Ski alpin bei Olympia 2026: Nächster Silber-Coup: Ski-Duo glänzt in Team-Kombination
Emma Aicher will in der alpinen Team-Kombination eine weitere Medaille holen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Marco Trovati
Erstellt von Martin Gottschling
10.02.2026 17.03
- Termine der alpinen Skirennen bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo
- Siegerinnen und Sieger bei Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom und Team-Kombination auf einen Blick
- Aktuelle Ergebnisse im News-Ticker
Deutschland träumt vom ersten Olympia-Gold in den alpinen Skiwettbewerben seit 2014. Vor zwölf Jahren stand Maria Höfl-Riesch bei den Spielen in Sotschi in der Super-Kombination zuletzt für den DSV ganz oben auf dem Podest. In diesem Winter haben die Damen gleich drei heiße Eisen im Feuer: Emma Aicher, Slalom-Spezialistin Lena Dürr sowie Speedfahrerin Kira Weidle-Winkelmann wollen nach mehreren Podestplätzen im Weltcup beim Kampf ums Edelmetall ein ernstes Wörtchen mitreden. Doch dafür müssen sie unter anderem US-Skistar Mikaela Shiffrin sowie weitere Top-Favoritinnen wie die Neuseeländerin Alice Robinson, die Italienerin Sofia Goggia oder die Österreicherin Julia Scheib besiegen. Bei den Männern ruhen die deutschen Hoffnungen vor allem auf Slalom-Ass Linus Straßer. In allen weiteren Disziplinen führt der Sieg wohl nur über den Schweizer Dominator Marco Odermatt.
Ski alpin bei den Olympischen Spielen 2026: Die Termine für Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom und Team-Kombination der Männer und Frauen
Die alpinen Skirennen bei den Olympischen Spielen 2026 werden zwischen dem 7. und 18. Februar ausgetragen. Die Damen gehen im Tofane Alpine Skiing Centre in Cortina d'Ampezzo an den Start, die Herren im Stelvio Skiing Centre in Bormio. Der Zeitplan sieht wie folgt aus:
| Datum | Uhrzeit (MEZ)* | Wettkampf | Sieger/Siegerin |
| Samstag, 07.02.2026 | 11.30 Uhr | Abfahrt Männer | Franjo von Allmen |
| Sonntag, 08.02.2026 | 11.30 Uhr | Abfahrt Frauen | Breezy Johnson |
| Montag, 09.02.2026 | 10.30 Uhr/14.00 Uhr | Team-Kombination Männer (Abfahrt und Slalom) | Franjo von Allmen und Tanguy Nef |
| Dienstag, 10.02.2026 | 10.30 Uhr/14.00 Uhr | Team-Kombination Frauen (Abfahrt und Slalom) | Ariane Rädler und Katharina Huber |
| Mittwoch, 11.02.2026 | 11.30 Uhr | Super-G Männer | |
| Donnerstag, 12.02.2026 | 11.30 Uhr | Super-G Frauen | |
| Samstag, 14.02.2026 | 10.30 Uhr/13.30 Uhr | Riesenslalom Männer (1. + 2. Lauf) | |
| Sonntag, 15.02.2026 | 10.30 Uhr/13.00 Uhr | Riesenslalom Frauen (1. + 2. Lauf) | |
| Montag, 16.02.2026 | 10.30 Uhr/13.30 Uhr | Slalom Männer (1. + 2. Lauf) | |
| Mittwoch, 18.02.2026 | 10.30 Uhr/13.30 Uhr | Slalom Frauen (1. + 2. Lauf) |
* kurzfristige Änderungen im Ablaufplan möglich
Ergebnisse der alpinen Skiwettbewerbe bei Olympia 2026 im News-Ticker
An dieser Stelle finden Sie während der Olympischen Spiele alle wichtigen Infos rund um die alpinen Skirennen der Männer und Frauen in Bormio und Cortina d'Ampezzo.
+++ 10.02.2026: Nächster Silber-Coup: Ski-Duo glänzt in Team-Kombination +++
Zweites Frauen-Rennen, zweite deutsche Ski-Medaille: Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann werden im Team-Event nur hauchdünn geschlagen. Und Aicher könnte in Italien sogar noch weiter abräumen.
