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Jana Bach: Der Pornostar und die Angst der Männer

Pornostar Jana Bach. Bild: Agentur Inflagranti

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Werden Sie auf der Straße häufig erkannt?

Jana Bach: Ja, das passiert oft. Ganz gleich, ob im Supermarkt, an der Waschstraße oder im Kino. Aus dem Fitnessstudio bin ich schon vor Jahren ausgetreten, weil ich dort ständig auf meinen Job angesprochen wurde. Das hat mich ziemlich fertig gemacht und wurde zum Stressfaktor. Seitdem jogge ich nur noch in Verkleidung, also ungeschminkt und unfrisiert. Die Leute sind aber meist sehr nett, wenn sie auf mich zukommen. Dann machen wir flott ein gemeinsames Foto, ich signiere ein Blatt Papier oder ein Kleidungsstück und man geht seiner Wege. In diesen Momenten bin ich sehr stolz auf meinen Job. Das versüßt mir den Tag.

Fürchten Sie Stalker?

Bach: Hin und wieder kommt es vor, dass sich einige Fans zu sehr an mich hängen. Sie laufen beispielsweise beim Shoppen - mit einem gewissen Abstand - stundenlang hinter mir her und beobachten mich, machen Bilder mit dem Handy und folgen mir sogar bis zu meinem Wagen. Das macht mich echt sauer. Ich finde, Bewunderung und Vereinahmung liegen manchmal leider nah beieinander. Da kann die Stimmung schnell kippen und aus Spaß wird Bedrohung.

Früher waren Sie Justizfachangestellte. Verdienen Sie heute mehr?

Bach: Über Geld spricht man eigentlich nicht. Ich wäre diesen Schritt allerdings nie gegangen, wenn er sich nicht auch finanziell lohnen würde.

Wann würden Sie aufhören?

Bach: Früher habe ich immer gesagt: «Ich mache den Job zirka zwei Jahre, vielleicht sogar bis ich 30 bin, dann ist aber Schluss.» Jetzt bin ich 31 Jahre alt und habe keine Lust, den Job an den Nagel zu hängen. Eine Auszeit vom Pornofilm würde ich aber gern einlegen - einfach um frischen Wind in die Routine zu bekommen, eine Art Kreativpause. Am wichtigsten bei dieser Entscheidung ist mein Privatleben. Wenn ich mich in einen Mann verliebe, mit ihm die Zukunft plane und zusammenlebe, dann ist Schluss mit Porno. Ich stehe auf Monogamie und bin in dieser Hinsicht hoffnungslos romantisch. Mal schauen was passiert.

Im Bild-Interview haben Sie einen Mann gesucht. Wie viele Angebote kamen?

Bach: Das sollte eigentlich nie eine Partnersuche werden und wurde von Bild.de nur so beworben. Das stand ursprünglich in einem ganz anderen Zusammenhang - doof gelaufen.

Sind sie momentan gebunden oder schmieden sogar Familienpläne?

Bach: Ich bin solo und fühle mich als eingefleischter Single sehr wohl. Mit Beziehungen bin ich vorsichtig und brauche lange, bevor ich jemandem Einblick in mein Leben gebe. Kinder wünsche ich mir. Doch diesen Traum möchte ich mir nur mit dem richtigen Mann an meiner Seite erfüllen. Und sollte Mr. Right vor der Menopause nicht mehr in mein Leben treten, dann habe ich Pech gehabt.

Haben Männer Angst vor Ihnen?

Bach: Derartiges habe ich schon oft gehört. Ich kann es allerdings nicht verstehen. Ich mag selbstbewusst auftreten, bin Männern gegenüber aber weder pampig noch verletzend. Eine gewisse Nervosität und Unsicherheit in meiner Gegenwart finde ich zwar verständlich – einer Pornodarstellerin begegnet man schließlich nicht alle Tage – doch Angst zu haben, ist völlig übertrieben.

Wo glauben Sie Ihren Traummann kennenlernen zu können?

Bach: Wenn ich wüsste, wo ich meinen Traummann finden könnte, hätte ich ihn wahrscheinlich schon längst eingefangen.

