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Ehrentag des Unkrauts: Warum manche "Unkräuter" im Garten Gold wert sind

Der Ehrentag des Unkraut wird jedes Jahr am 28. März begangen. Bild: AdobeStock / Muhamad Ichsan bey

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  • Am 28. März steht ausgerechnet das "Unkraut" im Mittelpunkt
  • Viele Wildpflanzen sind wichtig für Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten
  • Nicht jedes Kraut im Beet ist lästig,manches macht den Garten sogar wertvoller

Kaum sprießt es zwischen Beeten, Wegen und Terrassen, greifen viele Hobbygärtner reflexartig zur Hacke. Doch ausgerechnet die Pflanzen, die sonst als lästiges Unkraut verteufelt werden, stehen am Ehrentag des Unkrauts (jedes Jahr am 28. März) im Mittelpunkt. Und der Blick auf das vermeintliche Ärgernis lohnt sich. Denn nicht alles, was zwischen Rosen, Tomaten und Stauden auftaucht, ist automatisch nutzlos oder störend. Viele dieser Pflanzen sind ökologisch wertvoll, einige sogar essbar, und manche sollte man im Garten besser dulden als bekämpfen.

Was ist Unkraut überhaupt?

Streng genommen gibt es "Unkraut" in der Botanik gar nicht. Der Begriff beschreibt keine wissenschaftliche Pflanzenkategorie, sondern schlicht Gewächse, die Menschen an einem bestimmten Ort nicht haben wollen. Ob aus optischen, praktischen oder wirtschaftlichen Gründen: Entscheidend ist immer der Blick des Menschen. In der Natur selbst erfüllt dagegen jedes Kraut eine Funktion. Deshalb sprechen viele heute lieber von Wildkräutern, und das nicht ohne Grund.

Warum Brennnesseln für Schmetterlinge überlebenswichtig sind

So nervig manche Pflanzen im Garten wirken mögen, ökologisch sind sie oft echte Schwergewichte. Brennnesseln zum Beispiel sind für viele Schmetterlingsarten unverzichtbar. Raupen von Arten wie Tagpfauenauge oder Kleinem Fuchs sind auf sie als Futterpflanze angewiesen. Fehlen Brennnesseln, fehlt vielen Faltern die Lebensgrundlage. Auch Giersch ist nicht nur ein Gartenschreck. Seine weißen Doldenblüten locken verschiedene Insektenarten an und machen ihn damit ökologisch deutlich wertvoller, als sein Ruf vermuten lässt. Und noch ein Pluspunkt: Aus Brennnesseln lässt sich Jauche herstellen, die im Garten als organischer Flüssigdünger genutzt werden kann.

Diese Wildkräuter und Blumen machen den Garten bunter und gesünder

Nicht alle wilden Pflanzen breiten sich aggressiv aus. Manche sorgen sogar für mehr Farbe und Artenvielfalt, ohne gleich ganze Beete zu erobern. Dazu zählen etwa Echte Kamille, Klatschmohn, Kornblumen und Acker-Stiefmütterchen. Sie fördern die Biodiversität und bringen zugleich eine natürliche Optik in den Garten. Auch Ringelblumen, Bienenfreund oder Sonnenblumen säen sich zwar gern selbst aus, lassen sich durch ihr eher langsames Wachstum aber meist gut kontrollieren. Außerdem bieten sie dem Hobbygärtner zahlreiche Vorteile. So machen sich Ringelblumen hervorragend in Mischkulturen. Sie locken nicht nur Bestäuber an, sondern wehren auch Schädlinge wie Nematoden und Blattläuse ab. Und Sonnenblumen tragen zur Bodenverbesserung bei.

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