Von news.de-Redakteurin Juliane Ziegengeist - Uhr

Sabine Kehm bei «Günther Jauch»: Warum Sabine Kehm die «Bild»-Zeitung lobt

Schumi-Managerin attestiert der «Bild» fairen Umgang mit Schumacher

Namentlich nannte Kehm das Beispiel «Focus Online», das mit einem Live-Ticker zu Schumachers Zustand täglich vermeintlich neue Fakten liefere: «An manchen Tagen gibt es nichts zu berichten und dann wird irgendetwas ausgebraben, das leider sehr hanebüchen ist.» Davon will sich Alfred Draxler, ehemaliger stellvertrender Chefredakteur der «Bild»-Zeitung, in der Talkrunde freimachen.

Bei der «Bild» werde juristisch, moralisch, ethisch genau geprüft, ob man einen entsprechenden Bericht bringen könne oder nicht - auch im Fall von Michael Schumacher, beschwichtigte Draxler. Und so richtig widersprechen wollte ihm bei Jauch keiner. Schumi-Managerin Kehm bezeichnete die Berichterstattung der «Bild»-Zeitung sogar als «im Großen und Ganzen fair»; sie habe andere Medien als sehr viel grenzwertiger empfunden.

«Es ist noch nichts verloren»
News.de-Leser über das Schumi-Schicksal
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Paparazzo sicher: Keiner würde erstes Schumi-Bild drucken

Dass auch das Boulevardblatt den einstigen Formel-1-Arzt Gary Hartstein mit seinen wilden Spekulationen über Schumachers Genesung hofierte, kam nicht zur Sprache. Stattdessen nutzte «Bild»-Mann Draxler die Gelegenheit, um die eigene Weste möglichst weiß zu waschen, und versicherte, ein Schumi-Foto vom Krankenbett natürlich nie zu drucken. «Dafür gibt es auch gar keinen Markt», will Paparazzo Hans Paul wissen.

Er lichtet Promis auch schon mal aus dem Dunkel einer Mülltonne ab, gab sich bei Jauch jedoch als Verfechter der Menschenwürde. «Wir fotografieren niemanden, der hilflos ist», sagte er. Sabine Kehm würde das so wahrscheinlich nicht unterschreiben. Sie weiß von «sehr vielen obskuren Gestalten in diesem Krankenhaus» zu berichten, die von Beginn an Jagd auf Informationen machten und dafür sogar andere Patienten und Angehörige belästigten.

Talkrunde bei «Günther Jauch» drischt auch Klatschblätter ein

Ob sie alle zu jener Yellow Press gehören, auf die sich die Jauch'sche Talkrunde schließlich einschoss? Dass diese ihre Leser allzu oft mit Schlagzeilen locken, die als Tatsachenbehauptung daher kommen, aber meist ohne jede Grundlage sind, steht außer Frage. Dennoch sind sie sicher nur die Spitze des Geschäfts mit den Jubelgeschichten und Horrorstorys der Promis.

Weil keiner von ihnen den Weg ins ARD-Studio gefunden hatte, begnügten sich die Anwesenden damit, aus der Ferne mit dem Finger auf sie zu zeigen, statt vor der eigenen Haustür zu kehren. Ausgerechnet «Bild»-Vertreter Alfred Draxler durfte seine Schelte kundtun («Das ist kein Journalismus, das ist Schweinepresse!») und versäumte es dabei nicht, Kehm dafür zu loben, Michael Schumacher immer dabei unterstützt zu haben, Privates auch privat zu halten.

Sabine Kehm erteilt Informationssperre für die Zeit der Reha

Dass man damit längst nicht jede Schlagzeile verhindert, weil viele einfach schreiben, was sie wollen, ist offensichtlich. Dennoch will Managerin Kehm das, was sie preisgibt, perspektivisch weiter herunterfahren: «Der Plan ist, dass ab dem Moment, in dem Michael in eine Reha-Klinik gehen könnte, dass wir dann die mediale Begleitung unsererseits einstellen.»

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zij/news.de

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