Niki-Insolvenz: Total pleite! Zehntausende Fluggäste sitzen fest

Über Nacht stellt die insolvente Niki den Flugbetrieb ein - und bringt Kunden im In- und Ausland in Nöte. Nun springen andere Fluglinien ein, um Zehntausende Passagiere zurückzuholen. Auch an deutschen Flughäfen saßen Kunden fest.

Am 14.12.2017 hat die Airline Niki ihren operativen Betrieb eingestellt. Bild: Georg Hochmuth/dpa

Nach dem Aus der Ferienfluglinie Niki wollen die deutschen Airlines bei dem Rücktransport von gestrandeten Passagieren aus dem Ausland helfen. Die Fluggesellschaften würden Niki-Fluggästen, die keine Pauschalreise gebucht haben, noch verfügbare Sitzplätze zu Sonderkonditionen anbieten, teilte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft am Donnerstag in Berlin mit. Dabei handelt es sich um eine Art Aufwandsentschädigung. Für Pauschalreisende seien die Reiseveranstalter verantwortlich.

Niki-Insolvenz: Airline von Ex-Rennfahrer Niki Lauda ist pleite

Niki hatte am Mittwochabend Insolvenz angemeldet, nachdem die Lufthansa ihr Angebot für die Tochter der ebenfalls insolventen Air Berlin zurückgezogen hatte. Vorbehalte derEU-Kommission gegen den Deal wögen zu schwer. Von der Niki-Pleite sind etwa 1.000 Mitarbeiter betroffen.

Condor und Co. wollen gestrandete Niki-Passagiere zurückholen

Der Ferienflieger Condor will Passagiere, die direkt bei Niki gebucht haben, nach eigenen Angaben kostenfrei nach Deutschland zurückfliegen soweit Sitzplätze verfügbar sind. Condor kündigte den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten an. Die Reisenden sollten sich direkt an die Check-in Schalter am jeweiligen Flughafen wenden. Nach Angaben des Insolvenzverwalters Nicolas Flöther wollten in den kommenden 14 Tagen rund 40.000 Flugreisende mit Niki ihre Heimreise antreten. Davon hatten rund 15.500 ihre Reise selbst gebucht.

Fluggäste wurden nicht über Insolvenz informiert

Auch im Inland saßen Fluggäste fest. MehrereDutzend Niki-Kunden waren am frühen Donnerstagmorgen zum Berliner Flughafen Tegel gekommen, obwohl die Airline den Flugbetrieb am Vorabend eingestellt hatte. Vor den Filialen der Reisebüros bildeten sich Schlangen. "Wir haben von nichts gewusst", sagte ein wütender Familienvater, der mit seiner Frau und Tochter in der Nacht aus Polen angereist war.

"Ich bin fassungslos", sagte eine weitere Kundin, der gerade am Schalter mitgeteilt wurde, dass sie erst am nächsten Morgen würde fliegen können. "Ich rief gestern noch am Flughafen an", sagte sie. "Da sagte man mir noch, alles läuft planmäßig."

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