Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 16.01.2014, 10.49 Uhr

Benedict Cumberbatch: Selbst seine linke Augenbraue hat Facebook-Fans

Er ist der gefragteste Brite in Hollywood: Benedict Cumberbatch. News.de erzählte er, wie es ist, im Golden Globe-prämierten «12 Years A Slave» einen Sklaventreiber zu mimen und in welcher Beziehung er zu seiner linken Augenbraue steht.

In «12 Years A Slave» spielt Benedict Cumberbatch den Sklavenhalter William Ford, der in dem entführten und versklavten Solomon einen gebildeten Mann erkennt. Er gibt dem Farbigen die Möglichkeit, sein Können auf seiner Plantage zu zeigen - bis Solomon an einen anderen Sklavenhalter verkauft wird. News.de traf Benedict Cumberbatch in Berlin und sprach mit ihm über seine Rolle im Golden Globe-prämierten Film, seinen ersten Eindruck am Set und über sein Verhältnis zu seiner linken Augenbraue.

Es scheint, als wären Sie der am härtesten arbeitende Schauspieler. Es kommen so viele Filme mit Ihnen heraus...

Benedict Cumberbatch: Ja, es scheint wirklich so. Filme wie «12 Years A Slave» sind zwei Jahre harte Arbeit. Aber es ist toll, es ist phantastisch. Jeder Film ist anders und ich bin stolz auf jeden dieser Filme.

Wenn Sie zurück denken an den Dreh von «12 Years A Slave»: Welcher Moment oder welche Szene ist Ihnen in Erinnerung geblieben?

Benedict Cumberbatch: Auf jeden Fall die erste Szene mit der Hitze, dem Pferd und zu sehen, wie ein schwarzer Mann gefesselt unter einem Baum hing. Es ist eine sehr wichtige Szene für den Film. Man erkennt die Realität dieser Brutalität und in welchen Umständen sich Solomon befindet. Wir drehten in Louisiana, wo es früher wirklich Sklaverei gab und auf einer Plantage – welche meine Plantage darstellte -, auf der wirklich Sklaven arbeiten mussten.

Warum war es so wichtig für Sie, an diesem Film mitzuwirken?

Benedict Cumberbatch: Wegen der Geschichte und der Arbeit mit Steve McQueen und natürlich wegen des Casts und des Produktionsteams. Zudem bin ich ein großer Fan von Steve McQueen, er ist ein Meister. Beim Vorsprechen sah Steve Szenen mit mir, die mir niemals in den Sinn gekommen wären. Mein Vorsprechen muss ihn überzeugt haben. Und zum Glück hat er mich nicht nur als «Sherlock» gesehen. (lacht)

Sie sprechen gerade «Sherlock» an. Denken Sie nicht, dass die Illusion, dass Sie eben Sherlock Holmes sind, durch solche Filme zerstört wird?

Benedict Cumberbatch: Nein, ich bin ja nicht nur EIN Charakter.

In einem anderen Film («Im August in Osage County») spielen Sie eine komplett andere Rolle. Sie singen sogar! Wie ist ihre Beziehung zu Musik?

Benedict Cumberbatch: Ich mag Musik, ich spiele sogar Klavier, aber ich wünschte, ich könnte es besser. Und in der Schule habe ich auch viel gesungen, war sogar in Bands und Musicals.

... und für «Sherlock» lernten Sie sogar Violine!

Benedict Cumberbatch: Ja, das stimmt! (lacht)

Zurück zum Film: Was war Ihr erster Eindruck, als sie den Film in voller Länge sahen?

Benedict Cumberbatch: Es war Freitagnacht, ich lief aus dem Vorführraum und es war erschreckend. Jede Szene war beklemmend, und zu sehen, wie diese Menschen litten, wie sie bluteten und lebten... Auch heute noch gibt es Länder, in denen es ähnliche Missstände gibt, die für uns kaum nachzuvollziehen sind. Natürlich ist auch die filmische Leistung herausragend. Gratulationen an Steve. Der Film hat mich echt umgehauen.

War es sehr beklemmend, auf dieser alten Plantage in Louisiana zu filmen, wo sich so vieles ereignete?

Benedict Cumberbatch: Es war sehr, sehr hart. Aber man muss damit umgehen können, auch ich in meiner Rolle als weißer Plantagenbesitzer. Und es war ein realer Schauplatz mit den echten Bäumen, die auch damals schon standen. Und auch das Haus stand ja schon damals da. Alles war so lebendig. Es hatte etwas Geisterhaftes, dort zu filmen.

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