Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 21.02.2016, 14.28 Uhr

Interview zu "Zoolander No. 2": Sexorgie mit einer First Lady

Zahlreiche Komödien drehten die Hollywoodstars Ben Stiller und Owen Wilson bereits gemeinsam. In "Zoolander No. 2" haben sie sich wieder zahlreiche Promis an ihre Seite geholt - nur eine konnten sie nicht für sich gewinnen.

Im Interview offenbarte Ben Stiller (links), welchen Wunschpromi er gern in einer Sexszene gehabt hätte. Bild: dpa/ Hannah Mckay

Mehr als 15 Jahre sind vergangen, als Derek Zoolander die Modewelt aufs Korn genommen hat. Seit dem 18. Februar läuft "Zoolander No. 2" in den deutschen Kinos. News.de-Redakteurin Susett Queisert sprach mit Regisseur und Hauptdarsteller Ben Stiller sowie mit Buddy Owen Wilson über Freundschaft, Mode und das berühmt-berüchtigte "Duck-Face".

Wie sind Sie beide überhaupt so gute Freunde geworden?

Owen Wilson: Wir trafen uns, als ich für einen Film vorsprach, den Ben produzierte. Das war das einzige Vorsprechen, das ich je gemacht habe. Ben sah wohl etwas in mir, irgendein Talent oder ein Potential...

Ben Stiller: ... nein, ich sah Owens Kurzfilm "Bottle Rocket" und fand ihn echt witzig. Und ich dachte, den muss ich kennenlernen. Jedenfalls kam Owen zum Vorsprechen und es war nicht besonders gut. Aber ich wusste, wie witzig er ist. Dann drehten wir zusammen und Owen fing an zu improvisieren, da drehte ich durch. Ich dachte, ich würde gerade einen ganz anderen Film drehen. Das war der Beginn unserer gemeinsamen Arbeit. Und seitdem sind wir auch Freunde.

Wie wichtig ist es für Sie, Ben, ein Regisseur zu sein?

Stiller: Ich wollte schon als Kind Regie führen. Vor allem Super 8-Filme. Ich habe bereits beim ersten "Zoolander"-Film Regie geführt und es war einfach nur logisch, auch beim zweiten als Regisseur an Bord zu sein.

Owen, was ist Ihnen, wäre Regie führen auch eine Option für Sie?

Wilson: Als Regisseur muss man ganz schön zeitig aufstehen. Man hat ganz schön viel Verantwortung und hat auch nach dem Dreh noch eine Menge zu tun. Es wäre sehr herausfordernd, also wer weiß, alles ist möglich (lacht).

War es schwer für Sie, wieder in Form zu kommen für den Film?

Wilson: Man will natürlich gut aussehen, erst recht, wenn man dann noch eine Rolle wie Hansel spielt, der wirklich sehr gut aussieht. Wir filmten in Rom, wo es Pasta an jeder Ecke gibt. Immer waren Leute um einen, die aufpassten, dass man nicht zu viel isst. (lacht)

Stiller: Owen ist wirklich gut in Form und trainiert wie verrückt.

Wilson: Was aber auffällt ist, dass man in Rom kaum übergewichtige Menschen sieht. In Amerika muss es immer glutenfrei sein, und bloß keine Pasta. Und dann kommt man nach Rom und dort sieht man kaum dicke Menschen. Da wundert man sich schon, ob es wirklich mit der vielen Pasta zu tun hat, oder doch mehr mit Konservierungsstoffen und dergleichen.

Ben, Sie sind immer sehr gut gekleidet mit Anzug oder Smoking. Aber Owen, Sie sind eher der Schlabberlook-Typ. Haben Sie sich vielleicht von Ben beeinflussen oder sogar Ihren Stil ändern lassen?

Wilson: Ich denke, wir Schlabberlook-Typen sehen doch ganz gut aus. Als wir die Valentino-Show taten, fand ich diesen Pyjama-Look lächerlich, aber danach bekam ich ganz viele Pyjamas zugesandt und habe sie auch privat getragen. Manchmal denke ich, man kann sich diesem Haute Couture-Zeug nicht entziehen.

Ben Stiller und Owen Wilson verstehen sich nicht nur vor der Kamera sehr gut. Bild: dpa/ Jörg Carstensen

Zahlreiche Berühmtheiten treten in "Zoolander No. 2" als Cameos auf. Wie einfach war es, diese für Ihren Film zu überreden?

Stiller: Es ist mehr eine Art Prozess. Bei manchen Leuten ist es einfacher, bei manchen schwerer. Man versucht immer, Leute zu bekommen, die man noch nie in so einem Film gesehen hat. Es gab also immer Menschen, auf die wir es abgesehen hatten, aber die unmöglich waren, zu bekommen, aber letztlich doch mitspielten. Und es gab Menschen, die waren bereits Fan des ersten Films, oder sie kannten uns. Wir versuchten stets, genau die Richtigen für den Film auszuwählen. Und es war sehr lustig, all diese Leute zu casten. Manche Leute wollten unbedingt mitspielen, konnte es aber aufgrund des Zeitplans nicht.

Und gab es jemanden, den Sie super gern in dem Film gesehen hätten, der aber nie mitgemacht hätte?

Stiller: Zum Beispiel Laura Bush, Präsidents Bush Frau. Ich weiß, sie war ein großer Fan des ersten Films und ich dachte mir, sie wäre super in Hansels Orgienszene. Aber dann realisierten wir, dass dies nie passieren wird (lacht). Ich versuchte es und redete mit ihr, aber ich erzählte ihr nicht, welchen Part sie spielen sollte. Zum Glück sagte sie nein, ehe ich irgendetwas zu der Szene hätte sagen müssen.

Sie beide haben keine Scheu, über sich selbst zu lachen. Woher kommt diese Eigenschaft?

Wilson: Macht es den Humor nicht aus, sich selbst nicht zu ernst nehmen? Außerdem hatte ich das Glück, in einer Familie aufzuwachsen, in der es sehr lustig zuging. Sowohl mein Vater als auch meine Mutter sind sehr witzig. Daher muss ich es wohl haben.

Stiller: Es ist in der Comedy wichtig, über seinem Ego zu stehen. Ich habe viele Schauspieler gesehen, die sich weigern, bestimmte Szenen zu spielen, zum Beispiel, sich vor der Kamera zu übergeben. Da wundert man sich wirklich, dass manche sogar bestimmte Regeln befolgen, nur um ihr Image zu wahren. Vielleicht sollte ich auch Regeln darüber aufstellen, was ich alles nicht machen sollte (beide lachen).

Derek Zoolanders Markenzeichen ist das Schnute ziehen oder "Duckface". Aber auch im wahren Leben zieht jeder auf Bildern nur noch eine Schnute, sogar Daniel Craig. Was denken Sie, hat es damit auf sich?

Wilson: Wir sind alle zutiefst unglücklich (lacht).

Stiller: Es ist eben nicht leicht, James Bond oder Derek Zoolander zu sein.

Wilson: Jeder will eben gut auf einem Bild aussehen, und mit "Blue Steel" machen wir uns auf eine Art darüber lustig.

Stiller: Ja, diese Selfie-Kultur nimmt Überhand, denn jeder schaut nur noch auf sich selbst und denkt, das sieht gut aus.

Vielen Dank für das Interview. "Zoolander No. 2" läuft aktuell im Kino.

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qus/news.de

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