Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier - 08.03.2014, 08.00 Uhr

Cyborgs mitten unter uns: Seite 3: «Jeder Mensch darf ein Cyborg sein!»

Tatsächlich ist Rex eher ein komprimiertes Ersatzteillager für Kranke als der Prototyp des künstlichen Menschen. Die medizinische ist natürlich die Funktion, mit der die Forscher werben. Doch eine Bedrohnung schwingt immer mit. Der Spitzensportler, der mit High-Tech-Prothese schneller ist als der schnellste Mensch der Welt aus Fleisch und Blut, ist nur das sanfteste Beispiel. Optimierte Cyborgs könnten den reinen Menschen überall dort ersetzen, wo der Körper noch gefragt ist, nicht zuletzt als stumpfe Tötungsmaschinen im Krieg.

Horror pur? Der Künstler Neil Harbisson findet das gar nicht. Er nennt sich selbst einen Cyborg, weil ein Apparat an seinem Hinterkopf dafür sorgt, dass er Farben wahrnehmen kann. Von Geburt an sieht er nur Schwarz-Weiß, der Apparat verwandelt Farben für ihn in Töne. Im Interview mit 3sat erzählt der Sohn eines irisch-katalanischen Paars: «Es gibt dir das Gefühl, geheime Informationen zu erhalten, die eigentlich nicht für dich bestimmt sind.»

«Jeder Mensch darf ein Cyborg sein!»

Für Harbisson ist der Cyborg eine logische Weiterentwicklung der Evolution. Nicht nur medizinische, auch künstlerische Motive wie Sinneserweiterung sollten es dem Menschen erlauben, sich Technik im eigenen Körper zunutze zu machen, findet er.

Er komponiert zum Beispiel Symphonien aus seinen klingenden Farben. Da kann es richtig verführerisch werden, ein Cyborg zu sein. Letztlich kann nur der Mensch selbst entscheiden, was er sein will.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

iwi/kls/news.de

  • Seite:
  • 1
  • 2
  • 3