körper zu Nitrit und dann zu Nitrosaminen reagieren, die als krebserregend gelten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hält die Aufnahme von 3,7 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht für sicher. Futtert eine 60 Kilo schwere Person nur die Rote-Bete-Chips des mit "mangelhaft" bewerteten Produkts, hat sie den Wert um fast das Doppelte überschritten. Einzig bei den Gemüsechips aus Wirsinggras waren sehr geringe oder gar keine Acrylamidwerte nachweisbar.

Gemüsechips sind keine gesunde Alternative zu Chips

Als Fazit bleibt: Kalorien sparen lassen sich mit Gemüsechips nicht. Einzig bei den Ballaststoffen haben sie gegenüber Kartoffelchips die Nase vorn. Der hohe Gehalt an Salz, Fett und Zucker lässt sich dadurch aber nicht aufwiegen. Besser ist es dagegen, Frittiertes gar nicht oder nur selten zu naschen. Eine gesunde Alternative sind entweder unverarbeitetes Gemüse oder getrocknete Gemüsechips, die schonend gedörrt worden sind. Dabei bleiben Mineralien und Vitamine erhalten im Unterschied zu frittierten Gemüsechips.

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kad/sam/news.de/dpa

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