Wirtschaft

Spritpreisexplosion aktuell: Billig-Benzin bei unseren Nachbarn! Warum müssen Deutsche mehr blechen?

Die Benzinpreise in Deutschland liegen aktuell bei über zwei Euro. In vielen Nachbarländern kostet der Sprit aktuell deutlich weniger. Bild: picture alliance/dpa | Nicolas Armer

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Die Spritpreisspirale dreht sich immer weiter in die Höhe. Deutsche Autofahrer müssen an der Tanksäule immer tiefer in die Tasche greifen. Denn die Tafeln zeigen bereits Preise von über 2 Euro für Benzin an. Mit einem Abwärtstrend ist aktuell, wegen des Ukraine-Kriegs, nicht zu rechnen. Wer sich im Ausland umguckt, wird staunen: Dort liegen die Spritpreise (noch) unter der zwei Euro Marke. Wieso ist der Sprit bei unseren europäischen Nachbarn günstiger?

Spritpreise in Deutschland: Diesel schon über 2 Euro

Insbesondere bei Diesel geht es in großen Schritten nach oben: Binnen eines Tages legte der Preis um weitere 11,8 Cent zu, wie der ADAC am Donnerstag mitteilte. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Mittwochs kostete der Kraftstoff 2,268 Euro pro Liter. Erst am Montag hatte er erstmals die Grenze von zwei Euro durchbrochen. Bei Super E10 ist der Anstieg etwas geringer: Am Mittwoch kostete der Kraftstoff 2,174 Euro pro Liter, das sind 7,1 Cent mehr als einen Tag zuvor.

Am Donnerstag setzte sich der Anstieg zunächst fort, wenn auch etwas langsamer. Zum Mittag lag Diesel laut ADAC etwa sieben Cent über den Vergleichszeitpunkten des Vortags. Bei Super E10 waren es zwei Cent. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben die Spritpreise extrem zugelegt. Vor dem russischen Angriff hatte E10 noch bei 1,750 Euro je Liter gelegen, Diesel bei 1,663 Euro.

Billig-Sprit! So günstig ist Benzin in den deutschen Nachbarländern

Schaut man sich die verschiedenen Tabellen auf "globalpetrolprices.com" an, mag man fast in unsere Nachbarländer fahren, um zu tanken. Das Portal listet verschiedene Kategorien auf. Hierbei handelt es sich um die aktuellen Preise, die wöchentlich neu veröffentlicht werden. (Stand: 7. März).Anhand von drei Ländern verdeutlichen wir Ihnen die unterschiedlichen Kosten, anhand des Preises für Dieselkraftstoff:

  • In Tschechien lag der Preis für Diesel bei 1,91 US-Dollar (1,74 Euro).
  • In Österreich kostete Diesel 1,87 US-Dollar (1,70 Euro).
  • In Polen mussten Autofahrer für Diesel 1,29 US-Dollar (1,17 Euro) für Diesel bezahlen.

Wieso ist Sprit in anderen Ländern günstiger?

Dass Sprit in unseren Nachbarländern deutlich günstiger ist, hängt mit Steuersenkungen zusammen. So wurde die Mehrwertsteuer auf Benzin in Polen von 23 auf acht Prozent gesenkt. Auch in Österreich fallen weniger Steuern auf Kraftstoffe ab. Da stellt sich die Frage: Wieso Deutschland nicht die Steuerbremse zieht?

Benzinpreise explodieren aktuell: Politiker fordern Steuersenkungen

Immer mehr Politiker und Experten fordern nun steuerliche Erleichterungen. "Kurzfristig sollte die Bundesregierung eine befristete Mehrwertsteuersenkung auf Kraftstoffe und Heizöl prüfen", fordert ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand. Auch der CSU-Politiker Manfred Weber (49) will die Verbraucher entlasten, wie er bei "Bild Live" sagte: "Der Staat darf jetzt nicht an der Krise mitprofitieren. Deswegen brauchen wir eine Entlastung für die Autofahrer an der Tanksäule. Das heißt: Die Mehrwertsteuer muss runter, muss gesenkt werden, zumindest temporär." Der Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein, Thomas Losse Müller (48), schlägt in "Bild" vor, die "Einnahmen aus den Preissteigerungen" an die Autofahrer zurückzugeben. Denn durch Steuern erhält der Staat etwa 107, 25 Cent pro Liter Super E10 (2,09 Euro). Das sind 51 Prozent des gesamten Preises. 

Christian Lindner tritt auf die Spritpreisbremse

Die Bundesregierung will aktuell nicht eingreifen. Christian Lindner sagte in der "Bild"-Sendung "Die richtigen Fragen", dass der Staat "das nicht auffangen kann". Es wird einen volkswirtschaftlichen Wohlstandsverlust geben. Man kann das übersetzen, dass wir alle ärmer werden." Das heißt für alle Autofahrer, dass sie zukünftig wohl immer noch ordentlich für Benzin zahlen müssen.

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/bua/news.de/dpa