Nina Chuba: "Aus der Bahn geworfen" - Sängerin macht mentale Probleme öffentlich
Nina Chuba spricht in einem Interview über ihre mentale Gesundheit. Bild: picture alliance/dpa | Britta Pedersen
Erstellt von Sabrina Böhme
04.05.2026 10.14
- Nina Chuba geht zur Therapie
- Sängerin erlebte nach ihrem Durchbruch einen Tiefpunkt
- Musikerin sieht psychologische Hilfe als Stärke
Über mentale Probleme wird gerne geschwiegen. Nina Chuba bricht mit dem Tabu und spricht in einem Interview mit dem "Stern" ganz offen über ihre psychische Gesundheit. Dabei offenbart die Musikerin: Seit rund zweieinhalb Jahren nimmt die Chartstürmerin regelmäßig Sitzungen bei einer Psychotherapeutin wahr.
Nina Chuba macht mentale Probleme öffentlich
Der Wendepunkt kam während eines Songwriting-Camps. Chuba wollte unbedingt an ihrem zweiten Album arbeiten, doch plötzlich versagten Körper und Geist. "Ich konnte morgens plötzlich nicht mehr aufstehen. Ich lag im Zimmer, war traurig, habe viel geweint und mich zu nichts aufraffen können", schildert sie die Situation. Für die Künstlerin, die bereits mit sieben Jahren durch die Kika-Serie "Die Pfefferkörner" bekannt wurde, war dieses Gefühl völlig neu. Statt der geplanten Songs entstand lediglich ein einziger Track. "Da war klar: Das ist nicht einfach nur Erschöpfung", erkannte sie.
Nina Chuba verarbeitet Tiefpunkt in Song
In der NDR-Radioshow "Deutschrap ideal" sprach sie zuvor über diese Phase. Nach ihrem ersten Album seien private Dinge passiert, die ihr Leben "durchgeschüttelt" und sie "komplett aus der Bahn geworfen" haben. "Ich habe diesen Gefühlen keinen Raum gegeben, weil ich einfach weitergearbeitet habe. Die haben mich irgendwann eingeholt. Darüber schrieb sie den Song "Farbenblind". Sie konnte in dem Moment nicht bunt sehen, trotz der Schönheit der Farben. "Ich habe gemerkt, ich muss irgendetwas ändern. Ich muss zur Therapie gehen, ein bisschen ruhig machen und ganz entspannt in den Albumprozess gehen."
Sängerin macht Therapie
Der Grund für diesen Schritt war auch der enorme Druck, der mit ihrem rasanten Aufstieg einherging und Spuren hinterließ. Die Wahl-Berlinerin, die ursprünglich aus Wedel stammt, kämpfte mit Erschöpfungszuständen und entwickelte Ängste. "Ich habe mir selbst enormen Druck gemacht", räumt die Sängerin gegenüber dem "Stern" ein. Chuba handelte sofort und wandte sich an ihr Management mit der klaren Ansage, dass sie therapeutische Unterstützung benötige. Die Reaktion kam prompt – ihr Team half ihr umgehend dabei, professionelle Hilfe zu finden, wie sie dem "Stern" erklärte.
Der Preis des Ruhms - Nina Chuba beschreibt "Kontrollverlust" nach Durchbruch
Mit Hits wie "Wildberry Lillet" sowie zwei Alben an der Spitze der Charts gehört Chuba zu den erfolgreichsten deutschen Popstars der Gegenwart. Doch genau dieser Erfolg wurde zum Problem. "Dieser Hype war so irre, und ich war darauf nicht vorbereitet. Es hat sich zunächst einfach angefühlt wie der völlige Kontrollverlust", beschreibt sie die Zeit ihres Durchbruchs.
In der Therapie habe sie verstanden, dass viele ihrer heutigen Ängste aus dieser Phase stammen – weil sie sich damals völlig ausgeliefert fühlte. Die Konsequenzen empfindet sie selbst als paradox: "Ich lebe meinen Traum, aber habe Angst, alleine einen Kaffee zu bestellen oder in einen Flieger zu steigen."
Hilfe bei psychischen Problemen - Nina Chuba sieht es als Stärke
Für Chuba ist es befreiend, wenn Menschen zugeben, dass es ihnen nicht gut geht oder sie Unterstützung brauchen. Genau das praktiziert sie selbst – auch öffentlich. Für Chuba ist der Gang zur Therapeutin jedoch kein Zeichen von Schwäche – ganz im Gegenteil. In ihrem Podcast "Die Leute lieben das", den sie gemeinsam mit ihrem Jugendfreund und Drummer Momme Hitzemann betreibt, spricht sie regelmäßig über ihre therapeutischen Sitzungen und die Fortschritte bei der Selbstreflexion.
Ihre Offenheit soll auch andere ermutigen, sich Hilfe zu suchen, wenn sie diese benötigen. "Ich empfehle es jedem." Die Sängerin möchte mit ihrer Offenheit dazu beitragen, dass professionelle psychologische Hilfe nicht länger stigmatisiert wird."Therapie sollte kein Makel sein. Für mich zeigt das eher Stärke und Selbstreflexion", betont sie.
Wenn Sie oder ein Angehöriger unter Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden, sollten Sie sich Hilfe bei Experten holen, die Ihnen Wege aus dieser Situation aufzeigen. Die Telefonseelsorge ist kostenlos, anonym und 24 Stunden lang unter den Telefonnummern 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Weitere Hilfsmöglichkeiten finden Sie hier.Derzeit gbt es wenige Therapieplätze. Diese Tipps helfen bei der Suche.
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