13.01.2019, 18.16 Uhr

Verdi-Warnstreik eskaliert: Neue Streiks! An diesen Flughäfen geht am Dienstag nichts mehr

Nach Berlin, Düsseldorf, Köln und Stuttgart jetzt Frankfurt: Am Dienstag wird der größte deutsche Flughafen bestreikt. Auch die Flughäfen Leipzig/Halle, Erfurt, Dresden, Hannover, Hamburg, München und Bremen werden bestreikt.

Verdi hat für die kommende Woche neue Warnstreiks angekündigt. Bild: Kyrtzner/SDMG/dpa

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main müssen Passagiere am Dienstag mit zahlreichen Ausfällen rechnen. Die Gewerkschaft Verdi rief das Sicherheitspersonal im laufenden Tarifkonflikt zu einem fast ganztägigen Warnstreik auf. Die Sicherheitsleute sollen die Arbeit von 2.00 bis 20.00 Uhr niederlegen, kündigte die Gewerkschaft am Freitag in Berlin an. Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" darüber berichtet. Das Personal von Flughäfen in Sachsen und Thüringen zieht nun nach.

Verdi kündigt Warnstreik am Frankfurter Flughafen an

Es sei "außerdem nicht auszuschließen, dass weitere Flughäfen in den Warnstreik einbezogen werden", hieß es bei Verdi. Die Gewerkschaft begründete die Aktion damit, dass die Arbeitgeber für die rund 23 000 Beschäftigten der Branche "noch immer kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt" hätten.

Erst am Donnerstag hatte ein Warnstreik an drei Airports Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart zu Hunderten Flugstreichungen geführt. Drei Tage zuvor waren das Flugsicherheitspersonal an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld in den Ausstand gegangen.

Warnstreiks auch an Flughäfen in Leipzig/Halle, Erfurt, Dresden, Hannover und Bremen

Wegen eines Warnstreiks des Sicherheitspersonals an den Flughäfen Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt müssen Reisende am Dienstag mit Einschränkungen rechnen. "Nach vier ergebnislosen Verhandlungsrunden müssen wir dem Arbeitgeber zeigen, dass wir hinter den Forderungen stehen", sagte Christel Tempel von der Gewerkschaft Verdi am Samstag in Leipzig. Auch die Flughäfen in Hannover und Bremen werden von einer Arbeitsniederlegung betroffen sein.

Nun auch Warnstreik am Hamburger und am Münchner Flughafen angekündigt

Flugreisende müssen am Dienstag auch in Hamburg mit Ausfällen und Verspätungen durch einen Warnstreik des Sicherheitspersonals rechnen. Ein ganztägiger Ausstand soll um Mitternacht beginnen. Es seien starke Einschränkungen im Luftverkehr zu erwarten, teilte die Gewerkschaft Verdi am Sonntagabend mit. "Uns liegt immer noch kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeberseite vor. Also müssen wir den Druck erhöhen, damit endlich etwas passiert", betonte Verhandlungsführer Peter Bremme von Verdi Hamburg in einer Mitteilung.

Am Abend kam auch noch der Münchner Flughafen hinzu.In München ist allerdings nicht die Passagierkontrolle betroffen, sondern die Personal- und Warenkontrolle. "Es wird sicherlich zu Einschränkungen kommen", sagte ein Sprecher des Flughafens. Entscheidend sei, wie die Fluggesellschaften auf den Streik reagierten.

Verdi mit neuem Tarifangebot unzufrieden

Verdi-Verhandlungsführer Benjamin Roscher stellte fest, die Arbeitgeber hätten nach den vorhergehenden Warnstreiks die Möglichkeit gehabt, ein verbessertes Angebot vorzulegen, dazu aber keine Bereitschaft signalisiert. Die hohe Streikbereitschaft der Beschäftigten unterstreiche, dass sie bereit seien, für ihre Forderungen einzutreten.

Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) habe in der jüngsten Verhandlungsrunde am 20./21. Dezember 2018 sein Angebot für eine Entgelterhöhung lediglich von 1,8 auf 2,0 Prozent pro Jahr bei einer zweijährigen Vertragslaufzeit erhöht. Die Lohnangleichung für ostdeutsche Bundesländer solle erst nach fünf Jahren beendet sein.

Verdi streikt für höhere Löhne

Die Gewerkschaft fordere jedoch eine Erhöhung des Stundenlohns im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle auf 20 Euro brutto, betonte Verdi. Das bislang vorliegende Angebot der Arbeitgeber beläuft sich auf eine Erhöhung von rund 40 Cent. Auf dieser Grundlage sei ein Tarifkompromiss nicht möglich, sagte Roscher. Die Verhandlungen werden am 23. Januar in Berlin fortgesetzt.

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jat/news.de/dpa

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