14.12.2018, 17.47 Uhr

Bahn-Streik 2018: Hängepartie geht weiter! GDL erwägt Schlichtung

Es geht um Prozente, Laufzeiten und Einmalzahlungen - wie viel Geld die Eisenbahner künftig bekommen, darum wird noch immer gerungen. Für Fahrgäste gilt: So lange geredet wird, gibt es keine Streiks.

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn wird es eng. Bild: dpa

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn zeichnet sich weiter keine Lösung ab. Die Verhandlungen mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Berlin gingen am Freitag weiter. Bis zum Abend deutete nichts auf eine rasche Einigung hin. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hält inzwischen ein Schlichtungsverfahren für möglich. Die Konkurrenz zwischen beiden Gewerkschaften erschwert eine Einigung.

Gewerkschaft Deutsche Lokomotivführer droht mit Überstunden-Abbau - als Alternative zum Streik

Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky drohte damit, die Lokführer könnten darauf bestehen, ihre vielen Überstunden abzubauen. Wenn dann die Auswirkungen mit einem Streik vergleichbar wären, sei das nicht Schuld der GDL, fügte er hinzu. Der Hintergrund ist klar, denn streiken kann zurzeit nur die EVG. Sie hat das am Montag mit einem vierstündigen Ausstand getan, der bundesweit große Teile des Zugverkehrs lahmlegte. Die GDL darf nach geltender Vereinbarung erst nach dem Ende einer Schlichtung zum Streik aufrufen. Bereits vor einer Woche hatte der GDL-Chef als mögliche Aktionsform skizziert, "plötzlich könnte dem gesamten Zugpersonal einfallen, dass es tarifvertraglich zu keinerlei Überstunden verpflichtet ist".

Lesen Sie hier: Das sollten Arbeitnehmer bei Streiks beachten!

Offenbar Einigung zwischen Bahn und GDL

Zugleich hat die Bahn in Eisenach mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) verhandelt. Nach Mitteilung der GDL liegt inzwischen ein Tarifangebot vor, das sie "mit sämtlichen bis dahin erzielten Teilergebnissen akzeptiert". Die Bahn wolle diese Ergebnisse jedoch derzeit nicht unterzeichnen. Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky wollte sich am Vormittag in Eisenach zum aktuellen Stand äußern.

Bahn will Stellungnahme der GDL abwarten

Eine Konzernsprecherin bekräftigte, die Bahn wolle mit beiden Gewerkschaften eine Einigung erreichen. Die GDL habe das jüngste, verbesserte Angebot abgelehnt und die Verhandlungen für gescheitert erklärt. Das Unternehmen wolle die angekündigte Stellungnahme der GDL abwarten und dann bewerten.

Lokführergewerkschaft schließt Schlichtung nicht mehr aus

Nach dem erneuten Scheitern der Verhandlungen mit der Deutschen Bahn AG schließt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) eine Schlichtung nicht mehr aus. «Wir lassen derzeit offen, ob die GDL die Schlichtung anruft», sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky am Freitag in Eisenach. Noch am Mittwoch hatte es geheißen, die GDL werde die Schlichtung keinesfalls beantragen.

GDL will Bahn-Angebot nicht akzeptieren

Die Lokführergewerkschaft entschied in Eisenach, das eigentlich ausverhandelte Angebot der Deutschen Bahn AG nun doch nicht zu akzeptieren. Der Grund: Das Unternehmen sei nicht bereit gewesen, den Tarifvertrag mit der GDL durch einen Vertreter am Freitag in Eisenach zu unterzeichnen. Weselsky warf der Bahn Taktiererei vor. Sie setze dadurch einen "Tarifabschluss in den Sand". Die Bundestarifkommission der GDL reiste aus Eisenach ab.

Als möglichen Grund für das Agieren der Bahn AG nannte der GDL-Chef die noch laufenden Verhandlungen mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Deshalb sei die Bahn wohl unschlüssig. Sollte sich das Vorgehen der Bahn als Angriff auf die Existenz der GDL herausstellen, "dann werden wir uns zu wehren wissen", so der Gewerkschaftschef.

Lesen Sie hier: Rückerstattung oder Entschädigung - Was Reisende jetzt wissen müssen!

  • Seite:
  • 1
  • 2
  • 3
Empfehlungen für den news.de-Leser