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Eiskunstlauf-WM 2026: Gold für Hase/Volodin - so liefen die Wettbewerbe in Prag

Minerva Hase und Nikita Volodin haben Gold bei der Eiskunstlauf-WM in Prag gewonnen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Petr David Josek

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  • Eiskunstlauf-WM 2026 vom 24. bis 29. März in Prag (Tschechien)
  • Zeitplan für alle Wettbewerbe im Überblick
  • Infos zu deutschen Startern, Favoriten und der TV-Übertragung
  • Ergebnisse im News-Ticker

Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo waren vorbei. Doch für die besten Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufer der Welt stand Ende März noch ein weiterer Saisonhöhepunkt an. Vom 24. bis 29.03. wurde die Eiskunstlauf-WM 2026 in der tschechischen Hauptstadt Prag ausgetragen. Wie sah das Programm aus? Wer waren die Favoriten und deutschen Hoffnungen? Und wie konnten Fans das Event im TV oder im Live-Stream verfolgen? Wir liefern hier alle Antworten.

Eiskunstlauf-WM 2026 in Prag (Tschechien) vom 24.03. bis 29.03.: Das Programm

Insgesamt vier Entscheidungen fielen bei der Eiskunstlauf-WM 2026 in Prag. Es wurden Medaillen im Einzel der Männer und Frauen sowie im Paarlauf und im Eistanz vergeben. So sah der Zeitplan laut Internationaler Eislaufunion (ISU) aus:

Datum Uhrzeit (MEZ) Wettbewerb
Dienstag, 24.03.2026 Probetag
Mittwoch, 25.03.2026 11.30 Uhr Kurzprogramm Frauen
Mittwoch, 25.03.2026 18.00 Uhr Kurzprogramm Paare
Donnerstag, 26.03.2026 11.30 Uhr Kurzprogramm Männer
Donnerstag, 26.03.2026 18.15 Uhr Kür Paare
Freitag, 27.03.2026 11.30 Uhr Rhythm Dance Eistanzen
Freitag, 27.03.2026 18.00 Uhr Kür Frauen
Samstag, 28.03.2026 12.30 Uhr Kür Männer
Samstag, 28.03.2026 18.30 Uhr Kür Eistanzen
Sonntag, 29.03.2026 14.30 Uhr Schaulaufen der Sieger*innen

Deutsche Starter und Favoriten bei der Eiskunstlauf-WM 2026 in Prag

Nachdem sie bei Olympia eine Bronzemedaille holten und bei der EM in Sheffield im Januar auf dem zweiten Platz landeten, zählte das deutsche Eiskunstlauf-Paar Minerva Fabienne Hase und Nikita Volodin vom Berliner SV 1892 auch bei der WM in Prag zu den Mitfavoriten und holte schließlich Gold. Zum Aufgebot der Deutschen Eislauf-Union zählten außerdem:

  • Männer: Genrikh Gartung (EC Oberstdorf)
  • Paare: Annika Hocke und Robert Kunkel (SC Charlottenburg)
  • Eistanzen: Jennifer Janse van Rensburg und Benjamin Steffan (EC Oberstdorf)

Als Ersatz-Eistänzer waren Charise Matthaei und Max Liebers vom Chemnitzer EC vorgesehen.

Bei den Männern wurde mit großer Spannung der Auftritt des selbsternannten "Vierfach-Gotts" Ilia Malinin erwartet. Der US-Amerikaner war bei den Olympischen Spielen der große Favorit, verspielte jedoch auf dramatische Weise eine Medaille durch eine komplett missratene Kür. Nicht in Prag antreten wollte seine Landsfrau Alysia Liu, die in Mailand Gold gewann. 

Eiskunstlauf-WM 2026 im TV und Live-Stream sehen: Diese Sender übertragen aus Prag

Die Eiskunstlauf-WM 2026 wurde im Free-TV live bei Eurosport gezeigt. Folgende Zeiten standen dafür fest:

  • Mittwoch, 25.03.2026 von 14.30 Uhr bis 16.25 Uhr sowie von 18.40 Uhr bis 22.25 Uhr (Eurosport 1)
  • Donnerstag, 26.03.2026 von 11.25 Uhr bis 16.25 Uhr sowie von 18.10 Uhr bis 21.55 Uhr (Eurosport 1)
  • Freitag, 27.03.2026 von 11.25 Uhr bis 14.55 Uhr sowie von 17.55 Uhr bis 21.55 Uhr (Eurosport 1)
  • Samstag, 28.03.2026 von 12.50 Uhr bis 16.20 Uhr sowie von 18.25 Uhr bis 21.50 Uhr (Eurosport 1)
Eurosport ist auch über die kostenpflichtigen Dienste HBO Max, DAZN sowie discovery+ empfangbar. Darüber hinaus bot das ZDF Live-Streams der Wettbewerbe auf sportstudio.de an.

Eiskunstlauf-WM 2026 im News-Ticker

An dieser Stelle hielten wir Sie über alle Ergebnisse aus Prag auf dem Laufenden.

+++ 29.03.2026: Wieder Ärger im Eistanzen: Briten fechten WM-Ergebnis an +++

Der britische Eislaufverband fechtet die Eistanz-Entscheidung bei der Weltmeisterschaft in Prag an. Nach dem vierten Platz für Lilah Fear und Lewis Gibson fordere man eine umfassende und unabhängige Überprüfung des Wertungsprozesses durch die Internationale Eislauf-Union ISU, um Fairness für alle Athletinnen und Athleten sicherzustellen, hieß es in einer Stellungnahme.

