Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 19.08.2015, 22.46 Uhr

Southpaw: Oscar-Hoffnung für Jake Gyllenhaal?

Der sympathische Schauspieler aus "Brokeback Mountain" ist nicht mehr wiederzuerkennen: Für seine Rolle als Billy Hope in "Southpaw" trainierte sich Jake Gyllenhaal die Form seines Lebens an. Ob es dieses Mal für einen Oscar reicht?

Jake Gyllenhaal spielt den erfolgreichen Boxer Billy Hope, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere alles verliert. Bild: Tobis

Noch dauert es, bis die Academy Awards verliehen werden, doch schon jetzt scheint sich ein Schauspieler in die Gunst Kritiker zu spielen: Jake Gyllenhaal.

In Antoine Fuquas Boxerdrama "Southpaw" mimt der Schauspieler, der vor allem an der Seite von Heath Ledger als homosexueller Cowboy in "Brokeback Mountain" berühmt wurde, den erfolgreichen Boxer Billy Hope, der alles in seinem Leben erreicht hat. Neben einer liebenden Frau (Rachel McAdams) und einer klugen Tochter scheint er im Boxring ungeschlagen, bis ihm ein Schicksalsschlag ereilt. Der Tod seiner Frau lässt ihn in einem tiefen Sumpf fallen, aus dem er aus eigener Kraft nicht mehr heraus kommt. Er verliert sich im Alkohol und verliert letztlich das Sorgerecht für seine Tochter.

Hilfe findet er bei dem Boxtrainer Tick (Forest Whitaker), der ihm lehrt, mit Geschick und Taktik statt bloßem Haudrauf zu boxen. Mit neuer Stärke muss sich Hope dem wohl härtesten Kampf seines Leben stellen, um seine Tochter wiederzugewinnen: den Kampf gegen sich selbst.

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Die Liebe seines Lebens wird Billy genommen. Danach fällt er in einen tiefen Sumpf, aus dem er allein nicht mehr heraus kommt. Bild: Tobis

Extremer Trainingsplan

Schon bei den ersten Einstellungen ist die enorme physische Verwandlung von Hollywood-Schönling Jake Gyllenhaal zu sehen. Mehr als 15 Pfund Muskelmasse hat er sich antrainert. Um den Boxer Billy Hope genauestens wiedergeben zu können - was in der Schauspielerei Method Acting genannt wird - unterzog sich Gyllenhaal einem anstregenden Boxtraining, welches ihm ermöglichte, nicht nur so zu tun, als würde er geschlagen werden, sondern tatsächlich ordentliche Hiebe zu kassieren.

Um dieser Anstrengung Stand zu halten hat er sich einen fast unmenschlichen Trainingsplan auferlegt. Ein kleiner Auszug dessen:

  • 13 Kilometer Laufen
  • 2.000 Sit-Ups
  • 100 Liegestütze
  • 15 Minuten Seilspringen

Dieses und noch mehr bürdete sich Gyllenhaal auf, um perfekt für die Rolle vorbereitet zu sein. Und schon allein diese Leistung dürfte eine Auszeichnung wert sein.

Unbeeindruckende Handlung

Doch leider kann eine körperliche Metamorphose über das eigentlich schwache Drehbuch nicht hinweg täuschen. Nach 125 Minuten Schweiß, Blut und Tränen hat man das Gefühl, die Story zu kennen: Der Underdog kämpft sich nach einem Schicksalsschlag zurück an die Spitze. Regisseur Antoine Fuqua - selbst Boxer - schafft es immerhin, die Kampfszenen flüssig zu gestalten und auch der Soundtrack (allen voran Rapper Eminem) lässt den Film aggressiv und rauh wirken.

Der sehr guten Leistung von Jake Gyllenhaal, der nicht nur physisch sondern auch schauspielerisch eine beeindruckende Dramatik auf die Leinwand bringt, ist es zu verdanken, dass man nach dem zweistündigen Drama mit einem Wohlgefallen aus dem Kinosaal geht. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn der Film noch einige Twists vorgewiesen hätte und letztlich nicht wie jedes x-beliebige Boxerdrama geendet hätte. Schade.

Ab dem 20. August 2015 ist "Southpaw" mit einem herausragenden Jake Gyllenhaal auf der Leinwand zu sehen.

qus/news.de

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