24.07.2019, 14.11 Uhr

Stiftung Warentest im August 2019 aktuell: Krebs durch Bambusbecher! SO gelangen Schadstoffe in den Kaffee

Die Stiftung Warentest warnt vor Bambusbechern: Im Test hält nur einer der Mehrwegbecher für Kaffee und Tee halbwegs, was er verspricht. Bei den anderen gehen Schadstoffe auf den Kaffee über und sie werben mit falschen Öko-Versprechen.

Mehrwegbecher aus Bambus enthalten Warentestern zufolge Melaminharz und können bei hohen Temperaturen Schadstoffe abgeben. Bild: Andrea Warnecke/dpa

Umweltbewusste Menschen suchen nach Alternativen für Wegwerf-Kaffeebecher und setzen auf Mehrweglösungen. Eine davon sind Becher aus Bambus. Doch was viele nicht wissen: Die Bambusbecher enthalten Melaminharz - ein Kunststoff, der unter Umständen als gesundheitsgefährdend gilt. Die Stiftung Warentest hat daher zwölf Becher-Marken genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Bei mehr als der Hälfte der untersuchten Becher ging der Stoff auch auf den Inhalt über.

Gesundheitsschädliche Bambusbecher im Stiftung Warentest im August 2019:

Das Urteil der Produktexperten: "Lassen Sie die Finger von Bambusbechern." Zwar gelten die To-go-Becher als die umweltschonende Alternative zu Einweg-Varianten aus Pappe. Aber: Die fein zermahlenen Bambusfasern brauchen Klebstoff, um in Form zu kommen und zu bleiben. Hierfür wird Melaminharz verwendet. Ist der Kunststoff ordentlich verarbeitet und wird er nicht Temperaturen von über 70 Grad ausgesetzt, gehen keine nennenswerten Schadstoffmengen in Lebensmittel über, erläutert die Zeitschrift "test". Doch heißer Kaffee und auch Tee kann aber so warm sein. Auch in Mikrowellen besteht beim Aufwärmen die Gefahr der Überhitzung.

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Vorsicht bei Hitze! Formaldehyd und Melamin lösen sich aus Bambusbechern

Die Warentester untersuchten nach jeder dritten und siebten Befüllung eines Bechers den Gehalt von Formaldehyd und Melamin in der Flüssigkeit - beides Stoffe, die aus dem Becher übergehen können. Sieben Becher fielen dabei durch. Außerdem zeigte sich: Die Schadstoffe verflüchtigen sich auch nicht nach einer gewissen Einsatzzeit. Formaldehyd kann Augen, Haut und Atemwege reizen und steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Melamin ist verdächtig, für Erkrankungen der Blase und der Nieren verantwortlich zu sein.

Ebenfalls bemängelten die Warentester die Kennzeichnung vieler Becher. So warben die Hersteller teilweise damit, dass die Becher biologisch abbaubar seien. Das gilt aber nicht mehr für einen mit Kunststoff angereicherten Bambusbecher. Auch das Recycling ist schwierig, da sich die Mischung nicht wieder in ihre Komponenten aufteilen lässt.

Finger weg von Bambusbechern! Diese Marke ist Testsieger

Testsieger im Test ist der Bambusbecher "Chicmic Bamboo Cup". Wegen "irreführender kennzeichnung" strafen die Warentester folgende Produkte ab: "Ebos Bambusbecher Coffee-to-go", "Morgenheld", "Pandoo", "ppd Travel Mug Bamboo", "Zuperzozial Cruising Travel Mug", "Rex London Bamboo Travel Mug". Eine zu hohe Schadstoffmenge stellten die Tester bei "Aldi Nord Mehrwegbecher", "Ecoffee Cup", "Grafik Werkstatt Premium Cup Bamboo to go", "Ikea Mugg","Rex London Bamboo Travel Mug","Zuperzozial Cruising Travel Mug" sowie "La Vida" fest.

Die besten Alternativen zu Bambusbechern

Alternativen zu den Bambusvarianten sind Mehrwegbecher aus Edelstahl, Porzellan und auch Polypropylen (PP), erklärt die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Steht auf dem Becher oder auf seiner Verpackung nicht ausdrücklich, aus welchem Material er besteht, kann man sich am Recyclingcode orientieren. Das ist ein dreieckiges Pfeil-Piktogramm mit einer Zahl in der Mitte - 05 steht für Polypropylen und 07 für sonstige Stoffe, was Melamin einschließen kann.

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Darüber hinaus gibt es einige Kennzeichen auf dem Becher oder der Verpackung, die zeigen, wofür der Mehrwegbecher taugt: Ob er überhaupt für den Kontakt mit Lebensmitteln sowie für Mikrowellen geeignet ist.

Alle Test-Ergebnisse gibt's in der August-Ausgabe der "test".

bua/fka/news.de/dpa

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