Arbeitsagentur-Chef Scheele: Optimistischer Ausblick: Fortschritte bei Jobvermittlung von Flüchtlingen

Viele der 2015 und 2016 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge wollen neben Sicherheit vor allem eins: einen Job. Auf Anhieb gelingt das nur wenigen von ihnen. Es werden aber immer mehr. Und auch für 2018 ist der Bundesagentur-Chef Detlef Scheele durchaus optimistisch.

Ein Flüchtling aus Somalia an einem Prüfstand für Regelventile. Bild: picture alliance / Andreas Arnold/dpa

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, rechnet für 2018 mit weiteren Fortschritten bei der Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt. Angesichts der guten Wirtschaftslage dürften im kommenden Jahr ähnlich viele Asylsuchende eine Arbeit finden wie 2017, sagte Scheele in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur voraus. Bis Ende September 2017 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus den acht Haupt-Asylländern bei 195 000; dies waren rund 75 000 mehr als im Jahr davor.

Flüchtlinge vor allem in einfachen Helferberufen gefragt

"Es ist schon möglich, dass das noch einmal gelingt", sagte Scheele. "Denn die Wirtschaft entwickelt sich gut." Dadurch gebe es viele zusätzliche Stellen - auch in einfacheren Helferberufen, die vorrangig für Flüchtlinge mit fehlender Berufsausbildung und unzureichenden Sprachkenntnissen in Frage kommen.

Hinzu kämen die sich kontinuierlich verbessernden Deutschkenntnisse, was die Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zusätzlich verbessere. Aus diesem Grund würden wohl auch mehr junge Flüchtlinge im Ausbildungsjahrgang 2018/19 eine Lehrstelle finden, schätzt Scheele. "Wir haben inzwischen mehr junge Flüchtlinge, die schon längere Zeit in der deutschen Regelschule zugebracht haben" - und deswegen besser Deutsch sprächen, gab er zu bedenken.

2200 Flüchtlinge finden wöchentlich einen Job

Derzeit fänden pro Woche im Schnitt 2200 arbeitslose Geflüchtete eine Arbeit. Etwa 9500 junge Flüchtlinge hätten 2017 eine Lehrstelle bekommen. "Das sind schon ordentliche Zahlen. Sie ändern aber nichts daran, dass die Zahl der Menschen, die zu uns gekommen sind, sehr groß ist", meinte der Bundesagentur-Chef. Grundsätzlich müsse man bei der Vermittlung von Flüchtlingen Geduld haben, wie frühere Erfahrungen zeigten.

Fortschritte bei Jobvermittlung von Flüchtlingen

Trotz größerer Vermittlungserfolge rechnet Scheele daher für 2018 noch mal mit steigenden Arbeitslosenzahlen bei Flüchtlingen. Denn viele, die derzeit noch Integrations- und Sprachkurse absolvierten und deswegen zunächst nur als arbeitssuchend galten, würden sich 2018 bei den Jobcentern arbeitslos melden. Auf eine konkrete Arbeitslosenzahl wollte sich Scheele aber nicht festlegen. Das unter dem Dach der Bundesagentur forschende Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) geht davon aus, dass 2018 der Rückgang der Arbeitslosen ohne Flüchtlinge etwa um 60 000 größer ausfallen würde.

Kombi-Kurse für Spracherwerb und berufliche Qualifikation

Genutzt werden nach Scheeles Angaben die sogenannten Kombi-Kurse für Flüchtlinge, die Spracherwerb und berufliche Qualifikation miteinander kombinieren. Gut 23 000 Geflüchtete hätten an den monatelangen Kursangebote seit 2016 bereits teilgenommen, berichtete der BA-Chef. "Damit sind wir erst einmal zufrieden." Insgesamt können auf diesem Wege aktuell gut 45 000 Flüchtlinge gefördert werden.

Eine Herausforderung des Modells sei allerdings, dass Kombikurse nur in Regionen angeboten werden könnten, in denen es Bildungsinstitute mit einem entsprechenden Kursangebot gebe. Das sei vor allem in den Ballungsräumen der Fall. Denn für solche Kombi-Kurse brauche ein Bildungsträger sowohl die Zulassung des Bundesamtes für Migration (BAMF) als auch die der Bundesagentur. "So was kriegt man inHamburg, Düsseldorf und München sofort, aber nicht in manchen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns." Hier bestehe ein Zielkonflikt: In ländlichen Regionen sei es häufig einfacher, Flüchtlinge angemessen unterzubringen. Dafür sei dort das Job- und Fortbildungsangebot meist schlechter als in Großstädten.

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fka/news.de/dpa

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