Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 23.07.2015, 22.28 Uhr

Michael Douglas im Interview: Für "Ant-Man" wurde er "geliftet"

Auch mit 70 ist Rente für Michael Douglas ein Fremdwort. Stattdessen steht die Schauspiellegende als Hank Pym in Marvels neuem Film "Ant-Man" vor der Kamera und zeigt, dass er mit der Jugend noch locker mithalten kann. News.de traf den Hollywoodstar zum Interview.

In Marvels neuem Blockbuster "Ant-Man" spielt Michael Douglas den Wissenschaftler Hank Pym, der die Formel zum Schrumpfen von Menschen erfunden hat. News.de-Redakteurin Susett Queisert traf Michael Douglas in London und sprach mit ihm über seine Vaterrolle, Marvel-Superhelden und seine Transformation im Film.

Wie haben Sie die Rolle des Hank Pym in "Ant-Man" bekommen?

Michael Douglas: Es passierte ganz schnell. Meine Agenten riefen mich an und sagten, sie schicken das Drehbuch rüber und ich dachte mir "Na endlich!". Es tat etwas weh, dass mich vorher niemand fragte, denn selbst Jack Nicholson war ja schon in einer Comicverfilmung. Aber ich war aufgeregt, auch wenn ich nicht wusste, was mich erwartet. Ich las zur Vorbereitung alle "Ant-Man"-Comics, um zu sehen, wer Hank Pym war und welche Hintergrundgeschichte er hatte.

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Michael Douglas in seiner Rolle des Wissenschaftlers Hank Pym. Bild: Walt Disney Pictures

Haben Sie Marvel-Comic gelesen, als sie jünger waren?

Douglas: Nein. Ich war kein Comic-Buch-Kind. Wir reden über Comics, als wären sie oberflächlich, aber die Wahrheit ist, als ich die Story von Hank Pym, der brillante Wissenschaftler und Geschäftsmann, der seine Frau verlor, gelesen hatte, hat mir der Comic gezeigt, dass diese Rolle mehr Background besaß als sonst eine Rolle die ich je spielte.

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Ist es Fakt, dass Schauspieler Ihrer Generation, wie Tommy Lee Jones oder Robert Redford, einen großen Einfluss auf ihre Rollen haben?

Douglas: Nicht wirklich, aber es half bei den Verhandlungen (lacht).

Genießen Sie die Schauspielerei heute gleichermaßen wie am Anfang Ihrer Karriere?

Douglas: Heute sogar mehr! Damals hatte ich großes Lampenfieber und habe mich nicht sehr wohl gefühlt. Es hat Jahre gebraucht, dies zu überwinden, daher genieße ich es jetzt mehr als damals.

Hank Pym sieht in Scott Lang (links, Paul Rudd) den einzigen Menschen, der "Ant-Man" verkörpern könnte. Bild: Walt Disney Pictures

Paul Rudd, der im Film "Ant-Man" verkörpert, erzählte bei Letterman, dass sein Sohn meinte, der Film sei irgendwie dumm, nachdem er das Drehbuch las. Haben Sie auch gedacht, die Story ist schon etwas lächerlich?

Douglas: Nein, ich hatte ein umgekehrtes Erlebnis mit meinem Sohn Dylan, der meinte, ich soll unbedingt beim Film mitmachen. Er meinte, mein Agent würde dies nicht verstehen. Da draußen wartet ein komplett neues und anderes Publikum auf mich, die noch gar nicht wissen, wer ich bin. Das solle ich nutzen.

In der Anfangsszene des Films sieht man sie in einer Rückblende und ihr Gesicht ist – mittels CGI - um Jahrzehnte verjüngt. Das muss eine wirklich seltsame Wirkung auf Sie gehabt haben...

Douglas: Ich hatte kleine Punkt in meinem Gesicht, die das Effektteam brauchte. Dann kam das CGI dazu und schwuppdiwupp war ich wieder jung. Das war das Verrückteste, was ich je gesehen habe!

An diesem Punkt in Ihrer Karriere, auf welche Aspekte schauen Sie, wenn Sie eine Rolle auswählen?

Douglas: Ich schaue weniger nach der Rolle als vielmehr nach dem Film. Ich bin ja auch ein Produzent. So denke ich immer an den Film und kümmere mich weniger um die Rolle. In letzter Zeit habe ich eine Menge an Independent-Filmen gemacht, die bei weitem nicht das Budget für die Werbekraft hatten wie ein großer Blockbuster und dennoch, wie "Liberace", sehr erfolgreich waren.

Sie fühlen sich im Marvel-Universum sichtlich wohl. Wenn Sie die Chance hätten, einen Tag in die Rolle eines Marvel-Superhelden zu schlüpfen, wen würden Sie wählen?

Douglas: Wow... äh... (überlegt lange). Ich weiß es nicht, ich bin eigentlich sehr stolz auf Hank Pym. Mit all den technischen Möglichkeiten, die es heute gibt, könnten sie mich vielleicht zurückgehen lassen als Hank Pym in seiner Anfangszeit und vielleicht wäre er ja Ant-Man anstelle von Scott Lang (Paul Rudd). Ein ganzes Prequel in CGI – warum nicht (lacht).

Die Fans lieben die Filme von Marvel, aber oft versteht man sie physikalisch und wissenschaftlich nicht. Geht es Ihnen da ähnlich?

Douglas: Total! Deshalb muss man schauspielern. Schon früh erkannte ich, dass die Kamera merkt, wenn man lügt. So schaute ich immer in die Kamera, als wäre sie ein Röntgengerät und versteifte mich also sehr ins Method-ActingAus dem Englischen; der Schauspieler beruft sich beim Schauspielern auf eigene Erlebnisse und Erfahrungen . Aber eines Tages dachte ich mir, halt, Schauspielern ist ja lügen. Da wusste ich, ich muss nur authentisch lügen. Das war der Punkt, an dem ich mich viel wohler fühlte als vorher.

Zur Europapremiere in London brachte Michael Douglas nicht nur Frau Catherine Zeta-Jones mit, sondern auch die Kinder Dylan und Carys. Bild: Walt Disney Pictures

Das Thema Vaterschaft und Vater sein spielt eine große Rolle im Film. Welche Art Vater sind Sie für Ihre Kinder?

Douglas: Ich hatte das Glück, meine zwei Jüngsten erst später in meinem Leben zu bekommen. Meine Karriere war erfolgreich, so konnte ich für sie da sein und hatte auch mehr Zeit als beispielsweise bei meinem ersten Sohn. Aber ich bin eher vom alten Schlag: Ich bin ihr Vater, nicht ihr Freund!

Denken Sie, dass Sie auch in einem möglichen zweiten "Ant-Man"-Film dabei sein könnten?

Douglas: Ich weiß es nicht, aber ich habe mich beim Dreh sehr wohl gefühlt. Am Ende des Films wird ja gespoilert, was möglicherweise in einem Sequel passieren könnte, aber mehr will ich nicht verraten.

Was dürfen wir nach "Ant-Man" von Ihnen erwarten?

Douglas: Ich habe in meinem Leben noch eine Menge anderer Dinge, die ich mache: ich baue ein Hotel auf den Bermudas, ich arbeite mit UNO und mit meiner Produktionsfirma habe ich auch einige Projekte. Ich gehe es daher mit dem Filmen ruhiger an. Ich versuche einfach, mehr Spaß zu haben und gehe zum Beispiel mehr golfen.

Vielen Dank für das Interview!

"Ant-Man" läuft seit dem 23. Juli 2015 in den deutschen Kinos.

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qus/loc/news.de

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