Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen - 19.10.2009, 10.40 Uhr

Zehn Gründe: Warum der Garten der beste Arzt ist

Gartenarbeit ist eines der beliebtesten Hobbys. Ärzte hören das gerne: Denn Blumen pflanzen und Gemüse ziehen macht nicht nur Spaß, es ist auch gesund. Gärtnern beruhigt und hält fit – die beste Vorbeugung gegen Zivilisationskrankheiten.

Gartenarbeit tut nicht nur der Seele gut, sondern auch dem Körper. Bild: pixelio

1. Stress: «Die langsamen, immer gleichen Bewegungen des Gärtnerns wecken ein Gefühl von Friedlichkeit. In einer sonst so lauten und hektischen Zeit hilft das, Stress abzubauen und zur Ruhe zu kommen», sagt Dr. Fritz Neuhauser, Oberarzt am Geriatriezentrum am Wienerwald in Wien und einer der ersten, der die Gartentherapie in Europa einführte. Schon 20 Minuten Gartenarbeit wirkten wie ein Miniurlaub und sorgten für den Abbau von Stresshormonen. Netter Nebeneffekt: Die Konzentrationsfähigkeit steigt.

2. Diabetes: Allein eine halbe Stunde tägliches Gärtnern schützt vor Diabetes. Bewegung ist nämlich das beste Schutzmittel. Apropos Bewegung: «Wer einen Garten hat, braucht kein Fitnessstudio und keinen Urlaub», meint der Gartentherapeut.

FOTOS: Die Natur als Therapeut Gärtnern für die Seele

3. Immunsystem: Die Arbeit im Garten stabilisiert das Herz-Kreislauf-System, baut Stress ab und stärkt die Immunkräfte. Schon wenige Minuten Aufenthalt im Garten reichen, damit sich Kreislauf und Herzfrequenz normalisieren und die Muskeln entspannen, sagt Neuhauser.

4. Osteoporose: Gärtnerrn gegen den Knochenabbau funktioniert super. Die Gartenarbeit stärkt die Muskulatur und sorgt so für den gesunden Aufbau der Knochen. Erst kürzlich haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass das Hantieren mit Heckenschere, Laubrechen und anderem Gartengerät älteren Menschen hilft, mehr Kraft in den Händen zu haben. Dass die Arbeit im Garten die Motorik und Beweglichkeit fördert, sagt auch Neuhauser. Es ergeben sich aber noch andere Pluspunkte: Psyche und Selbstbewusstsein werden gestärkt, so der Mediziner. «Die Beschäftigung in und mit der Natur kann alten Menschen Halt und Orientierung geben und ihnen helfen, ihr Leben besser in den Griff zu bekommen.»

5. Blutfettwerte: Gartenarbeit fördert das herzschützende «gute» HDL-Cholesterin. Ein hoher HDL-Wert gilt als Schutz vor Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Bereits 50 Minuten im Garten sind ein Schutz für das Herz.

6. Bluthochdruck: Wer an fünf Tagen in der Woche eine halbe Stunde im Garten werkelt, sorgt dafür, dass der Blutdruck im grünen Bereich bleibt.

7. Depressionen: «Die Seele blüht im Garten auf», verspricht Neuhauser. Wer sich im Garten beschäftige, baue Depressionen und Ängste schneller ab und fühle sich friedlich und ausgeglichen. Bereits leichte Gartenarbeit stimuliert die Psyche und hilft auch bei kleinen Stimmungstiefs. Speziell die grüne Farbe der Pflanzen lässt die Glückshormone im Gehirn sprudeln. Aber: Gartenarbeit macht nur dann glücklich, wenn kein Stress damit verbunden ist.

8. Hautkrankheiten: Das Sonnenlicht hilft bei unreiner Haut, Ekzemen, Schuppenflechte und Neurodermitis.

9. Vitamin-D-Mangel: Das Tageslicht ermöglicht es dem Körper, Vitamin D zu bilden. Das ist wichtig für den Knochenaufbau.

10. Einsamkeit: Gartenarbeit nimmt einen ganz gefangen und lässt Sorgen in den Hintergrund treten. «Man kann Pflanzen und Tiere hegen und pflegen - und sehen, wie diese auf die Zuwendung reagieren», erklärt Neuhauser. Die positiven Effekte der Gartenarbeit sind dem Mediziner zufolge in der modernen Medizin anerkannt. Bei der Behandlung von Demenz, Gemütsstörungen sowie in der Neurorehabilitation setzen Einrichtungen wie das Geratiezentrum Wien seit längerem auf die Gartentherapie.

«Im Garten befinden sich die Patienten in einer natürlichen Umgebung, können selbst kreativ sein und machen etwas gemeinsam – das beeinflusst den Heilungsprozess positiv», erklärt der Arzt. Dieser Wohlfühleffekt lässt sich erklären: Genetisch gesehen, sagt Neuhauser, sei der Mensch immer noch an die weniger komplexen Schemata eines grünen Umfeldes angepasst. «Überlegen Sie sich einmal, wie die Menschen vor 100, 200 Jahren gelebt haben und wie unsere Großstädte heute aussehen. So war die Schöpfung nicht gemeint.»

news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser