Verbraucherschützer kritisieren: Sparkassen sollen Kunden zu wenig Zinsen gezahlt haben

Jahrelang sparen und satte Zinsen kassieren - damit locken Langzeitsparverträge der Sparkassen. Dass dabei zu niedrige Zinsen gezahlt wurden, legt eine aktuelle Untersuchung der Verbraucherzentrale Sachsen nahe.

Verbraucherschützern zufolge ging bei den Sparkassen in Sachen Zinszahlungen nicht alles mit rechten Dingen zu (Symbolbild). Bild: Julian Stratenschulte / picture alliance / dpa

Es klingt nach einer verlockenden Methode, um Geld anzulegen und attraktive Prämien zu kassieren: In den Angeboten der Sparkassen findet sich das Modell "S Prämiensparen flexibel", dass steigende Prämien bei längerer Anlagedauer verspricht. Neben den Prämien fürs ersparte lockt die Sparkasse zudem mit Zinsen von bis zu fünf Prozent jährlich, die beim Vermögensaufbau helfen sollen - zahlreiche Kunden nutzen Angebote der Sparkassen wie beispielsweise das Modell "S Prämiensparen flexibel" bereits seit Jahrzehnten. Doch Untersuchungen der Verbraucherzentrale Sachsen zufolge ist beim Prämiensparen der Sparkassen nicht alles Gold, was glänzt!

Verbraucherschützer kritisieren Zinspolitik bei Sparkassen-Prämienzahlungen für Langzeitsparer

Wie aktuell im "Focus" zu lesen ist, haben sich die Verbraucherschützer genau angeschaut, wie Sparkassen-Kunden von den Sparmodellen profitieren. Offenbar waren die Prämienzahlungen des Kreditinstitutes nicht korrekt - vielmehr sollen bei Sparkassen-Kunden zu niedrige Zinszahlungen eingegangen sein. Ein Grund dafür sei den Verbraucherschützern zufolge der als variabel angepriesene Zinssatz beim Prämiensparen, der - von vielen Kunden unbemerkt - jährlich im Zuge der Nullzinspolitik gesenkt wurde. "Heute sind es oft nur noch 0,001 Prozent", zitiert der "Focus" Finanzexpertin Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Zins-Schummel bei Sparverträgen? Verbraucherzentrale schwärzt Sparkassen an

Welche Zinsen Sparkassen-Kunden letztlich auf ihr Geld erhalten, bleibt den Untersuchungen zufolge allerdings vage. Im Kleingedruckten fänden sich lediglich Angaben wie "Die Sparkasse zahlt neben dem jeweils gültigen Zinssatz am Ende des Kalenderjahres eine verzinsliche Prämie" - in welchem Umfang das Kreditinstitut den Zinssatz anpasst, bleibt offen.

Für die Verbraucherschützer ein Alarmzeichen, immerhin geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofes hervor, dass nicht eindeutig formulierte Klauseln zu Zinsanpassungen bisweilen unwirksam sind. Daraufhin mussten etliche Sparkassen ihre AGBs zu Sparverträgen in eine rechtlich einwandfreie Form bringen - doch bei einigen Sparkassen sei dieser Schritt bei bestehenden Sparverträgen ausgeblieben.

Zu niedrige Zinsen! Wurden Sparkassen-Kunden abgezockt?

Ein weiterer Kritikpunkt der Verbraucherschützer, die gemeinsam mit Wirtschaftskanzleien Stichproben von Sparverträgen untersuchten: Die von den Sparkassen berechneten Zinssätze seien zu niedrig angesetzt. Möglich sei zudem, dass nicht nur Sparkassen, sondern auch anderen Banken ihren Kunden zu niedrige Zinsen aufs Ersparte gezahlt hätten.

Kunden, die einen Sparvertrag mit variablem Zins bei einer Sparkasse abgeschlossen haben und sich unsicher sind, ob die Zinszahlungen in den vergangenen Jahren korrekt waren, können ihre Langzeitsparverträge von der Verbraucherzentrale unter die Lupe nehmen lassen. Das Prozedere kostet Bankkunden 85 Euro, dafür gibt es zum Abschluss der Untersuchung ein rechtliches Gutachten, mit dem Bankkunden ihre Zinsforderungen bei der jeweiligen Bank geltend machen können. Im Falle von Konflikten kann ein Ombudsmann vermitteln, auch der Gang vor Gericht bleibt Sparkassen-Kunden unbenommen.

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loc/fka/news.de

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