Von Cornelia Dick-Pfaff - 27.10.2009, 15.16 Uhr

Studie zu Rauchern: Schon eine Zigarette strengt die Gefäße an

Auch die gelegentliche Kippe zum Bier schadet: Dass ein junger Mensch ungestraft ab und zu eine Zigarette qualmen kann, stimmt laut kanadischen Forschern nicht. Denn: Blutgefäße leiden und Treppensteigen wird anstrengender.

Es müssen keine Kettenraucher sein - auch gelegentliches Rauchen schadet. Bild: ap

Bereits der Genuss einer einzelnen Zigarette schädigt bei jungen leichten Rauchern die Gefäßfunktion - und zwar beachtlich. Die Elastizität der Blutgefäße leidet zwar noch nicht im Ruhezustand, bei körperlicher Beanspruchung jedoch ist die Gefäßsteifigkeit grundsätzlich leicht erhöht. Nach nur einer Zigarette steigt das Ausmaß dieses Effektes um rund 25 Prozent. Dieses alarmierende Ergebnis einer kleinen Studie mit jungen Freiwilligen präsentierten kanadische Forscher aktuell auf einer Tagung von Herz-Kreislauf-Spezialisten.

«Selbst leichtes Rauchen kann bei sonst gesunden jungen Menschen die Arterien schädigen und die Fähigkeit ihrer Körper beeinträchtigen, körperlichen Stress zu verkraften - etwa eine Reihe von Stufen hoch zu steigen oder zu rennen, um den Bus noch zu erwischen», erläuterte Stella Daskalopoulou vom McGill University Health Centre auf dem Canadian Cardiovascular Congress 2009 in Edmonton.

FOTOS: Berühmte Raucher Sie frönen dem gleichen Laster

Die Forscher hatten bei zehn leichten Rauchern und zehn Nichtrauchern mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren die Steifigkeit der Arterien verglichen. Sie maßen die Elastizität der Gefäße am Handgelenk, im Nacken und in der Leiste unter verschiedenen Bedingungen: zunächst in Ruhe, dann nach einer starken körperlichen Belastung und bei den Rauchern zudem nach einem Nikotinkaugummi und nach einer einzelnen Zigarette. Vor dem ersten Test in Ruhe waren die Raucher angewiesen worden, mindestens zwölf Stunden zuvor nicht zu rauchen.

Bei Nichtrauchern sank die Steifigkeit der Gefäße nach der körperlichen Anstrengung um 3,6 Prozent, während sie bei Rauchern um 2,2 Prozent anstieg. Nach einem Nikotinkaugummi stieg die Gefäßsteifigkeit um 12,6 Prozent, nach einer Zigarette sogar um 24,5 Prozent an. Bei der Eingangsmessung im Ruhezustand stellten die Forscher noch keinen Unterschied zwischen Nichtrauchern und jungen leichten Rauchern fest. Bei stärkeren Rauchern ist auch dieser Wert bereits verändert.

«Unsere Ergebnisse sind bedeutsam, weil sie nahe legen, dass es der Gesundheit der Arterien schadet, auch nur einige wenige Zigaretten am Tag zu rauchen», sagte Daskalopoulou. «Es scheint, dass die Beeinträchtigung zunächst als Antwort auf körperlichen Stress auftritt, bevor die Gefäße auch im Ruhezustand eindeutig geschädigt werden.»

iwi/kat/reu/news.de/wsa

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