18.07.2019, 12.59 Uhr

Online-Banking wird umgestellt: Schluss mit iTan! Das sollten Bankkunden jetzt wissen

Das Tan-Verfahren in seiner altbekannten Form ist nicht mehr sicher. Die Ansprüche der Europäischen Union an Finanzsicherheit könnte für viele Nutzer unbequem werden. Lesen Sie hier, welche Möglichkeiten Bankkunden beim Online-Banking bleiben.

Die Tan-Liste wird abgeschafft. Welche Möglichkeiten bleiben für ein sicheres Online-Banking. Bild: picture alliance/Monika Skolimowska/ZB/dpa

Bankkunden, die ihre Finanzgeschäfte auf dem Online-Weg tätigen, stehen umfassende Änderungen ins Haus. Die altbekannte Tan-Liste wird abgeschafft. Ab dem 14. September ist diese Variante der Authentifizierung nicht mehr akzeptiert. Zu gering sei die Sicherheit, die das Verfahren in der digitalen Welt bietet. Doch die anderen Wege könnten für Bankkunden mehr Aufwand als bisher bedeuten. Zu diesem Schluss kommen die Experten von Stiftung Warentest, die sich die neuen Onlinebanking-Verfahren genauer angesehen haben.

iTan hat ausgedient - DAS ändert sich für Onlinebanking-Kunden

Wenn die Tan-Listen zum Stichtag verfallen, sollten alle Onlinebaking-Kunden wissen, welches neue Verfahren sie einsetzen wollen. Um nicht kurzfristig eine schlechte Entscheidung zu treffen, geben wir Ihnen hier eine Übersicht über die technischen Lösungen, zwischen denen Sie sich entscheiden können.

Dabei kann es jedoch sein, dass das bevorzugte Verfahren von Ihrer Bank nicht angeboten wird. Dann müssen Sie entweder Vorlieb mit einer anderen Lösung nehmen oder die Bank wechseln.

Neu beim Online-Banking: Welche Alternativen zum iTan-Verfahren gibt es?

Das BestSign-Verfahren wird exklusiv von der Postbank eingesetzt, die zum Stichtag auch die SMS-Tan abschaffen wird, die bisher ebenfalls angeboten wurde. Das Verfahren kostet den Nutzer einmalig 45 Euro, die das USB- beziehunhsweise Bluetooth-Gerät kostet, das die Überweisung bestätigt.

So wird es manchen Nutzer ärgern, extra ein Gerät anschaffen zu müssen, um weiterhin Online-Banking betreiben zu können. Andererseits kann nur so ein angemessener Sicherheitsstandard gewahrt werden.

Die Photo-Tan bietet dem Verbraucher die Möglichkeit, via App oder Tan-Generator eine farbige Grafik auszulesen, die dann die aktuelle Tan generiert. Außerdem können Sie die Daten noch einmal überprüfen, bevor Sie die Tan eingeben und so die Zahlung endgültig anweisen.

Auch hier ist es notwendig, die entsprechenden Geräte mit sich zu führen, wenn eine Überweisung gemacht werden soll. Schwierig kann das auf Reisen werden, wenn spontan Geld überwiesen werden soll, aber der Tan-Generator noch zu Hause liegt.

Die Push-Tan verwendet eine spezielle App. Einmal heruntergeladen müssen noch die Daten, die die Bank zusendet eingegeben werden, um die App zu aktivieren. Dan können Überweisungen einfach und schnell via App abgewickelt werden.

Auch der QR-Code kann ähnlich wie beim Photo-Tan-Verfahren eingesetzt werden. Statt farbiger Grafiken werden hier zweidimensionale Codes verwendet, um die notwendigen Daten zu verschlüsseln.

Das SMS-Tan-Verfahren ist vielen bereits bekannt, die auf die iTan-Listen verzichten. Doch ist die Sicherheit an eine strenge Bedingung geknüpft. Die Trennung von Banking- und Tan-Gerät ist unverzichtbar, wenn die Tan per SMS versendet wird.

Wenn Banking- und Tan-Gerät übereinstimmen, können Angreifer die notwendigen Daten abgreifen, um das Konto zu übernehmen. Viele Banken fahren das Angebot langsam zurück und steigen auf Push-Verfahren um. Im Gegensatz zu den meisten Varianten auf dem Smartphone kann die SMS-Tan auch durch alte Handys empfangen werden.

Der Tan-Generator,den manche Finanzinstitute verwenden, ist eine der sichersten Methoden, das Online-Banking zu sichern. Dabei bekommt der Kunde einen Generator im Taschenrechner-Format. Mit diesem wird dann bei der Überweisung ein Strichcode eingelesen, der dann zusammen mit der Bankkarte eine Tan ausgibt.

Aber es kann lästig sein, das Gerät immer dabeihaben zu müssen, wenn eine schnelle Überweisung gemacht werden soll. Auf der anderen Seite ist die Gefahr gegeben, ihn zu verlieren, wenn er immer in der Tasche mitgenommen wird.

Entscheidung zwischen Bequemlichkeit und Sicherheit

Wer in Zukunft Online-Banking betreiben möchte, muss sich wohl oder übel für ein alternatives Verfahren entscheiden. Ob dazu ein neues Gerät angeschafft werden muss oder ob nur eine App heruntergeladen werden muss, entscheidet der Verbraucher selbst im Rahmen der Angebote, die die Bank macht.

Um sicher unterwegs zu sein, ist es das Wichtigste, die beste Methode für sich selbst zu finden. In der Regel hilft Ihnen Ihre Bank gern, aus bestehenden Angebot das zu finden, das Ihnen am meisten zusagt und Ihre Bedürfnisse nach Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit erfüllt.

luj/news.de

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