07.01.2019, 09.20 Uhr

Streik in Berlin-Tegel und Schönefeld : Warnstreik an Berliner Flughäfen zu Ende gegangen

Am ersten Tag nach den Winterferien mussten Reisende auf Berlins Flughäfen mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Die Gewerkschaft Verdi rief das Sicherheitspersonal zum Ausstand auf. Um kurz vor 9.00 Uhr endete der Warnstreik.

Verdi ruft zu Streiks an Berliner Flughäfen auf. Bild: dpa

An den Berliner Flughäfen ist am Montagmorgen der Warnstreik der Sicherheitsmitarbeiter kurz vor 9.00 Uhr zu Ende gegangen. "Der Warnstreik war gut organisiert, und wir sind zufrieden mit dem Ablauf", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Ab 5.00 Uhr hatten Sicherheitsleute in Tegel und Schönefeld ihre Arbeit für rund vier Stunden niedergelegt. Nach Angaben eines Flughafensprechers wurden an beiden Airports deshalb knapp 50 Verbindungen gestrichen. In Schönefeld wurden zudem rund 25 Flüge auf die Zeit nach dem Warnstreik verschoben.

Warnstreik an Berliner Flughäfen aktuell: Zahlreiche Flüge gestrichen

Nach Angaben vom Sonntag soll die Arbeitsniederlegung mindestens 80 Verbindungen in Berlin treffen - mit gestrichenen oder verspäteten Flügen.In Schönefeld sollte laut aktuellem Flugplan um 7.17 Uhr die erste Maschine ankommen und um 10 Uhr sollten die ersten Flugzeuge starten. In Tegel war für 6.30 der erste Abflug angekündigt und für 7.15 die erste Ankunft.

Streik in Berlin am 07.01.19: Lufthansa streicht acht Verbindungen wegen Warnstreiks in Berlin

Die Lufthansa muss wegen des Warnstreiks des Sicherheitspersonals an den Berliner Flughäfen am Montagmorgen acht Verbindungen ausfallen lassen. Betroffen seien jeweils vier Flüge zwischen Berlin-Tegel und Frankfurt sowie Berlin-Tegel und München, teilte die Airline am Sonntag mit. Die 850 betroffenen Passagiere könnten ihre Tickets nun zur Fahrt mit der Bahn einsetzen, hieß es. Denn die Fluggäste dürften "in dieser Zeit voraussichtlich keine Möglichkeit haben, ihre gebuchten Flüge zu erreichen".Die Aktion soll von 5.00 Uhr bis 8.45 Uhr laufen. Alle Passagiere sollten sich vor der Anreise bei ihrer Airline zur Lage informieren, hieß es bei der Flughafengesellschaft. Auch die Lufthansa betonte, Kunden könnten sich unter lh.com über den Flugstatus erkundigen. "Passagiere, die ihre Daten online hinterlegt haben, werden aktiv informiert."

Verdi ruft Sicherheitsleute zu Warnstreiks an Berliner Flughäfen auf

Hintergrund sind die bislang ergebnislosen bundesweiten Tarifverhandlungen zwischen dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) und Verdi für rund 23 000 Beschäftigte der Flugsicherheit. Zum Jahresende war die Friedenspflicht ausgelaufen. Die Gewerkschaft hatte bereits vor Weihnachten nach erneut erfolglosen Gesprächen angedroht, Mitarbeiter könnten außerhalb der Schulferien an "vielen deutschen Flughäfen" die Arbeit niederlegen. In der Vergangenheit haben Streiks der Gepäck- und Passagierkontrolleure regelmäßig den Flugbetrieb gestört.

Der Ausstand sei ein erstes Warnsignal an die Arbeitgeber, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, sagte der Verdi-Sprecher. Am 23. Januar sollen die Verhandlungen in Berlin fortgesetzt werden.

Verdi: Weitere Streiks an anderen deutschen Flughäfen nicht ausgeschlossen

Weitere Arbeitskämpfe auch an anderen deutschen Flughäfen sind laut Verdi nicht ausgeschlossen. Die Ferienzeit der einzelnen Bundesländer soll dabei jedoch ausgeklammert werden. Auf den beiden Berliner Airports sind laut der Gewerkschaft rund 3000 Beschäftigte bei privaten Sicherheitsfirmen angestellt.

Nach der letzten Runde im Dezember hatten sich beide Seiten jeweils eine Verzögerungstaktik vorgeworfen. Laut Verdi hatte der BDLS eine Entgelterhöhung von lediglich 1,8 auf 2,0 Prozent pro Jahr bei einer zweijährigen Vertragslaufzeit angeboten. Die Lohnanpassung für ostdeutsche Bundesländer solle erst nach fünf Jahren beendet sein.

Gewerkschaft fordert Erhöhung des Stundenlohn

Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung des Stundenlohns bei der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle auf 20 Euro. Bislang erhalte ein Beschäftigter, der in Tegel oder Schönefeld in der Passagierkontrolle tätig ist, nach dem regionalen Tarifvertrag 17,12 Euro pro Stunde.

Nach den letzten Gesprächen hatte Rainer Friebertshäuser, Leiter der Tarifkommission auf Arbeitgeberseite, gesagt: "Verdi will scheinbar keinen Tarifvertrag verhandeln, sondern lieber streiken." Nach seiner Darstellung habe die Gewerkschaft stur an der Forderung nach einem bundesweit einheitlichen Stundenlohn von 20 Euro festgehalten. Das würde in einzelnen Tarifgebieten bis zu 55 Prozent mehr Geld bedeuten. Die Arbeitgeber hätten 2 bis 8,1 Prozent pro Jahr angeboten.

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sba/news.de/dpa

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