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Von news.de-Redakteurin Ines Weißbach - 06.05.2009, 13.04 Uhr

Anti-Diät-Tag: «Kohlenhydrate sind die Bösen»

Dicksein ist okay und Diäten bringen nichts weiter als den Jojo-Effekt. Am Anti-Diät-Tag, der seit 17 Jahren immer am 6. Mai begangen wird, soll gegen den Schlankheitswahn protestiert werden. News.de-Redakteurin Ines Weißbach macht da nicht so richtig mit.

news.de-Redakteurin Ines Weißbach. Bild: news.de

Ich bin nicht diätgestresst, eigentlich bin ich zufrieden. Eigentlich - denn ein bisschen mehr Bikinifigur könnte für den Sommer nicht schaden. Deshalb mache ich seit zwei Wochen ein Abnehmprogramm im Fitnessstudio meines Vertrauens. Das passt sehr gut zum Anti-Diät-Tag, denn von Diät wollen mein Trainer und ich nichts wissen, da ist doch Mangelernährung schon fast vorprogrammiert. Doch was ist die Alternative?

«Wenn man abnehmen will, sollte die Ernährung umgestellt werden, und Bewegung ist wichtig. Am besten Krafttraining mit nicht soviel Gewicht und drei Mal die Woche Ausdauer wie Laufen oder Fahrrad fahren», sagt Michael Schmuck. Der 26-Jährige muss das sagen, er ist Diplomsportlehrer. Er hat mir zu Beginn erklärt, was ich noch essen darf und was nicht, und welche Übungen ich wie oft machen soll. «Viel Eiweiß, wenig Fett, Vitamine und wenige Kohlenhydrate», ist Michaels Devise, denn: «Kohlenhydrate sind die Bösen». Seitdem reiße ich mich zusammen.

Zum Frühstück darf ich zwar noch reichlich essen, beim Mittagessen ist der Nachschlag nicht mehr erlaubt, und abends gibt es bei mir ganz kohlenhydratfrei nur noch Halloumi-Käse und Salat. Zwischendurch meist Hüttenkäse, denn hungern soll ich auf keinen Fall.

Mein Personaltrainer hat mich gewogen, Bauch und Schenkel vermessen, den Fettgehalt und Body-Mass-Index meines Körpers berechnet. Da wurde mir wieder klar, warum ich die Waage zuhause geflissentlich ignoriere. Schwarz auf weiß ist Gewicht erschreckender als nur gefühlt.

Der Trainingsplan beinhaltet fünf Minuten Fahrrad fahren, eine Viertelstunde an den Geräten Gewichte stemmen und dann wieder zehn Minuten strampeln. Und das dreimal die Woche. Dabei will er mich mit Ausrufen wie «Sehr gut!» motivieren, was bei mir wiederum sehr schlecht klappt. Ich keuche und will nicht mehr auf dem Fahrrad sitzen, das mich nirgends hinbringt, bei dem ich dennoch jede Minute die Schwierigkeitsstufe beim Treten erhöhen muss.

«Fettpolster verteilen sich bei Männern und Frauen unterschiedlich. Männer sind der typische Apfeltyp, Bauch dick, schlanke Beine, schlanker Oberkörper. Bei Frauen geht es mehr in die Gesäß- und Hüftregionen, sie sind der Birnentyp», sagt Michael Schmuck, während ich mich nach dem Training fühle wie Apfel und Birne zusammen - und zwar als Mus.

Die Frage, warum es diese Ungerechtigkeit auf der Welt gibt, dass meine dünnen Freundinnen soviel Essen können, wie sie wollen, kann er mir auch nicht befriedigend beantworten. «Das liegt eben an den Genen.»

Mit dem Sport kann ich nun nie wieder aufhören, so habe ich zumindest den Trainer verstanden. «Wenn du aufhörst, wird sich die Muskelmasse zurückbilden, dadurch sinkt dein Grundumsatz, du verbrauchst weniger Energie, wenn du viel isst, muss die Energie irgendwohin und wird eben in Fett gespeichert.» Warum er nochmal gegen Diäten war, frage ich? «Die meisten Diäten sind wirklich ein Kampf mit sich selbst, das kann man nicht ein ganzes Leben lang durchhalten.» Ich kämpfe mich dafür morgen wieder ins Fitnessstudio.

reu/news.de

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