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Goldener Windbeutel 2018: Die dreistesten Werbelügen Deutschlands

Produkthersteller gehen mit dreisten Werbelügen auf Kundenfang. Foodwatch kämpft gegen Etikettenschwindel und verleiht jährlich den "Goldenen Windbeutel". So auch 2018. Welche Produkte zur Wahl stehen und wo Sie abstimmen können, lesen Sie hier.

Foodwatch ruft zur Wahl zum "Goldenen Windbeutel" 2018 auf. Bild: Foodwatch

Seit 2009 verleiht Foodwatch jedes Jahr den "Goldenen Windbeutel". Damit setzt die Organisation ein Zeichen gegen Etikettenschwindel und Verbrauchertäuschung. Die potenziellen Kandidaten für den Negativpreis 2018 stehen bereits fest. Verbraucher sind aufgerufen, abzustimmen.

Foodwatch ruft zur Abstimmung für "Goldenen Windbeutel" 2018 auf

Zur Wahl stehen "Glacéau Smartwater" von Coca-Cola, "Bratöl Olive" von Dennree, "Erbsen-Eintopf" der Edeka-Eigenmarke Gut & FGünstig, "Kids Tomato Ketchup" von Heinz sowie "Corny Milch" von Schwartau. "Welches Produkt hat den Goldenen Windbeutel, den Preis für die dreisteste Werbelüge des Jahres, am meisten verdient?", ruft Foodwatch Verbraucher zur Abstimmung auf ihrer Webseite auf.

Corny, Coca-Cola und Edeka! So belügen Unternehmen ihre Kunden

Das "Glacéau Smartwater" soll durch eine abgestimmte Menge an Mineralsalzen ein Lifestyle-Mineralwasser mit klarem und frischen Geschmack sein. Doch Foodwatch sieht das anders: "Nicht besser als ein stinknormales Mineralwasser, aber bis zu siebenmal teurer." Auch beim "Kids Tomato Ketchup" von Heinz kritisiert Foodwatch den Preis. "Der „Kinder"-Ketchup ist 40% teurer als der exakt gleiche Ketchup für Erwachsene", heißt es.

Der "Corny Milch"-Riegel verspricht mit ein "Plus an Calcium". Wenn da nicht die anderen Inhaltstoffe wären: "Kommt leicht daher [...], ist aber zur Hälfte aus Fett und Zucker", schreibt Foodwatch. Auch der "Erbsen-Eintopf" von Gut & Günstig fällt bei Foodwatch negativ auf. "Laut Etikett „ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe", enthält aber 10 Zusatzstoffe", schreibt die Organisation auf ihrer Webseite.

Hersteller will nach "Windbeutel"-Nominierung Etikett ändern

Zwar steckt im "Bratöl Olive" von Dennree das Wort "Olive", doch die Verbraucherorganisation deckt den Werbeschwindel auf. Das Öl besteht zur Hälfte aus Sonnenblumenöl, so das Kleingedruckte auf der Flasche. Nach der Nominierung für den "Goldenen Windbeutel" 2018 hat der Hersteller angekündigt, das Etikett zu überarbeiten. "Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, schafft Dennree erst nach öffentlicher Kritik: Auf dem Etikett soll künftig draufstehen, was drin ist. Gar nicht so schwer, sollte man meinen", sagte Sophie Unger von Foodwatch. Die anderen Kandidaten für den Goldenen Windbeutel sollten sich an Dennree ein Beispiel nehmen."

Foodwatch fordert schärfere Vorgaben gegen Etikettenschwindel

Foodwatch dringt auf schärfere gesetzliche Vorgaben gegen Etikettenschwindel bei Lebensmitteln. Die Lösung könne nicht sein, dass Kunden lernten, sich in einem Täuschungs-Dschungel zurechtzufinden, teilte Foodwatch mit. Vielmehr müssten Hersteller Produkte ehrlich und leicht verständlich kennzeichnen. Dafür sei die Politik gefragt. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) sei hier aber bisher eher "durch einen Kuschelkurs gegenüber der Lebensmittelwirtschaft aufgefallen als durch klare Kante gegen Schummler und Täuscher".

Foodwatch fordert unter anderem eine verständliche Nährwert-Kennzeichnung in den Ampelfarben, ein Verbot irreführender Werbung mit Gesundheitsversprechen sowie realistische Abbildungen und Bezeichnungen von Produkten.

Lesen Sie auch: DIESE neue Regel wird unser Einkaufsverhalten komplett ändern.

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bua/news.de/dpa

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