Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 01.10.2015, 22.43 Uhr

Alles steht Kopf: Kinotipp: Chaos der Emotionen

Wenn Kinder in die Pubertät kommen, geraten die Gefühle ins Wanken und nichts scheint mehr wie vorher. Auch die Protagonistin in Pixars neuem Animationsfilm "Alles steht Kopf" kämpft mit ihren Emotionen.

Gestatten: Wut, Ekel, Freude, Angst und Kummer. Bild: Walt Disney Pictures

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wer eigentlich hinter Ihren Stimmen im Kopf steckt? Pixar hat in seinem neuen Animationshit "Alles steht Kopf" die Antwort gefunden: Kleine bunte Emotionen mit witzigen Eigenheiten haben das Sagen. Dabei ist es gar nicht so einfach, alle Gefühle in Einklang zu bringen.

Freude und Kummer auf Abwegen

Die fünf Emotionen Freude, Kummer, Ekel, Angst und Wut kontrollieren im Kopf der elfjährigen Riley all ihr Handeln und Tun. Freude, die das Zepter in der Hand hält, setzt alles daran, Riley glücklich zu sehen, doch auch die anderen Emotionen haben wichtige Aufgaben. Sie springen ein, wenn Rileys Sicherheit gefährdet ist, sie sich vergiften könnte oder wenn es einfach mal an der Zeit ist, Dampf abzulassen. Einzig Kummer weiß nicht so recht, wohin mit sich.

Freude und Kummer haben sich außerhalb des Hauptquartiers verirrt und müssen nun wieder zurück in die Kommandozentrale finden. Bild: Walt Disney Pictures

Rileys Familie muss plötzlich umziehen, was Rileys Emotionen komplett überfordert. So passiert es, dass Freude und Kummer durch ein Missgeschick aus dem Hauptquartier mit der Kommandozentrale tief in das Gedächtnis des Mädchens verschwinden. Nun liegt es an Wut, Ekel und Angst, das Gefühlschaos in den Griff zu bekommen. Leider stehen sie hierbei vor einem großen Problem: Die fünf Kernerinnerungen, die Rileys Persönlichkeit ausmachen, sind ebenfalls tief ins Gedächtnis gelangt und müssen unbedingt wieder in das Kontrollzentrum zurückgebracht werden, da sie ansonsten für immer verloren sind.

Nun liegt es an Freude und Kummer, einen Weg zurück zu finden. Ihre abenteuerliche Reise führt sie durch unbekannte Hirnregionen wie dem Phantasieland, den Traumstudios oder dem Langzeitgedächtnis. Dabei treffen sie sogar einen alten Freund aus Rileys Kindheit wieder, der mit ihnen zusammen versucht, alles wieder ins Lot zu bringen.

Pixars neuestes Meisterwerk?

Pixar, das Animationsstudio unter der Haube von Walt Disney, hat mittlerweile 12 Oscars in der Vitrine stehen. Zahlreiche Filme, unter anderem "Toy Story", "Die Monster AG" und "Findet Nemo" stammen aus den Bleistiften und Grafiktabletts der Pixar-Animateure. Doch kann "Alles steht Kopf" mit den Meisterwerken aus früheren Tagen mithalten?

An der technischen Umsetzung gibt es nichts zu Rütteln. Pixar macht das, was es am besten kann, in Perfektion. Die Animationen sitzen, und doch wirkt der Film nicht zu real. Das liegt unter anderem daran, dass man den ganzen Film über diese grellen, bunten Farben sieht, die vor allem das rege Treiben in der Kommandozentrale widerspiegeln. Über diese Farben lässt sich auch gut erkennen, in welcher Phase sich der Film gerade befindet. In den fast schon zu traurigen Sequenzen wurde die Farben bewusst dezenter und blasser, ja fast gräulicher eingesetzt.

Wirklich gelungen ist die phantasievolle Umsetzung der Vorgänge im Gehirn. Ob Erinnerungskugeln, Persönlichkeitsinseln oder Löscharbeiter, die Erinnerungen vergessen lassen, alles ist so erklärt, dass es auch Kinder verstehen können, ohne wissenschaftliche Fakten aus dem Auge zu verlieren. Daran ist sicherlich auch Produktionsdesigner Ralph Eggleston verantwortlich, der ganze fünfeinhalb Jahre an dem Film arbeitete.

"Alles steht Kopf" ist ein sehr emotionaler Film, der den Zuschauer, in jede Gefühlslage bringen kann: traurig, freudig, amüsiert, betrübt, aufgeregt. Pixar hat alles richtig gemacht, viel Zeit investiert und mit der Optik, der Story und vor allem den Figuren einen Film geschaffen, der das Herz berührt.

Seit dem 1. Oktober 2015 läuft "Alles steht Kopf" in den deutschen Kinos - auch in 3D.

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qus/loc/news.de

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