Von news.de-Redakteur Andreas Schloder - 08.12.2010, 11.28 Uhr

Gegen Pickel: Heiter ohne Eiter

Für manche sind diese Punkte schlimmer als die in Flensburg: Pickel. Sie kommen gerade dann, wenn sie am wenigsten erwünscht sind und stauchen das eigene Ego zusammen. News.de erklärt, wie Sie pickelfrei werden.

Pickel sind lästig. Aber Vorsicht, beim Ausdrücken entstehen durch Keime Entzündungen, die zu Narben führen. Bild: istockphoto

Unterschied zwischen Pickel und Akne?

Auch ein Pickel ist eine Akne, wenn auch eine, die nicht vom Arzt behandelt werden muss. Pickel stehen umgangssprachlich für Papeln und Pusteln. Die einen sind rote Knötchen, die als Hügel auf der Haut spürbar werden – die anderen sind mit Eiter gefüllte Hohlräume. Bei der Akne selbst gibt es verschiedene Schweregrade: von der leichten, bei der ausschließlich Mitesser entstehen, bis hin zur Acne conglobata, der schwersten Form. Dabei können Riesenzysten entstehen. Das kann und darf nur der Arzt behandeln.

Wer ist betroffen?

In der Regel trifft es Menschen zwischen 12 und 30 Jahren, die von Akne heimgesucht werden. Man schätzt, dass 50 bis 80 Prozent dieser Altersgruppe mit Pickeln, vor allem im Gesicht, auf Brust, Rücken und Schultern zu kämpfen haben.

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Wie kommt es zu den Wucherungen?

In erster Linie trifft es Teenager. Durch die hormonelle Umstellung in der Pubertät produziert der Körper verstärkt das männliche Sexualhormon Testosteron – bei Mann und Frau. Dadurch wird die Talgproduktion der Haut angekurbelt. Außerdem vermehren sich die Hornzellen in den Haar- und Talgdrüsen. Diese verstopfen die Poren und lassen überschüssige Fettsäuren nicht mehr abfließen. Es entstehen Mitesser. Davon gibt es zwei Arten: weiße und schwarze. Letzteres ist Talg, der an der Haut oxidiert. Die weißen hingegen entzünden sich viel häufiger: Um den Fettpfropfen in der Pore abzustoßen, greift die Haut auf eine Art Bakterienpolizei zurück, die das umliegende Gewebe weich macht. Ein Eiterkopf, also ein Pickel entsteht.

Was begünstigt die Pickelbildung?

Um die eitrigen Gesichtsattacken halten sich hartnäckig Gerüchte. Beispielsweise soll Schokolade dafür sorgen, dass die Pickel nur so sprießen. Doch wer die Schuld auf den schmelzenden Glücksmacher abwälzt, liegt falsch. Zwischen Schokolade und Pickeln gibt es bisher keinen wissenschaftlich belegten Zusammenhang. Dagegen zeigen Studien, dass ein übermäßiger Verzehr von Milchprodukten eine Akne verschlimmern kann.

Vor allem Raucher haben mit den Pickeln zu kämpfen. Passiv oder aktiv eingeatmetes Nikotin zieht die feinen Blutgefäße der Haut zusammen. Diese werden nicht mehr richtig durchblutet. Umso leichter können hier Entzündungen entstehen.

Doch nicht nur Paffer haben es schwer: Jeder, der seinen Körper mit einseitigem Ess- und Trinkverhalten – also fettreichen, unausgewogenen oder zuckerhaltigen Speisen und viel Alkohol – malträtiert, belastet seine Haut, die sich im angeschlagenen Zustand mit Entzündungen wehrt. Auch Schminkwütige kann die Punkteflut heimsuchen – je nachdem, welches Make-up sie benutzen. Wer ölreiches verwendet, verstopft seine Poren. Gleiches gilt für Menschen, die sich nicht ausreichend abschminken und die Haut dabei sorgfältig reinigen.

Wie verschwinden Pickel?

Wer noch schnell vor dem Date hofft, dass eine Salbe dem Pickel den Garaus macht, wird enttäuscht. Denn die Haut heilt langsam. Langsam heißt es auch beim Übereifer, den Pickel wegzudrücken. In der Regel gilt: Finger weg, denn durch das Auspressen mit den Fingern können in die gerade entstandene Wunde Keime eindringen, die die Entzündung noch verschlimmern. Im schlimmsten Fall bilden sich Narben. Dermatologen machen aber eine Ausnahme: Hat der Pickel schon einen eitrigen, gelben Knopf, kann man vorsichtig mit einem Kosmetiktuch auf den Pfropfen drücken, bis er platzt.

Als Hausmittel hat sich Zahnpasta auf der wunden Stelle vielerorts durchgesetzt. Doch ob es bei jedem hilft? Nein. Denn Paste ist nicht gleich Paste: Es kommt auf die Inhaltsstoffe der Zahnpasta an, zeigten mehrere Studien. So mildern zinkhaltige die Beschwerden, während fluorhaltige diese begünstigen. Um die Haut schonend zu beruhigen, empfehlen sich Gesichtskompressen mit Kamille oder Heilerde, die entzündungshemmend wirken.

Wichtig ist, die Pflege nicht zu übertreiben. Dermatologen zufolge reicht es aus, morgens und abends jeweils mit einer leicht sauren Lotion, also mit einem ph-Wert von 6, das Gesicht zu reinigen.

Um langfristig pickelfrei zu bleiben, sollte Sie sich und der Haut etwas Gutes tun. Das heißt: Regelmäßig Sport treiben. Schwitzen bringt den Hautstoffwechsel in Gang und befreit die Poren – genauso wie ein Saunabad. Damit die Haut sich regenerieren kann, lohnt sich ab und zu Nickerchen. Wer sich an der frischen Luft aufhält, macht definitiv alles richtig. Der Sauerstoff sorgt dafür, dass die Haut Luft holen kann. Apropos Puste: Mit dem Rauchen ist damit also Schluss. 

ham/reu/news.de

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