Meerbusch: Lamellen an Blitzschutzseilen sollen Vögel warnen
Adobe Stock / Dmitry Nikolaev Bild: Adobe Stock / Dmitry Nikolaev
Erstellt von Sarah Knauth
15.06.2026 15.18
An einer neu gebauten Stromleitung in Meerbusch-Osterath hat der Netzbetreiber Amprion jetzt Markierungen angebracht, die Vögel vor Kollisionen schützen sollen. Die sogenannten Vogelschutzfahnen mit schwarzen und weißen Lamellen wurden mit Hilfe eines Hubschraubers am an einem Blitzschutzseil befestigt, das auch Daten übertragen kann. "Die schwarz-weißen Marker werden von Vögeln frühzeitig erkannt", erklärte eine Amprion-Sprecherin. Dadurch sinke das Kollisionsrisiko je nach Vogelart um bis zu 90 Prozent.
Die Stromleitung verläuft über drei neue Masten zwischen einem Umspannwerk und einer neuen Konverterstation, einer Anlage für die Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom. Der Konverter verbindet die neuen Gleichstromleitungen A-Nord und Ultranet, die unter anderem Windstrom aus der Nordsee nach Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg leiten sollen. In der Konverterstation wird der Gleichstrom für die Netze in NRW nutzbar gemacht. Ultranet soll noch 2026 in Betrieb gehen, A-Nord 2027.
Vögel sehen Seile nicht oder zu spät: Kollisionsgefahr
Nach Angaben von Naturschutzverbänden entsteht das Kollisionsrisiko vor allem dadurch, dass Seile von Vögeln nicht oder zu spät gesehen werden. "Das ist insbesondere bei den dünnen, meist von Mastspitze zu Mastspitze geführten Blitzschutz- oder Erdseilen der Fall", heißt es beim Dialogforum Energiewende und Naturschutz, hinter dem die baden-württembergischen Landesverbände der Naturschutzorganisationen BUND und Nabu stehen. "Selbst wenn die Vögel die dickeren Leiterseile noch erkennen, weichen sie meist nach oben aus und kollidieren dann mit dem Blitzschutzseil." Die Verbände schätzen, dass in Deutschland jährlich 1,5 bis 2,8 Millionen Vögel allein durch Kollisionen an Freileitungen zu Tode kommen.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
kns/roj/news.de