Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 07.02.2014, 17.05 Uhr

José Padhila: Seite 2: José Padhila spekuliert über in Behältern schwimmende Gehirne.

Und gehen wir einen ganzen Schritt in die Zukunft. Wenn Sie die Chance hätten, zwischen einer Existenz als menschlicher Roboter weiterzuleben, würden Sie diese annehmen, oder wären Sie lieber tot?

José Padhila: Ich weiß es gerade nicht. Der Weg, den ich im Film darstelle, ist metaphorisch. Deshalb haben wir auch die Spiegelszene, in der Alex entscheiden muss, ob er immer noch ein Mensch ist, obwohl er keinen Körper mehr hat. Zunächst entscheidet er sich dafür, kein Mensch zu sein und lieber zu sterben. Als ihn Dr. Norton (Anm. d. Red.: gespielt von Gary Oldman) an seine Familie erinnert und ihn erklärt, was seine Menschlichkeit ausmacht, welche emotionalen Beziehungen er hat, akzeptiert er sein neues Dasein. Ich habe eine Tendenz, an das zu glauben. Wenn ich in Alex Murphys Haut stecken würde, hätte ich eine Chance, mit den Menschen, die ich liebe, verbunden zu bleiben. Dann würde ich die Chance ergreifen.

Und denken Sie, es könnte in naher Zukunft wirklich passieren, dass Menschen ohne einen Körper in einem mechanischen Körper weiterleben können?

José Padhila: Es wird darüber schon in akademischen Zeitschriften geschrieben. Menschsein definiert sich durch einzelne subjektive Erfahrungen. Und wenn man diese analysiert, findet man heraus, dass diese schwer zu überprüfen sind. Was ist zum Beispiel, wenn wir nur Gehirne in einem Behälter sind? Wie können wir das überprüfen? Und wie können wir überprüfen, dass unsere Erfahrungen nicht vorgegeben sind, wie in einer Matrix? Das kann man nicht wissen, niemand kann das... Eine große Frage, aber niemand weiß die Antwort darauf.

Sie wählten Joel Kinnaman für die Rolle des Robocop Alex Murphy. Wie kamen Sie zu diesem Entschluss? Ist es aufgrund der Ähnlichkeit zu Peter Weller, dem Darsteller im 80er-Jahre «Robocop»?

José Padhila: Ich glaube nicht, dass er Peter Weller ähnlich sieht. Das ist ein großes Kompliment für einen der beiden – ich sage nicht für wen (lacht). In unserem Film hat «Robocop» ein sehr schweres Leben. Das Drama ist nicht nur ein Familiendrama, es ist auch ein Existenz-Drama. Wer bin ich? Und um das spielen zu können, als Robocop von einem Wissenschaftler gezeigt bekommt, was noch von ihm übrig ist, muss er all diese Emotionen nur mit seinem Gesicht zeigen können und muss verdammt gut sein. So habe ich eine Menge Schauspieler gecastet und Joel hat immer und immer wieder eine tolle Darbietung gezeigt. Es ging also wirklich nur um das Schauspielern.

«Robocop» läuft seit dem 6. Februar 2014 in den deutschen Kinos.

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koj/news.de

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