27.08.2019, 18.31 Uhr

Aktueller Gehaltscheck des IW: Gehälter-Vergleich! Wer gilt in Deutschland als reich, wer als arm?

Wollten Sie schon immer mal wissen, wie Sie im Vergleich zu anderen im Gehaltscheck dastehen? Eine aktuelle Studie des Institutes der Wirtschaft hat es analysiert und dabei erstaunliche Fakten über die Einkommenssituation in Deutschland herausgefunden.

Studie zum Einkommensvergleich: Wer gehört zur Mittelschicht? (Symbolbild) Bild: Gregory Lee/adobe stock

Geld ist ein heikles Thema. Deshalb bleibt die Frage, wie viel jeder Bundesbürger verdient, ein gut gehütetes Geheimnis. Trotzdem interessiert es die Menschen, zu welcher Einkommensschicht sie gehören. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat jetzt die Gehaltssituation in Deutschland genauer untersucht und dabei erstaunliches herausgefunden.

Ab wann gehört man zur Oberschicht?

Menschen mit einem Gehalt von mehr als 3.440 Euro netto dürfen sich zur Oberschicht zählen. Sie gehören zu den obersten zehn Prozent. Den gleichen Status erreichen Familien mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern ab einem gemeinsamen Netto-Einkommen von 7.223 Euro. Paare ohne Kinder und Eltern, wo die Kinder bereits ausgezogen sind, zählen mit einem Nettoeinkommen von 5.160 Euro zu den wohlhabenden zehn Prozent.

Ist ein Mensch, wenn er zu den oberen zehn Prozent gehört reich? Reichtumsforscher Prof. Michael Hartmann von der TU Darmstadt erklärt es in der "Bild":"Reich ist, wer von den Erträgen seines Vermögens in Wohlstand leben kann – also 100 000 Euro netto im Jahr hat, ohne dafür arbeiten zu müssen." Dazu zählen aber andere Vermögenswerte wie zum Beispiel Immobilien. Der Spitzensteuersatz wird für Singles, ohne Soli, ab 5.550 Euro brutto im Monat und bei einer Familie mit zwei Kindern ab einem Haushaltseinkommen von 11.000 Euro fällig.

Lesen Sie hier: Erspartes in Gefahr! Sparbücher entwerten sich immer mehr

IW-Studie: Ab diesem Netto-Gehalt gehören Sie zur Mittelschicht

Auf der anderen Seite des Gehaltsbarometers sieht es anders aus: Singles mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 1.869 Euro gehören zur Mittelschicht. Wer weniger verdient, lebt im unteren finanziellen Bereich. Bei einem Verdienst von bis zu 1.035 Euro netto sind Arbeitnehmer gefährdet, Armut zu erleiden. Einkommensklassen von bis zu 932 Euro werden den untersten zehn Prozent zugeordnet. Hartz IV-Empfänger müssen monatlich mit 424 Euro auskommen. Paare haben zusammen etwa 1.760 Euro zur Verfügung.

Einkommensunterschiede in Ost und West-Deutschland

Die Untersuchung zeigt auch regionale und bildungsspezifische Unterschiede. Singles im Osten gehören mit einem monatlichen Einkommen von 2.839 Euro zu den oberen zehn Prozent, in Westdeutschland zählt man damit nur zu den besten 20 Prozent. Auch Stadtbewohner schneiden besser ab. Mittlere Einkommen von Stadtmenschen sind um 116 Euro höher als bei Landbewohnern.

IW-Studie: Bildung entscheid über die Einkommensverhältnisse in Deutschland

Die Bildung hat auch einen enormen Einfluss auf das Einkommen. In der IW-Studie steht dazu: "Akademiker haben eine besonders hohe Chance, die oberen Bereiche der Einkommensverteilung zu erreichen".Trotzdem gab es auch Menschen ohne Bildungsabschluss oder mit mittlerem Bildungsabschluss, die sich bis zur Mittelschicht hochgearbeitet haben. Doch bei den Befragungen schätzten sich die Studienteilnehmer falsch ein. Interessanterweise ordnen sich die Menschen aus der Mittelschicht den armen Einkommensklassen zu und die reichen fanden nicht, dass sie reich sind, sondern gaben an, dass sie zu Mittelschicht gehören.Die Fachleute vom IW werteten dafür Daten aus Haushaltsbefragungen des sozioökonomischen Panels 2016 aus. In die Bewertung flossen neben dem Verdienst auch die Lebensbedingungen wie Miete, Lebensmittelkosten und weitere Ausgaben ein.

Folgen Sie news.de schon bei Facebook? Hier finden Sie brandheiße News und den direkten Draht zur Redaktion.

bos/news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser