21.08.2019, 14.50 Uhr

Online-Konten am günstigsten: Schockierende Gebühren! Nur 22 Konto-Modelle noch kostenlos

Schlechte Nachrichten für alle Bankkunden: Nur noch wenige Bankkonto-Modelle sind kostenlos. Bei gerade einmal 22 von 290 Modellen müssen Sparer keine Gebühren zahlen. Zeitgleich ist das Ersparte durch Strafzinsen auf Spar-Guthaben in Gefahr.

Nur noch 22 von 290 Konto-Modellen sind kostenlos. Bild: AdobeStock/ Stadtratte

Zahlen Sie für Ihr Konto schon Gebühren? Trotz der Zinsflaute gibt es immer noch Banken, die kostenlose Girokonten anbieten. Vorausgesetzt, die Kunden führen es online und nutzen es als Gehalts- oder Rentenkonto, sind nach einer Auswertung der Zeitschrift "Finanztest" 22 von rund 290 Kontomodellen gratis. Untersucht wurden die Angebote von 122 Kreditinstituten.

Gebühren-Schock! Nur noch wenige Konto-Modelle wirklich kostenlos

Bei den Gratiskonten gibt es demnach keinen monatlichen Grundpreis, alle Onlinebuchungen sind inklusive, die Girocard ist kostenlos. "Weitere 69 Girokonten sind mit Preisen von maximal 60 Euro pro Jahr noch recht günstig", heißt es in der September-Ausgabe der "Finanztest" von Stiftung Warentest. Vor der Finanzkrise im Jahr 2008 habe es noch deutlich mehr kostenlose Girokonten gegeben, berichtete Stephanie Pallasch von Stiftung Warentest: "Sie dienten in erster Linie der Kundengewinnung. Denn, wenn der Kunde als einziges Produkt nur ein kostenloses Girokonto hat, kann sich das nicht rechnen. Dahinter steckt eine Dienstleistung, die Banken und Sparkassen Geld kostet."

Bankkunden abgezockt! Anruf beim Berater oder Papier-Überweisung kann teuer werden

Inzwischen setzen Niedrigzinsen und Kosten für strengere Regulierung die Finanzhäuser unter Druck. Geschraubt werde derzeit vor allem an den Gebühren für Überweisungen in Papierform und beim Telefonservice, sagte Pallasch. Bis zu 4,90 Euro kann laut "Finanztest" eine Überweisung auf Papier im Einzelfall kosten. Wer als Inhaber eines Onlinekontos mit einem Kundenberater telefonieren will, wird den Angaben zufolge teilweise mit bis zu 3,50 Euro pro Telefonat zur Kasse gebeten.

Strafzinsen auf Spar-Guthaben! SO teuer wird es jetzt für Bankkunden

Neben Gebühren verlangen einige wenige Institute bereits Strafzinsen von Privatkunden für besonders hohe Guthaben auf dem Giro- oder dem Tagesgeldkonto. Künftig könnte es mehr Verbraucher treffen. So warnte der Präsident des baden-württembergischen Sparkassenverbands, Peter Schneider: Sollten Europas Währungshüter die Zinsen noch weiter senken und nicht gegensteuern, führe auf breiter Front kein Weg daran vorbei, Geld für das Aufbewahren von Guthaben zu verlangen.

Horrende Bankgebühren! SO läuft ein Konto-Wechsel ab

Manchmal können Kunden schon bei einem Wechsel innerhalb der Bank sparen. Alternativen gibt es also genug - wie geht es nach der Entscheidung für ein neues Konto weiter? Die alte und neue Bank sind seit September 2016 gesetzlich verpflichtet, zusammenzuarbeiten, erklärt Erk Schaarschmidt, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Brandenburg. Verbraucher eröffnen dafür zunächst ein neues Konto. "Per Musterformular werden beide Banken vom Kunden ermächtigt und beauftragt, Daten auszutauschen", so Schaarschmidt. Ob online oder in der Filiale, komme auf das Institut an.

Gebühren sparen durch Wechsel des Bankkontos

"Die alte Bank muss zum Beispiel mitteilen, welche Daueraufträge, Terminüberweisungen und Lastschriftmandate eingetragen sind", erklärt Schaarschmidt. Außerdem muss sie die neue Bank über die eingehenden Überweisungen und Lastschriften aus den vergangenen 13 Monaten informieren. So soll sichergestellt werden, dass nichts vergessen wird. Der Kunde entscheidet dann, welche Aufträge die neue Bank ausführen soll. "Sie muss das zügig umsetzen und etwa Zahlungsempfänger informieren", sagt Schaarschmidt. Das Restguthaben wird vom alten Konto aufs neue übertragen.

fka/sba/news.de/dpa

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