19.07.2013, 11.43 Uhr

Krebs-Atlas Deutschland: Wo das Risiko am höchsten ist

In Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und dem Saarland schlägt der Krebs besonders oft zu. In ganz Deutschland erkranken pro Jahr fast eine halbe Million Menschen. Der Krebs-Atlas zeigt, in welchen Bundesländern die tödliche Krankheit am häufigsten wütet.

Die Krebsforschung könnte bald durch die neuen Forschungsobjekte einen Aufschwung erleben. Bild: dpa

Krebs eine oft zum qualvollen Tod führende Krankheit. Experten schätzen, dass bis zur Mitte des Jahrhunderts die Zahl der Krebsneuerkrankungen auf etwa 700.000 pro Jahr steigen wird, wie der Focus berichtete.

Dabei sind die Raten und die auftretenden Krebsarten schon heute je nach Region sehr unterschiedlich. Während Berlin und Hessen niedrige Raten aufweisen, sind Mecklemburg-Vorpommern, Niedersachsen und dem Saarland Krebshochburgen. Wissenschaftler führen das auf die Behandlungsansätze der Ärzte und eine unterschiedlich ausgeprägte Vorsorge zurück. Aber auch der soziale Status und die Ernährung werden zur Erklärung herangezogen. Belege gibt es aber dafür noch nicht.

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Zur Übersicht, wo Menschen häufiger mit Krebs zu kämpfen haben, hat die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) einen Atlas veröffentlicht.

Im Westen schlägt der Brustkrebs zu

Im Westen erkranken und sterben bis 30 Prozent mehr Frauen als im Osten, berichtet der Focus. Dass der Unterschied so deutlich ausfällt, machen Experten am DDR-System fest. Die Frauen bekamen eher Babys und nahmen weniger Hormonpräparate ein. Diese Faktoren wirken bis heute nach. Ebenfalls positiv stechen Bayern und Baden-Württemberg heraus. Hier sind weitaus weniger Fälle registriert worden als in den übrigen alten Bundesländern.

Prostatakrebs - Das Problem im Norden

Männer leiden in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern am häufigsten an dem heimtückischen Karzinom. Aber auch in Sachsen häufen sich die Zahlen. Zwar werden in den Ländern mehr Früherkennungstests gemacht, aber auch die Sterblichkeitsrate ist hier höher.

Häufiger Schilddrüsenkrebs im Süden

Laut Focus gibt es ein Gefälle für Schilddrüsenkrebs. Hier scheint der Süden nach Expertenmeinung eine mangelnde Jodversorgung zu haben. Daraus könnten die unterschiedlichen Erkrankungsraten resultieren.

Ostdeutschland mit hoher Magenkrebsrate

Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen stehen mit schlechten Werten bei Magenkrebserkrankungen da. Als Ursache kommt die Behandlung eines Bakteriums im Magen infrage. Diese erfolgte im Westen eher.

FOTOS: Pharmaforschung Vernachlässigte Krankheiten

Allerdings gehen die Zahlen für Magenkrebs in ganz Deutschland zurück. Das wiederum wird auf die Einführung des Kühlschrankes zurückgeführt. Damit wurde Gepökeltes und Gesalzenes vom Ernährungsplan gestrichen.

Lungenkrebs trotz Kat und Umweltplakette

Lungenkrebs ist in Städten ein Problem. In den Städten Bremen, Berlin und Hamburg zu leben, ist eine potenzielle Gefahr für Frauen. Als Ursache wird vom Focus das Leben in luftverschmutzten Ballungszentren und das Rauchen angeführt. Damit haben Frauen extensiv vor 40 Jahren angefangen. Lungenkrebs steht auf Platz drei der häufigsten Karzinomerkrankungen. Männer sterben sogar häufiger daran als an jeder anderen Krebsart.

Umwelteinflüsse sind schwer zu belegen

Rauchen, Trinken, Umwelteinflüsse haben Einfluss auf das Krebsrisiko. Allerdings spielt auch die Genetik eine wichtige Rolle. So können in Familien gehäuft die gleichen Krebsarten auftreten. Ob es dann einen Unterschied macht, wie die ärztliche Behandlung aussieht, ist nicht abschließend erforscht.

Der Krebsatlas soll jedoch weiter verbessert werden, um bundesweit einheitliche Standards zu schaffen.

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rka/news.de

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