Doch was war passiert? Beim souveränen Sieg der Franzosen Laurence Fournier Beaudry und Guillaume Cizeron verpassten Fear/Gibson das Podest, weil ihnen wegen eines angeblich illegalen Elements zwei Punkte abgezogen wurden. Der Rückstand auf die drittplatzierten Emilea Zingas und Vadym Kolesnik aus den USA betrug lediglich 0,22 Zähler. Ohne die Strafe hätten Fear/Gibson, die sichtlich verwundert über ihre Bewertung waren, Bronze geholt.

Britischer Verband: Punktabzug falsch

Der schottischen Tageszeitung "The Scotsman" zufolge soll die Höhe einer Überkopf-Hebefigur während des Kürtanzes der Grund für den Punktabzug gewesen sein. Der britische Verband bezeichnete die Strafe als "fehlerhaft". "Wir sind der Ansicht, dass dieser Abzug falsch angewendet wurde und die auf dem Eis gezeigte Leistung nicht korrekt widerspiegelt", hieß es in der Erklärung.

"Wir sind voll und ganz überzeugt, dass die ISU diese Angelegenheit gründlich untersuchen wird und dass etwaige Ergebnisse zu wirksamen Maßnahmen führen werden, damit niemand - unabhängig von Nation oder Status - auf diese Weise benachteiligt wird", sagte die Präsidentin des britischen Eislaufverbands, Pam Aguss.

Schon bei Olympia gab es Ärger

Bereits bei den Olympischen Spielen in Italien vor mehr als sechs Wochen hatte es Wirbel um die Eistanz-Entscheidung gegeben. Die Weltmeister Fournier Beaudry und Cizeron hatten trotz eines Patzers beim Twizzle - einer schnellen Drehung auf einem Bein - hauchdünn vor dem US-Duo Madison Chock/Evan Bates die Goldmedaille gewonnen. Dabei gab es ausgerechnet bei der französischen Preisrichterin Jézabel Dabouis deutliche Abweichungen vom Jury-Durchschnitt.

Anschließend unterschrieben mehr als 26.000 Menschen eine an das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die ISU gerichtete Online-Petition, um Integrität und Gerechtigkeit bei den Bewertungen einzufordern. Die ISU wehrte sich und verteidigte die Punktevergabe.

+++ 28.03.2026: Gala statt Drama: "Vierfach-Gott" Malinin läuft zu WM-Gold +++

Sechs Wochen nach dem Olympia-Fiasko hat US-Superstar Ilia Malinin bei der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in Prag mit einer Weltklasse-Kür die Goldmedaille gewonnen. Der 21-Jährige sicherte sich mit einer atemberaubenden Flugshow und 329,40 Punkten seinen dritten WM-Titel in Folge.

Das Wunderkind zeigte zwar nur fünf statt der eigentlich geplanten sieben Vierfachsprünge und verzichtete auch auf den besonders anspruchsvollen vierfachen Axel. Malinin, der sich selbst als "Vierfach-Gott" bezeichnet, kam aber ohne schweren Patzer durch seine Kür und meldete sich auf der großen Bühne eindrucksvoll zurück. "Bei jedem Element habe ich das Publikum hinter mir gespürt", sagte Malinin im Siegerinterview.

Bei den Olympischen Winterspielen in Italien hatte Malinin wie nun auch bei der WM nach dem Kurzprogramm geführt. In der Kür erlebte er dann aber einen dramatischen Absturz und wurde als Megafavorit nur Achter. Er klagte anschließend über den immensen Druck.

Es sei "ziemlich schwierig" gewesen, sich von den Olympischen Spielen zu erholen, hatte Malinin nach dem Kurzprogramm am Donnerstag gesagt. "Ich habe an so viele verschiedene Dinge gedacht, die ich hätte anders machen können, um ein anderes Ergebnis zu erzielen."

Dieses Mal stellte der Ausnahmekönner mit neuer Frisur seine sonst so gewohnte Nervenstärke unter Beweis. Hinter Malinin belegte der Japaner Yuma Kagiyama dank einer starken Aufholjagd mit 306,67 Punkten Rang zwei. Der 22-Jährige verbesserte sich in der Kür um vier Plätze. Dritter wurde Kagiyamas Landsmann Shun Sato (288,54 Punkte).

Genrikh Gartung fiel bei seinem WM-Debüt nach einer fehlerhaften Kür vom 23. Rang nach dem Kurzprogramm auf den 24. Platz zurück. Für den einzigen deutschen Teilnehmer und den jüngsten Starter der gesamten Konkurrenz war aber schon der Einzug ins Finale der besten 24 Eiskunstläufer ein Erfolg. Einige Top-Athleten wie der Sensations-Olympiasieger Michail Schaidorow aus Kasachstan hatten auf den Abschluss einer langen Saison verzichtet.

+++ 26.03.2026: Paarlauf-Duo Hase/Volodin gewinnt erstmals WM-Gold +++

Minerva Hase und Nikita Volodin haben in Prag erstmals Gold bei Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften gewonnen. Fünf Wochen nach Olympia-Bronze bei den Winterspielen in Italien siegte das Duo im Paarlauf-Wettbewerb mit 228,33 Punkten und holte damit den ersten WM-Titel für Deutschland seit 2018. Vor acht Jahren triumphierten Aljona Savchenko und Bruno Massot in Mailand.

Hase/Volodin verteidigten mit einer guten, aber nicht ganz fehlerfreien Kür ihren knappen Vorsprung aus dem Kurzprogramm vor den Europameistern und Olympia-Zweiten Anastasia Metelkina/Luka Berulawa aus Georgien (218,41 Punkte). Dritte wurden die Kanadier Lia Pereira und Trennt Michaud (216,09 Punkte). Annika Hocke und Robert Kunkel verbesserten sich als zweites deutsches Duo vom zehnten auf den siebten Rang und kamen auf insgesamt 194,11 Punkte.

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/fka/news.de/dpa

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