Grüne Nachbarschaftshilfe: Tomaten lieben Basilikum, hassen Kartoffeln - so funktioniert Mischkultur im Garten
In Mischkulturen helfen sich Pflanzen gegenseitig beim Wachsen. Bild: AdobeStock / Jenny
Von news.de Redakteurin Anika Bube
05.02.2026 14.45
- Mischkultur im Garten: Pflanzen helfen sich gegenseitig statt zu konkurrieren.
- Clevere Nachbarschaften sorgen für weniger Schädlinge und bessere Erträge.
- Falsche Kombinationen können das gesamte Beet ausbremsen.
Statt Monokulturen in akkuraten Reihen setzen Hobbygärtner zunehmend auf das Prinzip der Mischkultur – also das bewusste Kombinieren unterschiedlicher Pflanzenarten auf einer Fläche. Das Konzept basiert auf einer simplen Erkenntnis: Viele Gewächse ergänzen sich gegenseitig, anstatt um Ressourcen zu kämpfen. Gemüse, Kräuter und Blumen werden dabei gezielt als Nachbarn ausgewählt. Die Vorteile sprechen für sich: Der Boden wird effizienter genutzt, Schädlinge haben es schwerer und das Krankheitsrisiko sinkt. Gleichzeitig wachsen die Pflanzen stabiler und liefern häufig bessere Erträge. Im Grunde übernimmt ein durchdacht bepflanztes Beet einen Teil der Gartenarbeit von selbst.
Mischkultur: Diese Pflanzenpaarungen funktionieren garantiert
Bestimmte Kombinationen haben sich über Jahre im Gartenbau etabliert. Der Klassiker schlechthin: Tomaten neben Basilikum. Das aromatische Kraut soll unerwünschte Insekten vertreiben und gleichzeitig das Wachstum der Tomatenpflanzen ankurbeln.Karotten und Zwiebeln bilden ein weiteres Erfolgsduo. Beide Arten verscheuchen jeweils die Schädlinge des anderen. Bei Salat und Radieschen liegt der Vorteil im unterschiedlichen Tempo: Während Radieschen rasch heranreifen, benötigt der Salat deutlich mehr Zeit. So nutzen beide den verfügbaren Platz optimal aus. Wer Kohl anbaut, sollte Ringelblumen in der Nähe setzen. Die Blüten ziehen nützliche Insekten an und wehren gleichzeitig Schädlinge wie den Kohlweißling ab. Solche durchdachten Nachbarschaften schaffen ein natürliches Gleichgewicht im Beet.
Wenn Nachbarn sich nicht ausstehen können
Doch Obacht: Nicht jede Kombination im Beet führt zum Erfolg. Tomaten und Kartoffeln etwa sollten Abstand halten. Beide Nachtschattengewächse sind anfällig für dieselben Krankheiten und stecken sich gegenseitig an. Auch Erbsen und Zwiebeln vertragen sich schlecht: Sie behindern ihr jeweiliges Wachstum. Wer mehrere Kohlsorten auf engem Raum zusammenpflanzt, lädt Schädlinge geradezu ein. Die Faustregel lautet: Verwandte Pflanzen sind keineswegs automatisch gute Partner.
Neben Gemüse verdienen Kräuter und Blumen einen festen Platz im Beet. Ringelblumen, Kapuzinerkresse, Lavendel, Dill und Schnittlauch erfüllen wichtige Funktionen: Sie locken bestäubende Insekten an, halten Schädlinge fern und stärken die Widerstandskraft des gesamten Beetes. Wer nur auf Gemüse setzt, verschenkt wertvolles Potenzial.
Übersichtstabelle: Mischkultur auf einen Blick
| Hauptpflanze | Gute Nachbarn | Schlechte Nachbarn |
| Bohnen | Gurken, Mais, Erdbeeren | Zwiebeln, Lauch |
| Erbsen | Karotten, Kohl | Zwiebeln, Knoblauch |
| Erdbeeren | Zwiebeln, Knoblauch, Salat | Kohl |
| Gurken | Dill, Salat, Bohnen | Kartoffeln |
| Karotten | Zwiebeln, Lauch, Paprika, Tomaten | Petersilie |
| Kohl (alle Sorten) | Salat, Sellerie, Ringelblumen | andere Kohlsorten (zu dicht) |
| Lauch | Karotten, Sellerie | Erbsen, Bohnen |
| Paprika | Basilikum, Zwiebeln, Karotten | Fenchel, Kartoffeln, Tomaten |
| Radieschen | Salat, Spinat, Karotten | Gurken |
| Salat | Radieschen, Erdbeeren, Gurken | Petersilie |
| Tomaten | Basilikum, Salat, Petersilie | Kartoffeln, Erbsen |
| Zucchini | Mais, Bohnen, Kapuzinerkresse | Kartoffeln |
| Zwiebeln | Karotten, Erdbeeren, Salat | Erbsen, Bohnen |
Die größten Fehler bei Mischkulturen
Auch bei der Mischkultur lauern typische Fehlerquellen. Der häufigste Patzer: Pflanzen werden zu eng gesetzt. Jedes Gewächs benötigt ausreichend Raum, Sonnenlicht und Luftzirkulation, um gedeihen zu können. Viele Anfänger unterschätzen zudem die unterschiedlichen Wuchshöhen ihrer Beetbewohner. Hochwachsende Arten können kleinere Nachbarn beschatten und ihnen buchstäblich das Licht nehmen. Ebenso wichtig ist der Nährstoffbedarf: Starkzehrer neben Starkzehrern führen zu Konkurrenz um die Bodenressourcen. Ein weiterer klassischer Fehler besteht darin, ausschließlich Gemüse einzuplanen. Ohne Kräuter und Blumen fehlen dem Beet wichtige Helfer gegen Schädlinge und für die Bestäubung. Wer diese Grundregeln beachtet, legt den Grundstein für ein funktionierendes Mischkultur-System.
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