18.01.2014, 08.31 Uhr

Das dritte Geschlecht: Nicht Mann. Nicht Frau. Aber was dann?

Nicht jeder Mensch wird als Mann oder Frau geboren. Rund 80.000 Deutsche leben ohne klar bestimmbares Geschlecht. Die Intersexuellen kämpfen für ihre Rechte und eine stärkere Aufklärung.

Bei der Anrede von Lucie Veith gerät man ins Stocken. «Ich bin weder Herr noch Frau, sondern irgendwas dazwischen», erklärt sie und schüttelt die Hand. «Ich bin einfach Lucie Veith. Das ist ja auch nicht so schlimm.»

Die 58-Jährige aus dem niedersächsischen Neu Wulmstorf wurde ohne klar bestimmbares Geschlecht geboren. Man dürfe sie aber mit dem weiblichen Pronomen «sie» bezeichnen. Veith ist eine von mehr als 80.000 Intersexuellen in Deutschland. Nach wie vor kämpfen die Menschen zwischen den Geschlechtern um Anerkennung in der Gesellschaft.

9 Studien über Brüste
Forschung versext
zurück Weiter

1 von 9

Auf dem 1. Niedersächsischen Fachtag zur Intersexualität in Hannover beschäftigten sich 90 Teilnehmer mit der Lebenssituation intersexueller Menschen in Deutschland. «Wir werden in eine zweigeschlechtliche Welt gesteckt, in der wir uns nicht wiederfinden», sagt Veith, die den Bundesverband Intersexuelle Menschen leitet.

Dabei existierten auf der Bandbreite zwischen Mann und Frau 4.000 wissenschaftlich anerkannte Variationen. «Intersexuelle werden bundesweit benachteiligt, das ist nicht nur in Niedersachsen so.» Den Betroffenen geht es um Aufklärung und Gleichberechtigung in Schulen, Behörden und Verwaltung.

FOTOS: CSD-Parade Rüschen, Schminke, falsche Brüste

  • Seite:
  • 1
  • 2
  • 3
Empfehlungen für den news.de-Leser