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Rückruf bei Aptamil und Nestlé: Gift in Babymilch gefunden - Lebensmittelskandal weitet sich aus

Mehrere Hersteller sind von einem großen Babymilch-Rückruf betroffen. Es wurden giftige Inhaltsstoffe entdeckt.  Bild: Adobe Stock/Dragana Gordic

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  • Weltweiter Rückruf von Babymilch - auch Aptamil ist betroffen
  • Aptamil warnt vor Vergiftung: Aufgepasst bei diesen Symptomen
  • Was kann ich tun, wenn ich die entsprechende Aptamil-Babymilch bereits gekauft habe?

Der Skandal um verunreinigte Säuglingsnahrung zieht weitere Kreise: Nach Nestlé muss nun auch der französische Lebensmittelriese Danone Babynahrung vom deutschen Markt nehmen. Mindestens drei Chargen der beliebten Marke Aptamil sind von dem Rückruf betroffen, wie aus einem Schreiben an einen Großhändler hervorgeht.

Cereulid in Babymilch: Was genau ist das eigentlich?

Auslöser ist das sogenannte Bakteriengift Cereulid, das bei einem Zulieferer aus China in einer Zutat entdeckt wurde. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bestätigte den Rückzug der betroffenen Danone-Produkte. Die zurückgerufenen Chargen wurden zwischen Mai und August 2025 produziert.

Babynahrung wird in einem Werk, das zu Danone gehört, produziert. Bild: dpa/ANP/EPA/Jerry Lampen

Diese Aptamil-Produkte sind vom bundesweiten Rückruf betroffen

Eltern sollten ihre Vorräte umgehend überprüfen. Folgende Produkte werden zurückgerufen:

  • Aptamil Pronatura Pre 1200g – Mindesthaltbarkeitsdatum: 19.11.2026, EAN: 4056631003701
  • Aptamil Pronatura 1 800g – Mindesthaltbarkeitsdatum: 10.11.2026, EAN: 9001375006391 und 4056631001226
  • Aptamil Profutura Duoadvance Pre 800g – Mindesthaltbarkeitsdatum: 20.04.2027, EAN: 4056631003435

Sämtliche betroffene Chargen stammen aus der Produktion zwischen Mai und August des vergangenen Jahres. Verbraucher:innen können die Produkte anhand der aufgedruckten EAN-Nummern und Mindesthaltbarkeitsdaten identifizieren.

Was passiert, wenn die Babynahrung bereits verzehrt wurde?

Das Toxin Cereulid stellt insbesondere für Säuglinge ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar. Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung können bereits innerhalb von 30 Minuten bis sechs Stunden nach dem Verzehr Beschwerden auftreten. "Wird Cereulid mit dem Lebensmittel aufgenommen, kann es innerhalb von 0,5 bis 6 Stunden Übelkeit und Erbrechen auslösen", erklärt die Behörde gegenüber den Medien.

In den meisten Fällen klingen die Symptome innerhalb eines Tages wieder ab. Schwerwiegende Vergiftungen durch hohe Konzentrationen des Giftstoffs sind zwar selten, können jedoch zu Organschäden führen. In der Vergangenheit endeten vereinzelte Erkrankungen sogar tödlich.

Betroffene, die ein entsprechendes Produkt mit der passenden Chargennummer bereits gekauft haben, wird dringend vom Verzehr abgeraten. Sie können die Babymilch dort zurückgeben, wo sie gekauft wurden. Der Kaufpreis wird auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet. Bei gesundheitlichen Bedenken ist dringend geraten, ärztlichen Rat einzuholen.

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