24.07.2019, 14.13 Uhr

Stiftung Warentest im August 2019 aktuell: Graue Wäsche! Waschnüsse fallen im Test glatt durch

Kastanien und Waschnüsse sollen eine umweltschonende Alternative zu üblichen Waschmitteln sein. Doch schon nach wenigen Waschgängen vergrauen die Textilien und Flecken werden so gut wie gar nicht gelöst.

Waschnüsse enthalten Substanzen, die unter Zugabe von Wasser schäumen. Daher werden sie gerne auch als Alternative zu üblichen Waschmitteln verwendet. Bild: Bodo Marks/dpa

Nüsse und Kastanien gelten als umweltschonende Alternativen zu den herkömmlichen Waschmittel aus dem Handel. Doch die Naturprodukte fallen bei der Stiftung Warentest durch: Die Wäsche wird nach nur wenigen Waschgängen grau. Schlimmer noch: Flecken gingen dafür nicht weg.

Stiftung Warentest im August 2019: Waschnüsse und Kastanien im Test

Die Stiftung Warentest hat lediglich zwei Produkte einen Praxistest unterzogen: Waschnussschalen von Cliir Nature und Waschkastanien von Natur Gut. Die Mittel entfernten 20 Flecken, die im Alltag häufiger entstehen, so gut wie gar nicht.

Waschnüsse und Waschkastanien besitzen viele sogenannte Saponine - Substanzen, die unter Zugabe vonWasser schäumen. Sie lassen sich im Handel kaufen, aber auch übliche Rosskastanien von den Parkbäumen lassen sich dafür sammeln und nutzen. Waschnüsse stammen vom Seifenbaum ab und werden vornehmlich aus Asien importiert. Umweltschützer schätzen sie, dass sie anders als industriell gefertigte Waschmittel keine Ressourcen verbrauchen und ihre Substanzen biologisch abbaubar sind.

Waschnüsse für weiße Wäsche ungeeignet

Aber zum Beispiel der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) betont auch:Für wirklich weiße Wäsche seienKastanien nicht geeignet, hier ist dieRede von einem leichten Gelbschimmer. Und auch ansonsten wird für helle Wäsche geraten, beim Einsatz von Kastanien die Schalen zu entfernen und etwas Backpulver oder Natron mit in die Trommel zu geben.

Laut Stiftung Warentest lösen die Nüsse und Kastanien zwar übliche Schmutzpartikel aus den Textilien, schaffen es aber nicht, diese im Wasser zu halten. Die Partikel setzen sich im Waschprozess wieder auf dem Stoff ab - und dieser verdunkelt sich nach und nach. Nach 20 Durchgängen waren die Prüftextilien gräulich verfärbt. Da den Mitteln außerdem eine wirksame Kombination an schmutzknackenden Enzymen und fettlösenden Tensiden fehle, lösten sie echte Flecken kaum.

Waschmittel-Alternativen nicht umweltfreundlicher

In der Summe sind damit die Naturprodukte auch nicht umweltfreundlich, argumentiert die Stiftung Warentest. "Sie waschen derart miserabel, dass Nutzer vermutlich einen zusätzlichen Waschgang durchführen - mit erneutem Strom- und Wasserverbrauch", heißt es in der Zeitschrift "test" (Ausgabe August 2019).

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bua/sba/news.de/dpa

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