Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki - 16.03.2011, 09.06 Uhr

Verstopfung: Hilfe, der Darm streikt

Der Darm ist ein richtiger Workaholic: Mit seiner gebündelten Power schleust er in 75 Jahren ganze 30 Tonnen Nahrung durch den Körper. Doch manchmal gerät die Verdauung ins Stocken. Was dann hilft, verrät news.de.

Eine Verstopfung kann Schmerzen im Bauch auslösen. Bild: istockphoto

Der Darm ist ein Wunderwerk der Verdauung. Er arbeitet hart und braucht unsere Unterstützung. Fehlt diese, wird er träge. Die Folge: Verstopfung.

Was ist Verstopfung?

Von einer sogenannten Darmträgheit ist die Rede, wenn die Entleerung des Darms zu selten erfolgt, erschwert oder unvollständig ist. Genauer gesagt: Wer weniger als dreimal in der Woche Stuhlgang hat und das über drei Monate hinweg, hat eine Verstopfung.

Der seltene Toilettenbesuch ist zudem oft sehr mühsam und zumeist schmerzhaft. Es werden kleine, harte Kotportionen - ähnlich den Hasenkötteln - unter großem Pressen ausgeschieden. Oft haben Betroffene den Eindruck, dass noch viel im Darm drinnen steckt. Sie fühlen sich dabei sehr unwohl, haben oft einen aufgeblähten Bauch und klagen über Kopfschmerzen, sind müde und abgeschlagen. Weitere Symptome sind Druckgefühl und Appetitlosigkeit.

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Was sind die Ursachen?

Die häufigste Form der Darmträgheit ist die chronisch habituellegewohnheitsmäßig, verhaltenseigen Verstopfung. Sie betrifft etwa jeden zehnten Menschen in den Industrieländern und ist keine Krankheit. Meist sind mehrere Ursachen auf einmal dafür verantwortlich: Es wird zu wenig getrunken, sich zu wenig bewegt und zu ballaststoffarm gegessen. Mitunter kann auch ein häufiges Unterdrücken des Stuhlganges beispielsweise in Stresssituationen oder aufgrund von Zeitnot den Darm träge machen.

Seltener sind Krankheiten der Auslöser für eine Verstopfung wie eine Unterfunktion der Schilddrüse, eine Nervenstörung beispielsweise bei Parkinson, Diabetes oder Multipler Sklerose. Auch die Einnahme von Medikamenten, eine Hormon- oder Elektrolytstörung können dahinter stecken. In einigen Fällen ist ein träger Darm Symptom eines Reizdarmsyndroms. Dabei wechseln sich Durchfälle und Verstopfung ab. Die Betroffenen klagen über Blähungen, Bauchkrämpfe und Schleimabsonderungen.

Was hilft?

Um den Darm wieder in Schwung zu bringen, reichen oft schon kleine Tricks. Eine ballaststoffreiche Kost ist das A und O. Es sollten also Vollkornprodukte wie Brot, Trockenfrüchte sowie Obst und Gemüse auf den Tisch kommen. Wichtig: Trinken Sie dazu ein Glas Wasser, damit die Ballaststoffe aufquellen. Dadurch erhöhen Sie den Druck auf die Darmwand. Der so entstandene Dehnungsreiz setzt den Darm in Bewegung, der Nahrungsbrei wird weiter transportiert.

Für einen regelmäßigen Stuhlgang ist es generell wichtig, jeden Tag reichlich zu trinken, mindestens eineinhalb bis zwei Liter. Morgens ein lauwarmes Glas Wasser auf nüchternen Magen regt zusätzlich den Darm an. Wichtig ist auch, auf stopfende Lebensmittel wie Bananen und Schokolade zu verzichten.

Lein- und Flohsamen können den Darm ebenfalls motivieren, sie machen den Stuhl geschmeidiger. Dazu einen Esslöffel Samen in einem Glas Wasser vorquellen lassen. Bärlauchsaft aus dem Reformhaus und frische Brombeeren sorgen ebenso für mehr Darmbewegung, indem sie den Stoffwechsel anregen.

Abführend wirken zu Tee verarbeiteter Rhabarber und Sennesblätter, beispielsweise als Kräutergranulat. Sie fördern die Wasseraufnahme im Darm und machen den Stuhl geschmeidiger.

Äußerlich können Bauchmassagen helfen, einen trägen Darm zum Arbeiten zu animieren. Dazu sollten Sie etwa zehn Minuten den Bauch entlang des Dickdarmverlaufes leicht massieren. Wer sich regelmäßig bewegt, erzielt den gleichen Effekt. Tipp: Laufen, Schwimmen, Gymnastik oder Tanzen - mindestens 30 Minuten am Tag.

Wenn das alles nicht hilft, können abführende Medikamente wie Macrogol oder Abführmittel mit Bisacodyl und Natriumpicosulfat helfen. Vorsicht: Abführmittel, die über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, wirken kontraproduktiv. Sie können die Darmträgheit fördern, da sie bei zu hoher Dosis dem Körper Wasser und Mineralsalze entziehen. Die Medikamente dürfen daher nur kurz eingenommen werden, maximal zwei Wochen. Von Glaubersalz und Bittersalz sowie Rizinusöl ist abzuraten.

Sollten die Maßnahmen nicht helfen oder die Verstopfung mit Schmerzen verbunden sein, muss ein Arzt aufgesucht werden. Ebenso bei Auffälligkeiten wie Blut und Schleim im Stuhl.

zij/sca/reu/news.de

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