Von news.de-Redakteurin Ina Bongartz - 23.12.2015, 08.00 Uhr

Syphilis, Tuberkulose, Ebola 2015: Lustseuche und weißer Tod! Diese Krankheiten lähmen die Welt

Als erfährt die Weltbevölkerung nicht schon genug Leid und Elend durch Terror und Krieg, brachten 2015 gefährliche Keime Millionen Menschen den Tod. Ebola, Tuberkulose oder  Syphilis - so krank ist die Welt.

Seinen Ursprung hat das Ebola-Virus im Tierreich. Bild: Michael Reynolds/dpa

2015 war auch ein Jahr, in dem gefährliche Krankheitserreger Hundertausenden Menschen den Tod brachten. Diese Krankheiten lähmten die Welt:

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Ebola - Killervirus tötet Zehntausende Menschen

Im westafrikanischen Liberia ist das Ebola-Virus nach wie vor nicht unter Kontrolle. Nachdem Liberia seit Anfang Mai 2015 als Ebola-freies Gebiet galt, versetzten nun neue Fälle von Ebola den Medizinern und Helfern einen herben Rückschlag im Kampf gegen das heimtückische Virus.

Das gefährliche Ebola-Virus, der Erreger von Ebola-Fieber, wird einerseits durch den Kontakt zu infizierten Tieren, andererseits durch den Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Tiere wie Flughunde oder Menschenaffen, die das Ebola-Virus in sich tragen, können mittels Blut oder anderer Körperflüssigkeiten das Virus auf den Menschen übertragen. Auch durch die Zubereitung oder den Verzehr von rohem Fleisch von Wildtieren kann das Ebola-Virus Menschen infizieren. Ebola-Patienten wiederum tragen das Virus durch Tröpfcheninfektion oder sonstigen direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten weiter. Ansteckend sind allerdings nur jene Ebola-Patienten, die auch Symptome des Ebola-Fiebers zeigen.

Ebola - der internationale Kampf gegen die Epidemie
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Schutz vor Ebola: Sicherheitsvorkehrungen und Impfschutz gegen die tödliche Seuche

 Ebola äußert sich durch plötzlich einsetzendes Fieber, das von einem intensiven körperlichen Schwächegefühl begleitet wird. Dazu kommen Kopf- und Muskelschmerzen, Entzündungen der Bindehäute im Auge und des Rachens sowie Übelkeit. Mitunter wurden bei Ebola-Patienten auch Hautausschläge diagnostiziert. Schreitet das Ebola-Fieber fort, stellen sich zudem Durchfall und Erbrechen sowie Funktionsstörungen von Leber und Niere und innere und äußere Blutungen ein. Wird Ebola nicht fachmännisch in frühen Krankheitsstadien behandelt, können die Organe versagen, was wiederum zum Tod führt.

Die Ebola-Epidemie in Westafrika verlief unter anderem deshalb so dramatisch, weil derzeit kein Impfstoff gegen Ebola zur Verfügung steht. Als effektiver Schutz vor einer Ansteckung mit Ebola gilt peinlich genaue Hygiene wie beispielsweise das Händewaschen mit chlorhaltigem Wasser oder Desinfektionsmitteln. Medizinische Helfer in den Krisengebieten schützen sich zudem mit Gummihandschuhen, Mundschutz und Schutzanzügen. Zudem sollte der ungeschützte Kontakt mit Ebola-Patienten oder Leichen, die mit Ebola infiziert sind, vermieden werden.

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Tuberkulose - Der weiße Tod ist heimtückisch

November 2015 Aufregung in Dresden: Zwei Mitarbeiterinnen des Sozialamtes waren an Tuberkulose erkrankt. Wie sie sich angesteckt haben, ist unklar. Ebenso ob sie weitere Menschen mit Tuberkulose infiziert haben. Es sind erschreckende Zahlen: 4.100 Menschen weltweit sterben täglich daran - 1,5 Millionen jedes Jahr. Bis 2050 könnten Prognosen zufolge 75 Millionen Menschen der Krankheit zum Opfer fallen. "Tuberkulose hat heute ungefähr den Stellenwert, den Aids in den 80er Jahren hatte. Eine Krankheit, die sich über die Luft verbreitet und an der man sterben kann", warnt Eric Gooseby, Sondergesandter der Vereinten Nationen.