Kira Weidle-Winkelmann zog Emma Aicher erst am Skistock aus dem Zielraum und fiel ihr bei der Siegerehrung dann erleichtert um den Hals. Das deutsche Duo hat bei den Olympischen Winterspielen in Italien Silber in der Team-Kombination geholt. Für Aicher ist es bereits die zweite Medaille, nachdem sie auch in der Abfahrt am Sonntag zu Silber gerast war.
Die 22-Jährige ist schon jetzt der neue Alpin-Star in Schwarz-Rot-Gold. Als erste deutsche Skirennfahrerin seit Maria Höfl-Riesch vor zwölf Jahren im russischen Sotschi nimmt sie gleich zwei Plaketten von denselben Winterspielen mit nach Hause. Mindestens. Im Super-G und im Spezialslalom könnte die Allrounderin noch weiter abräumen. Drei deutsche Medaillen bei einer Olympia-Ausgabe - das schafften bislang nur Annemarie Buchner 1952 in Oslo, Rosi Mittermaier 1976 in Innsbruck und Katja Seizinger 1998 in Nagano.
Nur 0,05 Sekunden fehlen zu Gold
"Wahnsinn, unglaublich!", sagte Abfahrerin Weidle-Winkelmann nach dem famosen Slalom ihrer jungen Kollegin. Eine "Achterbahn" sei das gewesen. Aber: "Die Emma hat 100 Prozent abgeliefert." Wieder mal.
Gerade mal 0,05 Sekunden fehlten der deutschen Paarung am Ende auf die überraschenden Siegerinnen Ariane Rädler und Katharina Huber. Bronze ging an das US-Duo Jacqueline Wiles und Paula Moltzan. Der amerikanische Superstar Mikaela Shiffrin und Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson fielen noch vom ersten auf den vierten Platz zurück. Shiffrin war in China vor vier Jahren ohne Olympia-Medaille geblieben und hatte nun ihren ersten Auftritt bei den Spielen in den Dolomiten. Im Slalom war sie eine Sekunde langsamer als die furiose Aicher.
Aicher holt im Slalom mächtig auf
Zur Halbzeit des Events hatte das deutsche Duo auf Rang sechs gelegen. Der Rückstand auf die Podestplätze betrug nach Weidle-Winkelmanns Abfahrt auf der berühmten Piste Olimpia delle Tofane eine knappe halbe Sekunde. Doch Aicher holte im Slalom auf - vor allem mit einem superschnellen Mittelteil.
Es sei wieder eine "sehr herausfordernde Abfahrt" gewesen, meinte Weidle-Winkelmann nach dem ersten Teil der Kombination - auch wegen der mitunter "diffusen" Sicht. Dennoch war sie mit der Ausgangslage für Aicher zufrieden. Diese sei "eine der besten Slalomfahrerinnen der Welt", sagte die Starnbergerin über ihre Teamkollegin. Sie vertraue ihr zu 100 Prozent - zu Recht.
Die Team-Kombination gehörte nach ihrer WM-Premiere 2025 in diesem Jahr erstmals zum Olympia-Programm. Die Zeiten aus Abfahrt und Slalom werden dabei addiert. Bisher kommt das Event bei den Athletinnen und Athleten gut an. "Genial" findet es auch Ex-Skistar Felix Neureuther, der bei den Spielen in Norditalien wie gewohnt als TV-Experte der ARD im Einsatz ist.
Wieder deutsche Festspiele in Cortina
Das deutsche Ski-Team und Cortina d'Ampezzo - es ist schon jetzt wieder eine Erfolgsgeschichte. Bereits bei der WM 2021 hatte es in den Dolomiten reichlich schwarz-rot-goldenen Jubel gegeben. Romed Baumann war im Super-G zu Silber gedüst - wie Andreas Sander und Weidle-Winkelmann in der Abfahrt.
