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Backmischungen im Test: Backe, backe Muffin

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Muffin mit Cupcake-Topping. Bild: dpa

Kinder backen gern. Aber nicht immer ist die Zeit, um lange in Backbüchern zu lesen, das passende Rezept zu finden und dann alle Zutaten einzukaufen. Abhilfe schaffen da Backmischungen. Die kann man immer im Vorratsschrank haben und die Dinge, die hinzugefügt werden müssen, hat man meist ohnehin zuhause.

News.de hat deshalb einmal verschiedene Backmischungen getestet. Gebacken wurde mit drei Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren. Die Kleinste, Inga, geht gerade erst in die erste Klasse und kann noch gar nicht lesen. Der achtjährige Cai kann schon ganz gut lesen, hat aber bisher noch nicht sehr häufig gebacken. Und die zehnjährige Nele besucht die vierte Klasse und backt sehr gern.

Zum Test standen drei Backmischungen von Dr Oetker: Normale Muffins mit Schokotropfen, Schokomuffins und Zitronenmuffins. Von der Firma Ruf gab es American Muffins mit Schokostücken und American Muffins Schoko. Von BauckHof gab es Zaubermuffins, Cupcakes und Schoko-Dinkel-Muffins, von der Rossmann Eigenmarke EnerBio ebenfalls Schokomuffins mit Dinkel.

Bei dem Test haben wir versucht, darauf zu achten, ob die Kinder leicht verstehen, wie die Muffins zubereitet werden, ob der Teig leicht zu rühren und in die Förmchen einzufüllen war. Und zu guter letzt: Ob die Muffins auch schmeckten, wie sie aussahen und ob sie auch nach zwei Tagen noch saftig waren.

Muffins mit Früchten sind besonders im Sommer beliebt. Bild: dapd

EnerBio (Rossmann), Schokomuffins mit Dinkel

Backen: Diese Muffins haben wir vegan gebacken, da auf der Verpackung beide Alternativen (mit Butter und Ei) oder vegan (nur mit Margarine) angeboten wurde. Das ist ein großer Pluspunkt, da sich gerade das Eieraufschlagen bei den beiden Kleineren als große Herausforderung darstellte. Der Teig war recht fest, was es vor allem für die Sechsjährige unmöglich machte, zu mixen und die Rührschüssel zu halten.

Geschmack: In der veganen Form sind die Muffins recht trocken, vom Geschmack aber sehr schokoladig.

Fazit: Wer vegane Muffins backen möchte, ist hier auf jeden Fall richtig. Weil der Teig aber sehr trocken ist - trotz zusätzlicher Sojamilch - empfiehlt es sich, die Muffins mit einem (veganen) Schokoguss zu verfeinern.

BauckHof Zaubermuffins

Backen: Der Teig ist recht einfach: Tüte auf, Milch, Butter und Eier hinzufügen - fertig. Erst nach dem Backen werden die Naschereien mit Puderzucker bestäubt. Das machte den Kindern auch sehr viel Spaß. Seien Sie aber vorgewarnt und halten Sie Feuchttuch und Feger bereit. Bei unserem Versuch waren nach fünf Minuten nicht nur die Muffins bepudert, sondern auch Kinder, Küchentisch und Boden.

Geschmack: Die Muffins schmeckten frisch sehr gut, waren nach einem Tag aber bereits etwas fad, beinahe brotig und trocken.

Fazit: Die Zutaten sind bio, was gut ist. Schade ist nur, dass die Verpackung der einzelnen Zutaten aus Plastik ist - ein häufiges Problem bei Bio-Lebensmitteln. Für Menschen, die Wert auf gesunde Ernährung legen, sind die BauckHof Zaubermuffins aber auf jeden Fall zu empfehlen. Besonders schön: Während alle anderen Muffinsorten schnöde weiße Förmchen hatten, waren die von BauckHof bunt. Das gefiel den Kindern und auch den Testessern.

 

Muffins passen zu jeder Gelegenheit. Bild: dapd

Bauckhof Cupcakes

Backen: Cupcakes sind etwas süßer als Muffins, in der Herstellung der Fertigmischung aber ähnlich - nur für das Topping brauchen die Kinder etwas Übung. Die Formen, die befüllt werden müssen, sind etwas kleiner als bei Muffins - was bei den Kleinen für Probleme sorgte.

Geschmack: Der Geschmack konnte nicht überzeugen, auch die Konsistenz nicht. Der Teig war sehr fest und trocken und bräuchte wohl etwas mehr Flüssigkeit als auf der Packung angegeben. Die Streusel auf dem Topping waren ganz gut und nicht zu süß - trotzdem waren alle Testesser vom Backergebnis enttäuscht.

Fazit: Die Idee mit dem Topping ist toll, vor allem deshalb, weil auch auf der Verpackung verschiedene Rezepte dafür beschrieben sind. Leider schmeckt der Teig nicht wirklich gut - mit einem frisch hineingeschnittenem Apfel oder Kirschen ist die Backmischung aber gerade wegen des Toppings ein guter Ausgangspunkt für Cupcake-Experimente.

Bauckhof Schoko-Dinkel-Muffins

Backen: Auch diese Muffins lassen sich vegan zubereiten, wir haben uns aber für die herkömmliche Variante entschieden. Der Teig war schnell gemacht und schmeckte den Kindern vor allem im rohen Zustand - er war sehr schokoladig und roch richtig gut.

Geschmack: Nach dem Backen sieht der Muffin leider sehr trist aus. Ein Guss aus Schokolade kann sie daher wirklich aufwerten. Der Geschmack war gut, weil der Teig nicht zu süß ist - leider wurde er aber schnell trocken und sehr fest. Als frische Schokomuffins, noch leicht warm, waren sie aber die besten im Test.

