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Unkraut richtig bekämpfen: 50.000 Euro Bußgeld drohen - auf diese Unkraut-Tricks sollten Sie verzichten

Nicht alles, was im Garten wächst, ist dort auch erwünscht. Bild: AdobeStock / johnalexandr

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  • Unkraut lässt sich am besten nach Regen oder bei feuchtem Boden entfernen
  • Essig, Salz und Backpulver sind zur Unkrautbekämpfung verboten
  • Viele vermeintliche Unkräuter wie Giersch oder Brennnessel sind sogar essbar

Wer unerwünschte Pflanzen im Garten loswerden möchte, sollte möglichst auf umweltfreundliche Methoden setzen. Die schonendste Lösung ist nach wie vor das händische Entfernen. Wir haben die besten Tipps und Tricks gesammelt. Doch Obacht: Auf einige Hausmittelchen sollten Sie bei der Unkrautbekämpfung besser verzichten.

Am besten klappt das Entfernen von Unkraut nach einem Regentag oder wenn der Boden noch feucht ist. Dann lassen sich die Pflanzen deutlich leichter mitsamt der Wurzel herausziehen. Besonders hartnäckig wird es bei Wurzelunkräutern wie Giersch, Quecke oder Ackerwinde. Hier hilft eine Grabgabel meist besser als eine Hacke. Der Grund: Die Wurzeln bleiben damit eher ganz. Und genau das ist entscheidend. Denn selbst kleinste Wurzelreste können erneut austreiben. Wer solche Pflanzen wirklich in Schach halten will, braucht vor allem eines: Durchhaltevermögen. Wird das Jäten alle zwei bis drei Wochen wiederholt, lassen sich selbst robuste Wildkräuter nach und nach eindämmen.

So stoppen Sie Wildkräuter ohne Chemiekeule

Eine besonders wirksame und zugleich bodenschonende Methode ist das Mulchen. Eine rund fünf Zentimeter dicke Schicht aus Rasenschnitt, Rindenmulch oder gehäckselten Ästen nimmt vielen Wildkräutern das Licht und erschwert ihnen so das Wachstum. Wer zusätzlich mit Unkrautvliesen arbeitet, sollte möglichst auf natürliche Materialien setzen, etwa Hanffasern oder Schafwolle. Kunststoffvarianten können beim Zersetzen Mikroplastik im Boden hinterlassen und das will im Garten wirklich niemand haben. Außerdem hilft eine möglichst dichte Bepflanzung gegen unerwünschte Beikräuter.

Vorsicht, diese Hausmittel gegen Unkraut sind verboten

Was viele Hobbygärtner nicht wissen: Nicht alles, was als einfacher Hausmittel-Trick kursiert, ist auch erlaubt. Essig, Salz oder Backpulver sind zur Unkrautbekämpfung nicht zugelassen und damit verboten. Der Grund: Diese Stoffe können nicht nur benachbarte Pflanzen schädigen, sondern auch Böden und Grundwasser belasten. Besonders streng sind die Regeln auf versiegelten Flächen wie Terrassen, Gartenwegen oder Einfahrten. Dort sind chemische Unkrautvernichter besonders problematisch, weil ihre Wirkstoffe leichter in Abwasser oder Grundwasser gelangen können. Wer hier unerlaubte Mittel einsetzt, riskiert im schlimmsten Fall Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

Wie hartnäckig solche Stoffe in der Umwelt bleiben, zeigt ein besonders drastisches Beispiel: Der Wirkstoff Atrazin ist in Deutschland bereits seit 1991 verboten und wird an den rund 14.500 Messstellen der Bundesländer noch immer besonders häufig im Grundwasser nachgewiesen. Auch andere längst verbotene Pflanzenschutzmittel wie Bromacil, Diuron und Simazin tauchen in Messungen weiterhin regelmäßig auf.

Brennnessel, Giersch und Löwenzahn: Diese "Unkräuter" kann man essen

Übrigens muss nicht jedes Unkraut im Biomüll landen. Viele Wildkräuter lassen sich sogar in der Küche verwenden. Besonders junge Blätter von Brennnessel und Giersch eignen sich hervorragend als Spinat-Ersatz. Sie können kurz gedünstet oder roh in den Salat gegeben werden. Auch andere Pflanzen sind kulinarisch äußerst spannend: Behaartes Schaumkraut und Knoblauchsrauke bringen Würze auf den Teller, während Löwenzahn und Vogelmiere gut in frische Salate passen. Selbst Blüten landen bei Wildkräuter-Fans auf dem Teller – etwa Gänseblümchen oder Veilchen. Praktischer Nebeneffekt: Wer Giersch regelmäßig für Pesto, Kräuterbutter oder einen Schmand-Dip erntet, bremst die Ausbreitung der Pflanze im Beet ganz nebenbei aus.

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