Umweltschützer fordern: Deutsche sollen Fleischkonsum halbieren

Weniger Tiere, weniger Fleisch, eine bessere Kennzeichnung: Im Fleischatlas 2018 zeigen Umweltschützer konkrete Lösungsansätze für eine bessere Tierhaltung. Den Deutschen dürfte das jedoch nicht schmecken, sie lieben Fleisch.

Die Deutschen sollen weniger Fleisch essen. Bild: dpa

Die Deutschen sollten aus Sicht von Umweltschützern nur noch halb so viel Fleisch essen und die Tierbestände kräftig abbauen. Anders seien weder die Klimaziele noch mehr Tier- und Naturschutz zu erreichen. "Weniger und dafür besser ist die Losung", sagte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, am Mittwoch bei der Vorstellung des "Fleischatlas 2018" am Mittwoch in Berlin. "Die Bundesregierung muss noch in diesem Jahr die Weichen für einen nachhaltigen Umbau der Tierhaltung stellen."

Tierbestände sollen drastisch reduziert werden

Gefordert wird eine verpflichtende Fleischkennzeichnung und eine Abgabe auf Stickstoffüberschüsse, wie sie durch große Güllemengen entstehen. Mehr als zwei Rinder oder zehn Schweine pro Hektar solle ein Betrieb nicht mehr halten. Demzufolge müssten die Schweinebestände um mehrere Millionen Tiere sinken, besonders betroffen wären das westliche Niedersachsen und Westfalen.

Deutsche sollen weniger Fleisch essen

Pro Jahr isst ein Deutscher im Schnitt 59 Kilo Fleisch und 29 Kilo Fleischprodukte, meistens vom Schwein. Das ist etwa so viel wie vor zehn Jahren - obwohl es doppelt so viele Vegetarier gibt wie damals, jedenfalls nach Statistiken ihrer Interessenvertreter; vier Prozent der Deutschen verzichten ganz auf Fleisch, zwölf Prozent gelegentlich. Wie passt das zusammen?

Der Fleischatlas versucht eine Antwort: "Es gibt eine Gruppe von rund fünf Prozent Vielfleischessern unter den Männern, die fast dreimal so viel Fleisch verzehren wie die Durchschnittsdeutschen", schreibt der Göttinger Professor Achim Spiller.

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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt höchstens die halbe Menge. Veröffentlicht wird der Fleischatlas seit 2013 von BUND, Heinrich-Böll-Stiftung und der Zeitung "Le Monde Diplomatique".

Der Fleischkonsum ist leicht gesunken. Bild: dpa

Der Bauernverband bekräftigte, dass die Landwirtschaft die Erzeugung klimaschonender machen wolle. Dazu sollten unter anderem Düngemittel mit neuer Technik sparsamer eingesetzt und deutlich mehr Gülle in Biogasanlagen verwertet werden, wie eine am Mittwoch vorgelegte neue Klima-Strategie des Verbands vorsieht. "Wir stehen zu unserem ehrgeizigen Ziel, die Emissionen an Treibhausgasen aus der Landwirtschaft um 30 Prozent bis 2030 gegenüber 1990 zu senken", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied.

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bua/news.de/dpa

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