Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki - 24.04.2011, 10.47 Uhr

Bitterschokolade: Stück für Stück vernascht

An bitterer Schokoladen scheiden sich die Geister. Denn die Dunkle hat je nach Kakaogehalt ein mildes bis intensives Aroma. Die Redakteure von news.de haben verschiedene Marken getestet und verraten, welche besonders gut schmecken.

Die gute Nachricht: Mäßiger Schokoladenverzehr ist gut fürs Herz. Bild: dpa

Sie schmilzt zart auf der Zunge, umschmeichelt den Gaumen mit unzähligen Aromen. Dunkle Schokolade ist ein echter Dauerbrenner geworden. Noch vor ein paar Jahren konnten die Verbraucher zwischen wenigen Zartbittervarianten auswählen. Heute buhlen etliche Tafeln um die Gunst der Schokoladenfans.

Dunkle Schokolade hat einen hohen Kakaogehalt - mindestens 35 Prozent. Er besteht aus gerösteten und gemahlenen Bohnen. Bei der Verarbeitung entsteht Kakaobutter, die die Bestandteile der Bohne miteinander zur Kakaomasse verbindet. Je nach Rezeptur mischen die Hersteller noch Milch, Zucker und andere Aromen unter.

Leckere Geschmacksvielfalt

Die dunklen Tafeln heißen je nach Kakoagehalt halbbitter, bitter oder extrabitter. Im Trend sind aber auch Bezeichnungen wie edelbitter oder feinherb. Das Interessante: Nicht immer schmecken die Tafeln mit dem höchsten Kakaoanteil bitterer als Schokoladen mit niedrigerem Gehalt. Im Gegenteil: Im news.de-Test war eine Schokolade mit 85 Prozent Kakaogehalt milder und süßer als Varianten mit 70 Prozent.

FOTOS: Bitterschokolade Dunkle Schokoladen im Test

Es gibt noch mehr geschmackliche Unterschiede: Einige Schokoladen haben ein typisches Rumaroma, andere einen kaffeeartigen oder rauchigen Geschmack. Kakaotypisch ist eine fruchtige Säure und eine vollmundige Note mit Nachgeschmack, der etwas anhält. Ranzige, seifige oder künstliche Eindrücke gelten als Fehler.

Dass die Dunklen sehr unterschiedlich schmecken, liegt vor allem an der Kakaosorte und der Röstung. Die wichtigsten Sorten sind CrilloUrsprünglicher Kakao mit leicht säuerlichem Geschmack. , ForasteroKonsumkakao mit weniger Aroma als Crillo. und TrinitarioKreuzung aus den Kakaosorten Criollo und Forastero. .

Gesunde Schokolade?

Um den Gesundheitswert von Schokolade ranken sich viele Mythen. Doch nur wenige sind wissenschaftlich erwiesen. Fest steht, dass sie anregend wirkt, weil sie die Alkaloide Tee. Das steigert die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit und hilft, Stress abzubauen. Zudem kann Schokolade bei Reizhusten helfen, denn Theobromin unterdrückt die Aktivität eines Gehirnnervs, welcher den Hustenreiz hervorrufen kann.

In Kakaobohnen stecken zudem reichlich Flavanole, sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. Sie helfen, die Elastizität der Blutgefäße zu verbessern, und können so vor Herzinfarkt oder Schlaganfall schützen. Mehrere Studienergebnisse stützen diese Aussage. Wie viele herzschützende Flavonole in der Bitterschokolade stecken, kommt auf die Sorte an. Edelkakao beispielsweise enthält weniger von diesen Pflanzenstoffen als andere Sorten.

Forscher der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore haben zudem nachgewiesen, dass die Blutverklumpung durch Bitterschokolade verringert wird. Die Forschung über den gesundheitlichen Effekt von sekundären Pflanzenstoffen beziehungsweise von Kakao steht diesbezüglich noch am Anfang.

Wie der Focus berichtet, fanden italienische Wissenschaftler heraus, dass eine halbe Tafel Bitterschokolade pro Woche das Herz-Kreislauf-System schützen kann. Mehr als das sei nicht nötig und ersetze auch keinen gesunden Lebensstil.

Nachgewiesen ist auch: Die dunkle Versuchung senkt den Appetit. Wissenschaftler der Universität Kopenhagen fanden heraus, dass im Schnitt nach dem herben Genuss 15 Prozent weniger Kalorien verputzt werden. Zudem hatten die Probanden weniger Appetit auf Süßigkeiten. Das soll den Forschern zufolge helfen, besser auf eine schlanke Linie zu achten.

Dass Schokolade glücklich macht, liegt vor allem an ihrem Genuss. Zudem erhöht der Verzehr die Produktion des Glückshormons Serotonin. Um diesen Effekt aber zu erreichen, müsste man kilo-, wenn nicht tonnenweise Schokolade verdrücken.

Das news.de-Ergebnis

Getestet wurden folgende Schokoladen hinsichtlich Geruch, Geschmack, Farbe, Konsistenz und Mundgefühl: Panama Edelbitter 80 Prozent (Naturata), Mitzi Blue Sanftbitter 60 Prozent (Zotter), Edelbitterschokolade 70 Prozent Kakao (Rapunzel), Excellence Mild 85 Prozent Cacao (Lindt), Feine Bitter 70 Prozent Kakao (Alnatura), Feine Bitter Cacao 71 Prozent (Vivani), Zartherb (Milka), Excellence 70 Prozent Cacao (Lindt) und Bitterschokolade 85 Prozent Kakao (Rapunzel).

Einen eindeutigen Testsieger gab es nicht. Bestnoten erhielten Panama Edelbitter 80 Prozent (Naturata) und Mitzi Blue Sanftbitter (Zotter) - dicht gefolgt von Excellence 70 Prozent Cacao (Lindt) und Excellence Mild 85 Prozent Cacao (Lindt). Sie überzeugten zwar nicht jeden Tester, bestachen aber die meisten Probanden durch ihren intensiven schokoladigen Geschmack. Durchgefallen sind Sorten mit einer auffallenden Säurenote und solche, die im Nachgang auf der Zunge einen pelzigen und belegenden Geschmack hinterliesen. Zu süß durfte es aber auch nicht sein: Zartherb (Milka) tummelt sich deshalb eher im Mittelfeld.

Interessant: Bio-Schokolade oder konventionelle Produkte konnten die Tester im Geschmack nicht unterscheiden. So finden sich zwei Bio-Vertreter und zwei herkömmliche Sorten auf den vordersten Rängen.

In unserer Bilderstrecke erfahren Sie, wie die Schokoladen den news.de-Redakteuren geschmeckt haben.

sis/zij/news.de

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