Aicher hatte ohne jegliche Weltcup-Erfahrung damals auf Anhieb zu Bronze im Mannschaftswettbewerb beigetragen. Fünf Jahre später ist die Tochter einer Schwedin und eines Deutschen kein Talent mehr, sondern der Star im Team
+++ 10.02.2026: Deutsches Duo braucht Überraschung für Medaille +++
Deutschlands Skirennfahrerinnen haben in der olympischen Team-Kombination nur noch Außenseiterchancen auf eine Medaille. Nach Kira Weidle-Winkelmanns Abfahrt geht Emma Aicher mit knapp einer halben Sekunde Rückstand auf die Podestränge in den entscheidenden Slalom (14.00 Uhr/ZDF und Eurosport). Zu Gold und dem US-Team mit Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson sowie Superstar Mikaela Shiffrin fehlen dem Duo 0,74 Sekunden. Nur ein grober Patzer von Slalom-Ass Shiffrin dürfte den Amerikanerinnen den Triumph in Cortina d'Ampezzo vermasseln.
Das US-Team führt mit 0,06 Sekunden Vorsprung auf die Österreicherinnen Ariane Rädler und Katharina Huber. Auf Rang drei folgen nach dem ersten Event die Italienerinnen Laura Pirovano und Martina Peterlini (+0,27). Vor den beiden Deutschen rangieren auch noch Jaqueline Wiles zusammen mit der starken Slalomfahrerin Paula Moltzan (+0,45 Uhr) aus den USA sowie die Österreicherinnen Cornelia Hütter und Katharina Truppe (+0,60). Die Olympia-Dritte Sofia Goggia aus Italien schied in der Abfahrt als Mitfavoritin aus.
Bei dem Team-Event werden die Zeiten der beiden Fahrerinnen addiert - die schnellsten Duos holen sich die Medaillen. Anders als andere Nationen waren die Deutschen nur mit einer Mannschaft an den Start gegangen.
+++ 09.02.2026: Ski-Duo Jocher und Straßer verpasst Medaille deutlich +++
Simon Jocher präsentiert sich in der alpinen Team-Kombination stärker als zuletzt. Linus Straßer kann den Rückstand im Slalom aber nicht mehr aufholen. Ein Schweizer bejubelt die nächste Goldmedaille.
Die deutschen Skirennfahrer Simon Jocher und Linus Straßer haben eine Olympia-Medaille in der Team-Kombination klar verpasst. Dem Duo fehlten bei dem aus Abfahrt und Slalom bestehenden Wettkampf in Bormio 0,7 Sekunden auf die Podestplätze. Es belegte schließlich Rang zehn.
Gold ging an den Schweizer Abfahrts-Olympiasieger Franjo von Allmen und den starken Tanguy Nef. Den Silberrang teilten sich zwei zeitgleiche Duos: der Schweizer Superstar Marco Odermatt mit Slalom-Weltmeister Loic Meillard und der Österreicher Vincent Kriechmayr mit Manuel Feller. Die Italiener Giovanni Franzoni und Alex Vinatzer fielen noch von Platz eins auf sieben zurück.
Die lange Durststrecke der deutschen Skirennfahrer bei Olympia geht damit weiter: Die bis dato letzte reine Männer-Medaille holte Markus Wasmeier als Doppel-Olympiasieger 1994 in Lillehammer. Vor vier Jahren in Peking aber waren Straßer sowie Alexander Schmid und Julian Rauchfuß immerhin Teil des Parallel-Events, bei dem es für die Mixed-Auswahl Silber gab.
Jocher übergibt an Position elf liegend
Am Vormittag hatte Jocher in der Abfahrt vorgelegt und dabei - anders als noch im Einzelrennen auf der berüchtigten Stelvio-Piste - überzeugt. "Heute bin ich definitiv zufriedener als nach der Spezialabfahrt", sagte er. Die Strecke habe sich schwieriger und eisiger angefühlt als noch zwei Tage zuvor. "Ich mag, wenn es dir die Ski um die Ohren haut", erzählte der Garmischer.
Jocher war 1,33 Sekunden langsamer als der Schnellste, der Italiener Franzoni. Auf einen Podestrang fehlte gut eine Sekunde. Diesen Rückstand also hätte Straßer aufholen müssen, damit es trotzdem zu einer Medaille reicht.
