Begünstigt Schimmel: Wie Sie richtig gegen beschlagene Fensterscheiben vorgehen
Kondenswasser auf der Innenseite von Fenstern kann die Bildung von Schimmel fördern. Bild: AdobeStock/AlexGo
Erstellt von Felix Schneider
26.01.2026 14.26
- Im Winter beschlagen Fenster häufig - das kann Schimmel begünstigen
- Schuld sind oftmals schlecht gedämmte Fenster und hohe Luftfeuchtigkeit
- Wir verraten Ihnen, wie Sie im Alltag gegen die Feuchtigkeit vorgehen können
Mehr Tipps und Tricks für Ihren Haushalt finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Vor allem morgens kommt es dazu, dass sich auf den Fensterscheiben in der Wohnung Kondenswasser absetzt. Trifft warme, feuchte Luft auf kaltes Fensterglas, schlägt sich die Feuchtigkeit als Tröpfchen an der Scheibe nieder. Was an sich zunächst harmlos wirkt, kann langfristig Schimmelbildung fördern. Wie lassen sich beschlagene Scheiben also verhindern?
Wodurch erhöht sich die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen?
Die Luftfeuchtigkeit der Räumlichkeiten in der Wohnung spielt eine besondere Rolle bei beschlagenen Fenstern: "Gründe sind eine niedrige Oberflächentemperatur auf dem Fenster und/oder eine zu hohe Innenraumfeuchte", erklärt Frank Lange, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) gegenüber "ZDF Heute". Die Luftfeuchtigkeit kann beispielsweise durch Kochen, Duschen und Schwitzen ansteigen. Entsprechend sind auch bestimmte Räume mehr oder weniger betroffen - ein hohes Schimmelrisiko droht etwa in der Küche, im Bad und im Schlafzimmer.
Die zweite Stellschraube für die Luftfeuchtigkeit in den eigenen vier Wänden ist die Lüftung: Wer nur sehr selten oder immer auf kipp lüftet, sorgt dafür, dass die feuchte Luft nicht richtig entweichen kann. Sind die Scheiben alt oder schlecht gedämmt, so bildet sich dort noch schneller Kondenswasser. Daher sollte regelmäßig überprüft werden, ob die Dichtungen noch funktional sind oder erneuert werden sollten. Auch die Dämmung sollte genauer betrachtet werden.
Zudem kann auch das regelmäßige Trocknen von Wäsche in Innenräumen die Luftfeuchtigkeit drastisch erhöhen. Was viele allerdings nicht wissen: Ihre Wäsche können Sie auch im Winter effizient draußen trocknen. Durch das Phänomen der Sublimation entweicht die Feuchtigkeit aus dieser - und die Wäsche kann trocken reingeholt werden.
Unterschiede beim Kondenswasser: außen oder innen?
Wichtig zu wissen: Nur, wenn das Kondenswasser innen an der Scheibe haftet, handelt es sich um ein schlechtes Zeichen. Ist das Kondenswasser außen, ist das ein Zeichen dafür, dass kaum Wärme nach außen dringt und die Scheibe gut gedämmt ist. Bilden sich allerdings an der Innenseite Tropfen, besteht dringender Handlungsbedarf. Bleibt die Feuchtigkeit langfristig erhalten, sind Schimmelsporen nicht das einzige Problem. Die Feuchtigkeit am Fenster kann auch zu Schäden an Silikonfugen und Holzrahmen führen. Und mit zunehmender Durchlässigkeit der Fenster steigen auch die Energiekosten.
Was bei beschlagenen Fenstern hilft
Im Alltag bieten sich mehrere praktische und einfache Lösungen für Kondenswasser auf den Fensterscheiben an:
- Die Fenster regelmäßig abzuwischen sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit nicht in das Material eindringt
- Fenster nicht auf Kipp lassen - stattdessen ist regelmäßiges Stoßlüften zu empfehlen. Etwa zehn bis 15 Minuten pro Tag reichen. Im Idealfall können Sie mit gegenüberliegenden Fenstern querlüften und so für einen Luftaustausch sorgen.
- Dunstabzugshauben, Lüfter oder direktes Lüften in den jeweils besonders betroffenen Räumen können Abhilfe schaffen.
- Wohnräume sollten gleichmäßig beheizt werden. Am besten ist eine Temperatur von etwa 20 Grad - etwas kühler darf es im Schlafzimmer sein.
Ein Hygrometer kann dabei helfen, das Raumklima akkurat einzuschätzen. Optimal sind Werte zwischen 40 und 60 Prozent. In Küche und Bad dürfen diese Werte für kurze Zeit etwas höher sein - allerdings nicht auf Dauer. Punktuell können auch Reis, Salz oder Katzenstreu dabei helfen, der Luft Feuchtigkeit zu entziehen. Dennoch sollte auf korrektes Heizverhalten geachtet werden.
Im Zweifel bietet sich das Gespräch mit dem Vermieter an - dieser hat dafür Sorge zu tragen, dass die Fenster gut gedämmt sind und sich langfristig keine Feuchtigkeit ansammelt.
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