Wie muss er sein?

Bach: Er sollte mein Gegenstück sein, meine bessere Hälfte und Ergänzung. Viele Gemeinsamkeiten wären mir wichtig, ebenso Ehrlichkeit und Treue, Verständnis für Charakter und Ansichten. Und er sollte auf jeden Fall männlich sein. Nicht so ein übertrainierter Fitnesstyp mit rasierter Brust, der vor Eitelkeit nicht mehr geradeaus laufen kann, einen Diätwahn hat und morgens im Bad länger braucht als ich.

Müssen Sie auf ihre Figur achten?

Bach: Nein, dafür bin ich nicht gemacht. Ich liebe Schokolade, Kekse, Kuchen, Pasta, Pizza und indische Küche. Gebt mir Kalorien und ich bin glücklich. Gutes Essen werte ich als Lebensqualität, auf die ich ungern verzichte. Allerdings gehe ich drei- bis fünfmal die Woche joggen. Lange Strecken bis zu zwölf Kilometer finde ich super, um den Kopf frei zu bekommen und fit zu bleiben.

Haben Sie schon über eine Brust-OP nachgedacht?

Bach: Das Thema Schönheits-OP begegnet mir täglich und ist in meinem Job nicht zu umgehen. Ich habe jedoch beschlossen, mich nicht aus Eitelkeit einer Operation zu unterziehen, weder an den Brüsten noch an einer anderen Stelle. So groß die Verlockung auch sein mag, sich modellieren zu lassen. Ich möchte mir treu bleiben und mich nicht auf optische Reize reduzieren.

Was bedeutet Ihre Tätowierung am Rippenbogen?

Bach: Eigentlich sollte dieses Tattoo mein Sternzeichen Widder darstellen. Jetzt habe ich gehört, es sei das chinesische Zeichen für Ziege. Das passt auch ein wenig zu mir! An der Stelle am Bauch habe ich es, weil es mir dort gefällt. Am inneren Fußgelenk hab ich auch Tattoos, aber die sieht offenbar nur selten jemand.

Zurück zum Beruf. Welche Angebote haben Sie schon abgelehnt?

Bach: Von allem, was ich am Set gemacht habe, war ich überzeugt. Ich wollte vieles in puncto Sex ausprobieren, was man im Privaten nicht unbedingt versuchen kann oder will - vorwiegend Fetischrichtungen wie Sado Maso als Domina, Natursekt als aktiver Part, Fuß-, Nylon-, Schuh-, Latex-, Uniform-, Korsettfetisch oder Bondage. Natürlich habe ich unzählige Angebote von Fans bekommen, die sich privat mit mir treffen wollten – das kommt für mich aber nicht in Frage.

Sorgt die illegale Verbreitung Ihrer Videos im Internet bei Ihnen für Existenzangst?

Bach: Ich bin einfach nur enttäuscht von der Gier dieser Menschen. Sich auf diese Art zu bereichern, ist niveaulos und sollte konsequent bestraft werden.

Was war der anstrengendste Dreh?

Bach: Bei einem Latex-Dreh zum Film Puppensex bin ich von einem Tisch gefallen. Das war übrigens mein erster Fetischfilm. Für eine Szene hatte ich eine Maske auf, mit der ich nicht geradeaus sehen konnte, nur scharf links oder rechts.

Dürfen Sie bei den Outfits mitentscheiden?

Bach: Manchmal. Ich mag es, wenn ich mir meine Kleidung, das Make-up und die Frisur für einen Streifen selbst aussuchen darf. Dabei kann ich authentisch bleiben, habe Spaß an der Rolle und kann die Leidenschaft zum Job optimal ausleben.

Wie lautet der lustigste Pornotitel, den Sie gehört haben?

Bach: Das warSchlampen in Tomatensoße.

Welches ist der größte Pornomythos, an dem nichts dran ist?

Bach: Dass nur Blondinen mit riesigen Brüsten ihren Weg in diesem Business machen können.

brc/ham/reu/news.de