Der WM-Dritte im Slalom begann entschlossen und risikofreudig, nach einem Fehler verlor er im flachen Schlussabschnitt dann aber noch viel Zeit. "Das war der leichteste Hang, den ich jemals auf dem Niveau gefahren bin", sagte Straßer. Entsprechend schwierig sei es gewesen, Zeit reinzuholen. Für eine Medaille hätten Jocher und er beide einen "wahnsinnig guten Tag" gebraucht.
Deutsches Frauen-Duo als Mitfavoritinnen
Die Team-Kombination feierte im vergangenen Jahr in Saalbach-Hinterglemm in Österreich ihre WM-Premiere. Bei den Winterspielen in Italien gehört sie nun auch erstmals zum olympischen Programm. Ein Athlet bestreitet die Abfahrt, ein anderer den Slalom. Anschließend werden beide Zeiten addiert.
Am Dienstag (10.30/14.00 Uhr/ZDF und Eurosport) sind die Frauen in Cortina d'Ampezzo an der Reihe. Dann gehören Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann zu den Mitfavoritinnen: Abfahrts-Silbermedaillengewinnerin Aicher wird aber im Slalom antreten und der Teamkollegin den Speed-Teil überlassen.
+++ 08.02.2026: Ski-Drama in Cortina: Aicher holt Silber, Vonn stürzt schwer +++
Deutscher Silber-Coup und Unfall-Drama um Lindsey Vonn: An einem dramatischen Olympia-Tag hat Skirennfahrerin Emma Aicher die erste deutsche Medaille bei diesen Winterspielen gewonnen. Die 22-Jährige wurde in Cortina d'Ampezzo nur von Weltmeisterin Breezy Johnson aus den USA um die Winzigkeit von 0,04 Sekunden geschlagen. Bronze ging an die italienische Lokalmatadorin und Mitfavoritin Sofia Goggia (+0,59 Sekunden).
Überschattet wurde das Rennen in dem malerischen Ambiente in den Dolomiten vom schweren Sturz von Vonn. Die 41-Jährige kam schon im Anfangsteil der Strecke nach einem Fehler zu Fall. Sie blieb danach vor Schmerzen schreiend liegen, ehe sie mit dem Rettungshubschrauber per Seilwinde weggeflogen wurde. Statt eines Happy Ends bei ihrem letzten Großereignis gab es für den wohl größten Star dieser Spiele wieder eine womöglich schwere Verletzung. Dabei war Vonn bereits mit einem gerissenen Kreuzband in Cortina angetreten.
+++ 07.02.2026: Erstes Gold bei Italien-Spielen: Von Allmen gewinnt Abfahrt +++
Der Schweizer Skirennfahrer Franjo von Allmen hat die Olympia-Abfahrt gewonnen und damit das erste Gold der Winterspiele in Italien geholt. Der 24 Jahre alte Weltmeister setzte sich auf der schweren Stelvio-Piste in Bormio mit 0,2 Sekunden Vorsprung auf den Italiener Giovanni Franzoni durch.
Bronze holte Dominik Paris, der Südtiroler bejubelte im Alter von 36 Jahren damit die erste Olympia-Medaille seiner Karriere. Als einziger deutscher Starter hatte Simon Jocher mit der Entscheidung nichts zu tun und kam mit 2,40 Sekunden Rückstand auf den Sieger nicht unter die besten 20.
Von Allmen hatte im vergangenen Jahr den WM-Titel in Saalbach gewonnen und krönte sich nun bei seinem ersten Olympiastart zum zweiten Schweizer Abfahrtssieger in Serie. Vor vier Jahren in Peking hatte Beat Feuz Gold geholt.
Im deutschen Team hatten die Teilnahmequoten für Ärger gesorgt. Insgesamt stehen den deutschen Alpinen nur fünf Männer-Startplätze bei den Winterspielen zu - weil die Platzierungen in diesem Winter zu schlecht waren, aber auch wegen vieler Startplätze für kleine Nationen. Kritiker meinen, das widerspreche dem Leistungsprinzip. Luis Vogt, der in Kitzbühel Achter geworden war, durfte nicht zu Olympia. Und am Ende waren bei der Abfahrt von Bormio nur 36 Rennfahrer am Start.
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