Fazit: Die Muffins eignen sich nur, wenn man weiß, dass schnell alle gegessen werden - dann sind sie wirklich gut. Leider wurden sie aber nach einem Tag sehr trocken. Wie auch bei den meisten anderen Muffins ohne Topping empfehlen wir hier eine Schokoglasur. Nicht nur, um noch ein paar unnötige Kalorien draufzulegen, sondern auch den eher mittelmäßigen optischen Eindruck zu verbessern.

Obst wertet jeden Muffin auf. Bild: dapd

Ruf American Muffins mit Schokostücken

Backen: Ein einfacher Teig mit einer guten Konsistenz - der Teig liess sich gut von den Kindern in die Backpapierförmchen füllen, besonders viel Spaß machte es, anschließend die Schokotröpfchen auf dem Teig zu verteilen.

Geschmack: War der Teig vor dem Backen noch richtig lecker, war er nach dem Backen etwas fad, beinahe bitter. Obwohl wir uns genau an die Anweisungen auf der Verpackung gehalten haben, waren die Muffins eingefallen, es gab keine Kruste, sondern eine Art elastischer Hülle.

Fazit: Die Muffin-Backmischung ist das Schnäppchen unter den Testexemplaren. Für nur 1,79 Euro plus den Einkauf von Eiern, Milch und Fett gibt es zwölf Muffins, die schmecken, aber keinen kulinarischen Hochgenuss bieten - aber das erwartet bei Backmischungen wohl kaum einer. Nach drei Tagen waren die Muffins aber immer noch nicht trocken und von allen Mischungen im Test noch am essbarsten.

Ruf American Muffins Schoko

Backen: Der Teig war schnell zubereitet, leider aber nicht so schnell in die Muffinförmchen zu füllen - vor allem die sechsjährige Inga mühte sich dabei ab. Dafür sahen die Muffins nach dem Backen aber aus, wie man sich Schokomuffins vorstellt: dunkel glänzend und mit knuspriger Haube.

Geschmack: Die Muffins schmeckten gut, nur leider gar nicht nach Schokolade. Die Konsistenz war nach dem Backen gut, einen Tag später war der Teig aber schon leicht trocken und sehr pappig. Auch bei diesen Muffins wäre ein Topping gut.

Fazit: Gute Muffins, denen es aber an Geschmack fehlt. Bei einem weiteren Versuch mit der Backmischung wurden Kirschen unter den Teig gehoben. Das wertete die Schokomuffins extrem auf und sorgte dafür, dass sie auch nach drei Tagen noch schön feucht waren - zudem hoben die Kirschen den Schokogeschmack hervor.

Dr. Oetker Muffins mit Schokostücken

Backen: Dank der Bilder auf der Rückseite konnten alle Kinder erkennen, wie sie die Muffins backen müssen. Neben den Eiern kommt nur noch Butter hinzu - ganz einfach also. Besonders viel Spaß machte es den Kleinen, die beigelegten Schokotropfen zu einem Teil unter den Teig zu rühren und später kurz vorm Backen auch noch einmal drüber streuen.

Geschmack: Leicht nach Vanille, der Teig ist fluffig und war auch nach drei Tagen noch schön weich und nicht trocken.

Fazit: Der Testsieger! Selbst das Einfüllen in die Muffinförmchen war dank der cremigen Teigkonsistenz ganz einfach.

Mmh, lecker! Bild: dpa

Dr. Oetker Schokomuffins

Backen: «Schokomuffins!» Die Augen der Kinder strahlten dabei mehr als bei allen anderen Sorten. Der Teig war dank bildhafter Anleitung (bei allen Dr. Oetker-Backmischungen gehört das dazu und gab auch der Sechsjährigen das Gefühl, das Rezept zu lesen) schnell zubereitet.

Geschmack: Lecker! Vom Geschmack her schokoladig, der Teig schön feucht. Zwei von fünf Testessern fanden den Teig aber zu klebrig - dass es sich dabei um die zwei erwachsenen Testesser handelt, verwundert vielleicht kaum jemanden. Die Kinder fanden die Muffins toll und hatten danach ganz verschmierte Münder.

Fazit: Gute Muffins, die aber beim Einfüllen in die Förmchen für die meisten Probleme sorgte. Der Teig war von der Konsistenz recht fest und liess sich nicht so einfach mit dem Löffel in die Form verfrachten. Die Kinder gaben schnell entnervt auf.

Dr. Oetker Zitronenmuffins

Backen: Wie auch bei den anderen Backmischungen von Dr. Oetker war das Backen hier sehr leicht. Schwierig war nur der Guss aus Zitrone und Puderzucker, der mit kochendem Wasser zubereitet werden muss. Zwei Esslöffel sind als Menge angegeben, wir brauchten aber vier, um eine cremige Konsistenz zu erreichen - das Rühren war für alle Kinder sehr anstrengend und auch ermüdend. Als es dann aber darum ging, den Guss auf die noch warmen Muffins zu streichen, waren sie wieder eifrig dabei.

Geschmack: Schön zitronig, wenn auch leicht künstlich. Auch nach einigen Tagen waren die Muffins immer noch schön frisch und kein bisschen muffig. Leider war der Teig nicht fluffig genug und etwas zu kompakt.

Fazit: Wer Zitronenmuffins mag, für den ist die Backmischung auf jeden Fall geeignet. Schön ist der Guss, den die Kinder ganz aufregend fanden - allerdings sollte man als Erwachsener das Rühren übernehmen. Für Kinder ist das eindeutig zu schwer.

kls/news.de