Wird Tuberkulose nicht behandelt, fallen zwei Drittel der Betroffenen der Krankheit zum Opfer. Sie ist die häufigste Todesursache bei Menschen, die auch mit HIV infiziert sind, und der Weltgesundheitsorganisation zufolge nach Aids die tödlichste Infektionskrankheit. Pro Jahr kostet sie Millionen Menschen das Leben.

 

Tuberkulose: So rasend schnell steckt man sich an

 

Besonders heimtückisch ist Tuberkulose, weil man sich bereits infizieren kann, wenn man in der Schlange an der Supermarktkasse steht oder im Kino sitzt. Denn die Bakterien übertragen sich über Speichelpartikel in der Luft. Zudem wird die Krankheit oft erst spät erkannt. Nur wessen Immunsystem stark genug ist, kann die Bakterien abwehren.

Bei offener TBC handelt es sich um eine hochansteckende Lungenkrankheit. Die chronisch verlaufende Infektionserkrankung war vormals auch als "Schwindsucht" oder "Weißer Tod" bekannt. Zwar sei Tuberkulose mit Medikamenten gut behandelbar, gerade in den vergangenen Jahren sollen jedoch vermehrt Fälle mit multiresistenten Erregern aufgetreten sein. Laut "apotheken-umschau.de" ist Tuberkulose vor allem im südlichen Afrika, Osteuropa und Zentralasien verbreitet.

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Lustseuche Syphilis - ungeschützter Sex mit schlimmen Folgen/ Kondome helfen!

Sie gilt als "Chamäleon" unter den sexuell übertragbaren Krankheiten: Weil die Symptome der Syphilis oft weder sichtbar noch schmerzhaft sind, bleibt die Bakterieninfektion zunächst häufig unentdeckt. Umso deutlicher wird die Situation beim Blick auf die Zahl gemeldeter Syphilis-Fälle: 2014 stieg sie auf einen neuen Höchstwert von 5722 Neudiagnosen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin kürzlich mitteilte. Demnach gibt es seit 2010 einen kontinuierlichen Anstieg - und auch im ersten Halbjahr 2015 hielt der Trend an.

Vorrangig ist die Krankheit in der Schwulenszene präsent. Bei Frauen und heterosexueller Übertragung blieben die Zahlen unauffällig. 84 Prozent der Fälle gehen nach den RKI-Daten vermutlich auf einen sexuellen Kontakt zwischen Männern zurück. Hinzu kommt der Faktor Großstadt: Berlin mit seinen zahlreichen Clubs, Saunen und Pornokinos liegt bei den Fallzahlen bundesweit klar vorn. Die Rate der Neuerkrankungen lag dort 2014 bei 31 Fällen je 100.000 Einwohner. In der Hauptstadt erkranken damit ins Verhältnis zur Einwohnerzahl gesetzt mehr als viermal so viele Menschen wie im bundesweiten Mittel (7,1/100.000). Hamburg steht mit 19,7 Meldungen je 100.000 Einwohner an zweiter Stelle.

Party-Wochenenden unter Einfluss stimulierender Drogen wie Crystal seien eine Ursache, sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für sexuell übertragbare Krankheiten (DSTIG), Prof. Norbert Brockmeyer. Mit den Drogen sinke das Risikobewusstsein der Nutzer, die zudem über traditionelle Drogenberatungsstellen schwer erreicht würden. Die Fallzahlen bei Geschlechtskrankheiten nehmen demnach generell zu - die Daten zur meldepflichtigen Syphilis seien der Indikator dafür.

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